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Leitlinie für COPD-Patienten

Ziel der Patientenleitlinie
Zur Information von Patienten wurden aus dieser Leitlinie 9 wichtige Kernaussagen formuliert. Ziel dieser Patientenleitlinie ist es, die wesentlichen Erkenntnisse über den Zusammenhang zwischen dem Rauchen und der Lungenerkrankung COPD wissenschaftlich korrekt und dennoch verständlich darzustellen.

9 Kernaussagen für COPD-Patienten

  • Tabakrauchen ist weltweit der wesentliche Risikofaktor für die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD).
  • Aber auch Passivrauchen ist ein Risikofaktor für die COPD.
  • Mit dem Tabakrauch aufgenommenes Nikotin besitzt die Eigenschaften einer Droge mit hohem Suchtpotenzial.
  • Rauchende Patienten mit einer COPD weisen eine besonders hohe Nikotinabhängigkeit auf.
  • Eine Tabakentwöhnung ist die wirksamste und kosteneffektivste Einzelmaßnahme, um das Risiko für die Entwicklung einer COPD herabzusetzen und das Fortschreiten der Erkrankung zu stoppen.
  • So zeigt die Tabakentwöhnung positive Effekte auf die gesundheitlichen Beschwerden von COPD-Patienten sowie auf ihre Lungenfunktion und ihre Sterblichkeit.
  • Eine Verbesserung der Lungenfunktion und Minderung der Beschwerden sind hingegen nicht zu erwarten, wenn der Tabakkonsum lediglich reduziert wird.
  • COPD-Patienten, die ihren Tabakkonsum beenden wollen, ist eine Tabakentwöhnung mit psychosozialer und medikamentöser Unterstützung zu empfehlen. Die Effektivität der medikamentösen Entwöhnungshilfen ist durch zahlreiche wissenschaftliche Studien belegt, die z. B. aufzeigen, dass sich durch eine Nikotinersatztherapie die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Tabakentwöhnung in etwa verdoppeln lässt. Studien zur Wirksamkeit einer ausschließlich psychosozialen Unterstützung liegen für COPD-Patienten noch nicht ausreichend vor. Ein Entwöhnungskonzept, das sowohl medikamentöse Unterstützung als auch psychosoziale Unterstützung umfasst, hat sich insbesondere für COPD-Patienten als effektiv erwiesen. 
  • Es lohnt sich immer das Rauchen aufzugeben –  unabhängig vom Alter und ob man bereits COPD-Patient ist oder nicht: Daher sollten COPD-Patienten, die noch rauchen, von ihrem Arzt unabhängig vom Alter klar, deutlich und mit persönlichem Bezug dazu motiviert werden, den Tabakkonsum zu beenden. Weiterhin sollte der Tabakkonsum regelmäßig erfragt und dokumentiert werden.

Experten-Leitlinie „Tabakentwöhnung bei COPD“
Die Experten-Leitlinie „Tabakentwöhnung bei COPD“ finden Sie im Internet unter:
http://www.awmf-leitlinien.de bzw. in der Fachzeitschrift PneumologiePneumologie
Die Atemwegs- und Lungenheilkunde (Pneumologie) ist ein Teilgebiet der Inneren Medizin, das sich mit der Vorbeugung, Erkennung und fachärztlichen Behandlung von Krankheiten der Lunge, der Bronchien, des Mediastinums (Mittelfell) und der Pleura (Rippen- und Lungenfell) befasst.
(2008, Band 62, Seite 255-272).

Wozu Experten-Leitlinien?
Die Experten-Leitlinie „Tabakentwöhnung bei COPD“ soll Ärzten und Psychologen, die COPD-Patienten behandeln, als Entscheidungshilfe über eine angemessene ärztliche Vorgehensweise bei der Tabakentwöhnung dienen. Diese Leitlinie wurde von den wissenschaftlichen Fachgesellschaften und anderen Organisationen, die sich mit der Tabakentwöhnung befassen, gemeinsam entwickelt. Alle in dieser Leitlinie enthaltenen Aussagen sind sorgfältig aus der wissenschaftlichen Datenlage abgeleitet worden. Insofern stellen die Aussagen nicht nur die persönliche Meinung von Experten dar, sondern sind eine objektive Zusammenfassung des derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnisstandes.

Autor/Autoren: äin-red