LUNGENÄRZTE

im Netz

In Zusammenarbeit mit:

Herausgeber:

Die einzelnen Atembewegungen

© Sunny studio - Fotolia.com

Einatmung

Beim Einatmen unterscheidet man Brust- und Bauchatmung. Bei der Brustatmung werden die Zwischenrippenmuskeln beim Einatmen angespannt. Dadurch heben sich die Rippen und damit auch der Brustkorb, und der Brustraum vergrößert sich. Da die Lunge der Brustkorbwand fest anliegt, folgen die elastischen Lungenflügel dieser Ausweitung des Raumes und dehnen sich aus. Die so erweiterten Lungenflügel saugen nun Außenluft an, die über Luftröhre und Bronchien einströmt.

Bei der Bauchatmung (Zwerchfellatmung) wird das Zwerchfell angespannt, das unterhalb der Lunge zwischen der Brust- und Bauchhöhle liegt und die Form einer Doppelkuppel hat. Durch die Anspannung flacht sich die Kuppel ab und der Brustraum wird in Längsrichtung (nach unten) vergrößert. Die am Brustkorb anhaftenden Lungenflügel dehnen sich entsprechend (ebenfalls nach unten) aus und saugen Außenluft an, die in die Lunge einströmt. Da bei der Bauchatmung während der Einatembewegung (Abflachung des Zwerchfells) der Platz unterhalb vom Zwerchfell geringer wird, müssen die Baucheingeweide nach unten verlagert werden und drängen die Bauchwand vor.

Im Allgemeinen werden Brust- und Bauchatmung miteinander kombiniert, sowohl bei tiefer als auch bei oberflächlicher Atmung. Bei Frauen soll die Brustatmung eine größere Rolle spielen als bei Männern - möglicherweise weil sie öfter um eine gute Figur bemüht sind und daher eher darauf achten, ihren Bauch einzuziehen. Mit zunehmendem Alter und damit abnehmender Elastizität des Brustkorbs gewinnt hingegen die Bauchatmung gegenüber der Brustatmung an Bedeutung.

Ausatmung

Beim Ausatmen findet keine aktive Muskelanspannung statt. Das Zwerchfell entspannt sich und dehnt sich wieder als Doppelkuppel nach oben aus, so dass der Brustraum sich wieder verkleinert. Die Lungenflügel werden zurückgedrängt und die Atemluft strömt aus der Lunge heraus. Brustkorb und Bauchmuskeln gehen beim Ausatmen also passiv aufgrund ihrer Eigenspannung (Eigenelastizität) wieder in ihre Ausgangsstellung zurück.

Atembewegungen unter größerer Belastung

Bei verstärkter Einatmung werden das Zwerchfell und die äußeren Zwischenrippenmuskeln zur weiteren Hebung des Brustkorbs kräftig angespannt. Bei besonders hoher körperlicher Belastung oder bei Bronchialasthma und weiteren Lungenerkrankungen werden außerdem die so genannten Atemhilfsmuskeln (Brust- und Schultergürtelmuskeln) eingesetzt. Diese Muskelgruppen können durch bestimmte atemerleichternde Körperstellungen, bei denen der Schultergürtel fixiert wird, ihre optimale Wirkung entfalten. Die auf eine verstärkte Einatmung folgende Ausatmung kann allerdings nicht über die Ruhelage hinaus gesteigert werden (in die Brustkorb und Zwerchfell ja nur passiv zurücksinken).

Eine verstärkte Ausatmung bewirken vor allem die Bauchmuskeln und die inneren Zwischenrippenmuskeln. Die Bauchmuskeln ziehen den Brustkorb nach unten, wodurch sich sowohl der Brustraum als auch der Raum unterhalb vom Zwerchfell verkleinert. Die Baucheingeweide lassen sich jedoch nicht weiter verdrängen und pressen das Zwerchfell nach oben - der Lungenraum wird somit erheblich verkleinert. Zusätzlich können quer verlaufende Bauchmuskeln die Bauchwand einziehen und damit das Zwerchfell noch weiter hinaufziehen.