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Begleitung der Tabakentwöhnung

Befragung und Diagnostik
Für eine gezielte, wirksame und dauerhaft erfolgreiche Tabakentwöhnung ist es wichtig, dass der Therapeut zu Beginn und im Verlauf der Entwöhnungsbehandlung detaillierte Informationen über die Rauchgeschichte und das aktuelle Rauchverhalten des Patienten erhebt. Dazu gehört auch der Einsatz von Kurzfragebögen, mit denen zum Beispiel der Grad der Nikotinabhängigkeit (Fagerström-Test) oder psychische Begleiterkrankungen festgestellt werden können. So ist es beispielsweise wichtig, eine bislang unentdeckte Depression zu erkennen, weil sich die depressiven Symptome beim Nikotinentzug möglicherweise verschlimmern können. In einem solchen Fall kann der Therapeut diesem Risiko (medikamentös und/oder psychotherapeutisch) rechtzeitig entgegenwirken. Außerdem ist es sehr sinnvoll, das konkrete Konsumverhalten mittels Rauchtagebüchern oder standardisierten Fragebögen zum Rauchverhalten systematisch zu erfassen, um die individuell optimalen Ansatzpunkte für die Entwöhnungstherapie zu identifizieren. Auch die Messung von CO-Gehalt in der Ausatemluft oder von Nikotinrückständen im Blut, Speichel oder Urin im Behandlungsverlauf kann im Einzelfall zweckmäßig sein, da die Selbstangaben von Rauchern aus den verschiedensten Gründen häufig ungenau sind.

Motivierende Gesprächsführung
Die übergroße Mehrheit der rauchenden COPD-Patienten möchte aufhören zu rauchen. Um den Rauchstopp aber tatsächlich dauerhaft zu schaffen, bedarf es einer starken und stabilen Motivation. Um sich für die Tabakentwöhnung zusätzlich zu motivieren, ist es hilfreich, sich die Symptome der COPD oder die medizinischen Befunde der Erkrankung in Zusammenhang mit dem Tabakkonsum klar zu machen. Hierbei kann der Arzt mit entsprechenden Erklärungen und Hinweisen wirksam helfen. Schon ein relativ kurzes ärztliches oder therapeutisches Beratungsgespräch (die so genannte „Motivierende Gesprächsführung“) kann die Aufhörmotivation deutlich stärken und den langfristigen Abstinenzerfolg erheblich verbessern.