LUNGENÄRZTE

im Netz

In Zusammenarbeit mit:

Herausgeber:

Weitere Medikamente

Anticholinergika

Substanzen wie Ipratropiumbromid, Oxitropiumbromid oder Tiotropiumbromid wirken bronchienerweiternd, indem sie das krampfartige Zusammenziehen der Bronchialmuskeln hemmen. Sie sind aber generell langsamer und weniger wirksam als inhalierbare Beta-2-Sympathomimetika und haben keine gesicherte Wirkung in der Langzeitbehandlung von Asthma. So zeigen sie keinen Einfluss auf die allergische Früh- und Spätreaktion. Dennoch haben Anticholinergika in Kombination mit raschwirksamen Beta-2-Sympathomimetika angewandt auch günstige Wechselwirkungen. Unerwünschte Wirkungen sind gering, gelegentlich kommt es zu Mundtrockenheit und Geschmacksveränderung.

Beta-2-Sympthomimetika in Tablettenform

Es gibt auch relativ rasch wirksame Bedarfsmedikamente in Tablettenform, zum Beispiel für Patienten, die nicht inhalieren können. Ihre Wirkung ist dennoch langsamer und schwächer als die der rasch wirksamen, inhalierbaren Beta-2-Sympathomimetika.

Cromone

Sie dämpfen die Aktivität spezieller Immunzellen, der so genannten MastzellenMastzellen
Mastzellen sind basophile Granulozyten, die im Gewebe vorkommen und den allergieauslösenden Botenstoff Histamin in einer Speicherform (Granula) enthalten, den sie bei Kontakt mit einem Allergen freisetzen. Auf ihrer Oberfläche sind Antikörper (Immunglobuline der Klasse E) gebunden.
, die Entzündungsprozesse in Gang setzen, und wirken somit als Mastzellstabilisatoren. Lange Zeit hat man Mastzellstabilisatoren zur Behandlung von asthmakranken Kindern besonders empfohlen. Davon ist man inzwischen abgekommen. Ein Grund ist, dass Kinder sie mindestens viermal täglich einnehmen müssen - was sie schlecht durchhalten. Außerdem zweifeln Mediziner inzwischen an ihrer Wirksamkeit.

DNCG (Dinatriumcromoglicinsäure)

Dieses Medikament wird inhaliert und wirkt anti-entzündlich. Es hemmt die Signalfreisetzung aus den Mastzellen, verhindert überschießende Abwehrreaktionen und dämpft so die überempfindlichen Bronchien. Nur bei einer dauerhaften Anwendung kann es die Beschwerden und Verschlechterungsschübe verringern. Im akuten Anfall hat es allerdings keine Wirkung. Der Wirkungserfolg von DNCGDNCG
Dieses Medikament wird inhaliert und wirkt anti-entzündlich. Es hemmt die Signalfreisetzung aus den Mastzellen, verhindert überschießende Abwehrreaktionen und dämpft so die überempfindlichen Bronchien. Nur bei einer dauerhaften Anwendung kann es die Beschwerden und Verschlechterungsschübe verringern. Im akuten Anfall hat es allerdings keine Wirkung. Der Wirkungserfolg von DNCG ist im Einzelfall nicht vorhersagbar und sollte zunächst in einem 6-wöchigen Therapieversuch beobachtet werden. Unerwünschte Nebenwirkung: gelegentlicher Husten. 
ist im Einzelfall nicht vorhersagbar und sollte zunächst in einem 6-wöchigen Therapieversuch beobachtet werden. Unerwünschte Nebenwirkung: gelegentlicher Husten.

Ketotifen

Dieser Wirkstoff gehört zu den H1-AntihistaminikaAntihistaminika
Diese Medikamente unterdrücken die überschießende, allergische Reaktion des Körpers auf das verursachende Allergen und damit die Freisetzung großer Mengen von Histamin (u.a. Mediatoren), die zu den typischen Beschwerden der verschiedenen Allergieformen oder auch zu einem anaphylaktischen Schock führen können. Es sind also Medikamente, die bei allergischen Erkrankungen, allergischen Reaktionen und Juckreiz gegeben werden. 
Rezeptfrei erhältlich sind Präparate mit den Wirkstoffen Cetirizin, Dimetinden oder Loratadin. Sie werden meist einmal täglich eingenommen, ihre Wirkung setzt nach weniger als einer Stunde ein. Daneben gibt es auch verschreibungspflichtige Wirkstoffe wie Levocetirizin und Desloratadin.
Antihistaminika werden in geringen Mengen auch als Beruhigungsmittel eingesetzt. Sie können - je nach Stoffklasse unterschiedlich - Müdigkeit, eingeschränkte Motorik, Urteils- und Reaktionsfähigkeit sowie "Hang-over" verursachen. Bei chronischem Gebrauch erfolgt Gewöhnung.

.
, das heißt er hemmt die Mastzellen und die Ausschüttung von Histamin. Somit unterdrückt er die allergische Frühreaktion, in hohen Dosen auch die allergische Spätreaktion, hat aber keine anti-entzündlichen Langzeiteffekte. Günstige Wirkungen sind vor allem bei Kindern und jungen Allergikern bekannt. Nebenwirkung: Müdigkeit in den ersten Behandlungstagen, Gewichtszunahme.

Leukotrien-Antagonisten

Leukotrienhemmer (Anti-Leukotriene) wie MontelukastMontelukast
Gehört zu den so genannten Leukotrienhemmern (Anti-Leukotrienen oder Leukotrien-Antagonisten) und wird in Form von Tabletten eingenommen. Es verhindert die Verengung der Bronchien und wirkt gegen Entzündungen in den Atemwegen, indem es die Aktivität bestimmter körpereigener Entzündungsstoffe (Leukotriene) unterdrückt. So hemmt es die allergische Früh- und Spätreaktion und dämpft die Überempfindlichkeit der Bronchien.
und Zafirlukast werden in Form von Tabletten eingenommen. Sie verhindern die Verengung der Bronchien und wirken gegen Entzündungen in den Atemwegen, indem sie die Aktivität bestimmter körpereigener Entzündungsstoffe (Leukotriene) unterdrücken. So hemmen sie die allergische Früh- und Spätreaktion und dämpfen die Überempfindlichkeit der Bronchien. In ihrer Wirkung, Beschwerden zu lindern (z.B. zur Behandlung von mildem Asthma, Anstrengungs- und Medikamentenasthma infolge Acetylsalicylsäure), sind sie den inhalierbaren Steroiden (inhalativen Glucocorticosteroiden = ICS) allgemein unterlegen. In der Langzeittherapie (einmal täglich eine Tablette) tun sie aber gute Dienste. MontelukastMontelukast
Gehört zu den so genannten Leukotrienhemmern (Anti-Leukotrienen oder Leukotrien-Antagonisten) und wird in Form von Tabletten eingenommen. Es verhindert die Verengung der Bronchien und wirkt gegen Entzündungen in den Atemwegen, indem es die Aktivität bestimmter körpereigener Entzündungsstoffe (Leukotriene) unterdrückt. So hemmt es die allergische Früh- und Spätreaktion und dämpft die Überempfindlichkeit der Bronchien.
wird beispielsweise verordnet, wenn eine Kombination aus CortisonCortison
Dies ist ein Hormon, das der Körper in der Nebenniere auch selber herstellt. Es wird vor allem in Stresssituationen gebildet, reguliert aber auch das Immunsystem und kann überschießende Entzündungsreaktionen abschwächen. Cortison bewirkt ein Abschwellen der Bronchialschleimhaut, verringert die Schleimproduktion, hemmt die allergische Reaktion und vermindert die Überempfindlichkeit (Hyperreagibilität) der Bronchien. Während Cortisontabletten in Abhängigkeit von der Dauer der Einnahme und der Dosis schwere Nebenwirkungen haben können, ist die Inhalation moderner Cortisonsprays auch in der Langzeitanwendung unproblematisch, auch wenn immer wieder in den Medien das Gegenteil behauptet wird.
und Beta-2-Sympathomimetikum zur Asthmakontrolle nicht ausreicht und ist für Kinder ab zwei Jahren mit Asthma der Stufen 2 und 3 zugelassen. Unerwünschte Wirkungen: Selten Kopfschmerz. In Einzelfällen kam es bei der Langzeitbehandlung zur Entzündung von Blut- oder Lymphgefäßen.

Nedocromil

Diese Arznei wird inhaliert. Es hemmt Entzündungszellen und verhindert, dass die Bronchien nach Kontakt mit einem Auslöser sich krampfartig zusammenziehen. So lindert es die Beschwerden, verbessert die Lungenfunktion und hemmt die Überempfindlichkeit der Bronchien. Die Wirkung ist schwächer als die der örtlichen (topischen) Steroide. Keine unerwünschten Wirkungen bekannt.

Omalizumab

Dies sind künstlich hergestellte AntikörperAntikörper
Antikörper werden auch Immunglobuline (Ig) genannt und sind Eiweißstoffe (Glykoproteine), die der menschliche Körper nach Kontakt mit einem Fremdstoff (Antigen) bildet. Diese Antikörper können dann gezielt (in der sogenannten Antigen-Antikörper-Reaktion) an die Antigene binden. Die so entstehenden Immunkomplexe werden dann unschädlich gemacht. Erhöhte Ig-Mengen weisen allgemein auf eine gesteigerte Immunabwehr hin, wie sie bei akuten oder chronischen Infektionskrankheiten (allergischen und parasitären Krankheiten) häufig auftritt. Man unterteilt die Immunglobuline in vier verschiedene Klassen (Ig A, Ig E, Ig G und Ig M). Je nachdem welcher Typ vermehrt vorliegt, erlaubt dies Rückschlüsse auf die vorliegende Krankheit.
gegen die körpereigenen Antikörper ImmunglobulinImmunglobulin
Das sind Antikörper in Form von Eiweißstoffen (Glykoproteine), die der menschliche Körper nach Kontakt mit einem Fremdstoff (Antigen) bildet. Diese Antikörper können dann gezielt (in der so genannten Antigen-Antikörper-Reaktion) an die Antigene binden und die so entstehenden Immunkomplexe unschädlich gemacht werden.
Erhöhte Ig-Mengen weisen auf eine gesteigerte Immunabwehr hin, wie sie bei akuten oder chronischen Infektionskrankheiten (allergischen und parasitären Krankheiten) häufig auftritt. Man unterteilt die Immunglobuline in vier verschiedene Klassen (Ig A, Ig E, Ig G und Ig M). Je nachdem welcher Typ vermehrt vorliegt, erlaubt dies Rückschlüsse auf die vorliegende Krankheit.
E (Ig E). Sie blockieren das Ig E und verhindern dadurch, dass die Mastzellen in Alarm versetzt werden. Dieses Medikament wird ein- bis zweimal im Monat unter die Haut gespritzt (in einer Menge, die vom Körpergewicht und der jeweils vorliegenden Menge an IgE-AntikörpernIgE-Antikörpern
Das sind Antikörper der Klasse E, die gezielt (in der sogenannten Antigen-Antikörper-Reaktion) an bestimmte Antigene andocken können und dann durch eine Brückenbindung an so genannte Mastzellen zu einer Ausschüttung von Histamin führen (siehe auch Allergie vom Soforttyp, Allergietyp I). Dies verursacht eine Entzündungsreaktion. Erhöhte Ig E-Spiegel im Blut treten vor allem bei allergischen und parasitären Krankheiten auf. 
abhängt). Es hemmt die allergische Früh- und Spätreaktion und senkt so den Bedarf an kurzwirksamen Beta-2-Sympathomimetika und Steroiden (Glucocorticosteroide), verringert die Häufigkeit von Verschlechterungsschüben und verbessert die Lebensqualität. Eine Kombination mit allen anderen Asthma-Medikamenten ist möglich.

Die Arznei ist in erster Linie für Patienten mit schwerem anhaltenden Asthma ab 12 Jahren gedacht, die trotz Behandlung mit inhalativen Corticoiden und lang wirkenden Beta-2-Sympathomimetika nicht befriedigend zu kontrollieren sind. Omalizumab wird aber auch eingesetzt bei ausgeprägten allergischen Beschwerden (Nahrungsmittelallergie, Heuschnupfen) und bei ganzjährigem Asthma gegenüber nichtvermeidbaren Auslösern (zum Beispiel Berufsasthma), vor allem wenn es mit anderen Methoden nicht gelingt, die Krankheit unter Kontrolle zu bringen. Unerwünschte Wirkung: eventuell eine Verminderung der Blutplättchen. Omalizumab darf nicht angewendet werden bei nicht-allergischem Asthma, bei Kindern und Schwangeren, sowie bei akuten Verschlechterungsschüben.

Theophyllin

Dieser Wirkstoff entspannt die Bronchialmuskulatur, wirkt aber nur mäßig bronchienerweiternd. Seine Wirkung tritt langsamer und schwächer ein als bei den rasch wirksamen Beta-2-Sympathomimetika. Andererseits hat er auch entzündungshemmende und abwehrdämpfende Effekte (schwächt die asthmatische Spätreaktion ab) und schützt die Bronchien vor Reizen, die zu einer Verkrampfung führen. Günstige Wechselwirkung mit Beta-2-Sympathomimetika bei der Langzeitbehandlung sind ebenfalls bekannt. TheophyllinTheophyllin
Dieser Wirkstoff entspannt die Bronchialmuskulatur, wirkt aber nur mäßig bronchienerweiternd. Andererseits hat er auch entzündungshemmende und abwehrdämpfende Effekte (schwächt die asthmatische Spätreaktion ab) und schützt die Bronchien vor Reizen, die zu einer Verkrampfung führen.
-Präparate werden meist als Retard-Tabletten verwendet, die ihren Wirkstoff erst nach und nach freigeben (retardiert = verzögert) und so über mehrere Stunden einen gleichmäßig hohen Theophyllin-Spiegel im Blut aufrechterhalten.

Unerwünschte Wirkungen: Kopfschmerz, Übelkeit, Unruhe, Krampfanfälle, HerzrhythmusstörungenHerzrhythmusstörungen
Störungen der Herzschlagfolge als Ausdruck einer Störung oder bleibenden Schädigung im Bereich des Reizleitungssystems des Herzens. 
, gestörte Wärmeregulation, bleibende Hirnschäden. Vor allem ältere Menschen vertragen dieses Medikament nicht besonders gut. Aufbau und Ausscheidung der Substanz sind nämlich bei älteren Menschen verlangsamt, bei Kindern, Rauchern und gleichzeitiger Einnahme bestimmter anderer Medikamente hingegen beschleunigt. Darüberhinaus verursacht Theophyllin bei Patienten mit einer Herzkrankheit häufiger Nebenwirkungen als Beta-2-Sympathomimetika.

Darüber hinaus kommen immer wieder neue Medikamente auf den Markt. Hier ist zu beachten, dass Langzeiterfahrungen mit neuen Medikamenten (z.B. hinsichtlich möglicher  Nebenwirkungen) oft noch fehlen und höhere Preise als für herkömmliche Medikamente bezahlt werden müssen. Fragen Sie Ihren Arzt und lassen Sie sich von Ihm beraten. Wenn Sie unsicher sind, können Sie sich außerdem mit anderen Asthmatikern in einer Selbsthilfegruppe austauschen

Autor/Autoren: äin-red