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Akuter Asthma-Anfall

Verhalten im Notfall

Ein akuter Asthmaanfall beginnt meistens mit Husten, pfeifender Atmung und Kurzatmigkeit. Aus der Kurzatmigkeit wird Atemnot. Diese kann unterschiedlich stark sein. Besonders das Ausatmen fällt schwer. Bei starker Atemnot kann ein Engegefühl in der Brust auftreten, was für viele Betroffene beängstigend ist.

Deshalb ist es bei einem Asthmaanfall umso wichtiger, dass neben dem Betroffenen auch die Angehörigen oder zufällig Dabeistehende:

  • Ruhe bewahren! Angst und Panik führen nur zu noch mehr Atemnot, was dann unter Umständen zu ernsthaftem Sauerstoffmangel führen kann.
  • Dem Asthmatiker dabei helfen, eine Körperhaltung einzunehmen, die das Atmen erleichtert (Kutschersitz, Reitsitz, Torwarthaltung ) und
  • eine erleichternde Atemtechnik anzuwenden (Lippenbremse), mit der er trotz Luftnot effektiver atmen kann.
  • Den Betroffenen unterstützen, die richtigen Medikamente (möglichst nach dem vorgegebenen Selbstbehandlungsplan) einzunehmen.
  • Wenn nötig, einen Arzt rufen.

Tipp: Im Notfall sollten Sie wissen was zu tun ist! Gemeinsam mit Ihrem Arzt können Sie einen persönlichen Selbstbehandlungsplan erarbeiten. Dazu können Sie sich hier ein Formular für einen solchen Selbstbehandlungsplan ausdrucken. Voraussetzung, um diesen Plan umsetzen zu können, ist dass Sie die folgenden (in der Asthma-Patientenschulung erlernten) Fähigkeiten selbständig und souverän beherrschen:

  • Messung des Peak-Flow-Wertes
  • Korrektes Einatmen von Medikamenten (Inhalationstechniken)
  • Atemtechniken (Lippenbremse u.a.)
  • Erkennen und richtiges Einschätzen der Beschwerden
  • Richtiges, selbständiges  Anpassen der Menge an Bedarfs- und Notfallmedikamenten an Ihre jeweiligen Beschwerden
  • Richtiges Einschätzen, ob es notwendig ist einen Arzt zu alarmieren

Um auf eine Notfallsituation vorbereitet zu sein, ist es natürlich auch wichtig, Arznei-Rezepte frühzeitig zu verlängern und stets ausreichend Medikamente zur Verfügung zu haben.

Notärztliche Behandlung

Leichter oder mittelschwerer Asthma-Anfall

Anzeichen

Behandlung

Normales Sprechen möglich
< 25 Atemzüge pro Minute
Puls < 110 pro Minute
• Peak-Flow: PEF > 50% vom Sollwert
• raschwirksames Beta-2-Sympathomimetikum (zum Inhalieren): 2 Hübe alle 10 Minuten bis Besserung eintritt, ggf. nach 10-15 Minuten wiederholen
• Steroid (z.B. Prednisolon) als Tablette oder gespritzt
Theophyllin in Tablettenform (gespritzt: nicht empfohlen!)
• Atemerleichternde Lagerung des Patienten (sitzend, Unterarme untergelagert), Lippenbremse

Schwerer Asthma-Anfall

Anzeichen

Behandlung

Kurzatmig, normales Sprechen nicht möglich
• > 25 Atemzüge pro Minute
• Puls > 110 pro Minute
• Peak-Flow: PEF < 50% vom Sollwert
Sauerstoffgabe über eine Nasensonde- raschwirksames Beta-2-Sympathomimetikum (zum Inhalieren): 4 Hübe alle 10 Minuten, ggf. nach 10-15 Minuten wiederholen
• Anticholinergikum inhalieren (2-4 Hübe Ipratroprium)
• Steroid (z.B. Prednisolon), als Tablette oder gespritzt
• Atemerleichternde Lagerung des Patienten (sitzend, Unterarme untergelagert), Lippenbremse
• Notarzt rufen bzw. Überführung in ein Krankenhaus (mit ärztlicher Begleitung und ggf. Möglichkeit zur Beatmung)

Lebensbedrohlicher Asthma-Anfall

Anzeichen

Behandlung

Peak-Flow: PEF < 33% vom Sollwert
• Kein Atemgeräusch ("Stille Lunge")
• Flache Atmung
• Blaue Lippen und Fingernägel (ZyanoseZyanose
Bläuliche Verfärbung der Haut und Fingernägel infolge von akutem oder chronischem Sauerstoffmangel.
)
Pulsus paradoxus, Herz-Rhythmusstörungen
• Verwirrtheit, Benommenheit, Erschöpfung oder Koma
Sauerstoffgabe über eine Nasensonde
• Beta-2-Sympathomimetikum als Dauerinfusion
• Anticholinergikum (Ipratroprium) durch Vernebelung
• Steroid (z.B. Prednisolon), gespritzt - TheophyllinTheophyllin
Dieser Wirkstoff entspannt die Bronchialmuskulatur, wirkt aber nur mäßig bronchienerweiternd. Andererseits hat er auch entzündungshemmende und abwehrdämpfende Effekte (schwächt die asthmatische Spätreaktion ab) und schützt die Bronchien vor Reizen, die zu einer Verkrampfung führen.
(gespritzt, dann in Tablettenform)
• ausreichende Flüssigkeitszufuhr
• Magnesiumsulfat, gespritzt

Falls bei einem bedrohlichen Anfall keinen Besserung eintritt, wird der Patient zur Behandlung auf eine Intensivstation überführt.