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Programme zur Tabakentwöhnung

Wozu und wie?
Rauchende COPD-Patienten weisen öfters einen besonders hohen Grad der NikotinNikotin
Mehrere Gründe sprechen dafür, dass die abhängigkeitserzeugende Substanz in Zigaretten das Nikotin ist:
  * Nikotin dringt ins zentrale Nervensystem (ZNS) ein und ist psychoaktiv.
  * Die physiologischen Effekte von Rauchen und gespritztem Nikotin sind identisch.
  * Nikotin funktioniert als „positiver Verstärker". Menschen (und auch Tiere) fügen sich in Experimenten eigenständig Nikotin zu.
  * Das Ablassen vom Suchtstoff (Tabak-Abstinenz) fällt leichter, wenn Nikotin medikamentös zugeführt (substituiert, also ersetzt) wird.
  * Raucher neigen dazu, ihr Rauchverhalten an die verschiedenen Nikotingehalte von Tabakerzeugnissen anzupassen
-Abhängigkeit auf. Für sie sind so genannte Tabakentwöhnungsprogramme sinnvoll und effektiv. Darunter versteht man eine Kombination aus psychologischen, ärztlichen und medikamentösen Maßnahmen. Diese werden i.d.R. in mehreren Gruppensitzungen durchgeführt, die von einem speziell ausgebildeten Experten geleitet werden.

Eine Kombination von medikamentöser Behandlung und Unterstützung durch ein Tabakentwöhnungsprogramm half in Studien mehr COPD-Patienten mit dem Rauchen aufzuhören als eine Nikotinersatztherapie alleine. Ein Tabakentwöhnungsprogramm bietet meist mehrere Gruppen- oder Einzelsitzungen an, die durch einen Psychologen geleitet werden.

Wo und unter welcher Voraussetzung?
Effektive Tabakentwöhnung erfordert eine abgestufte und koordinierte Zusammenarbeit, wobei Hausärzte und Lungenfachärzte zumeist die ersten ärztlichen Anlaufstellen sein werden. Sie werden die Raucher im Allgemeinen nur an spezielle Tabakentwöhnungsprogramme weiterleiten, die entsprechende medikamentöse und psychologische Entwöhnungshilfen und Therapien anbieten. Solche Programme können sowohl im ambulanten und stationären Bereich als auch anlässlich einer Rehabilitation durchgeführt werden.

(Noch-)Rauchen stellt für COPD-Patienten kein Hindernis für eine Rehabilitationsbehandlung dar, wenn der Patient gewillt ist, im Rahmen der Reha-Maßnahmen mit den vorhandenen medikamentösen und nichtmedikamentösen Hilfen einen ernsthaften Versuch der Tabakentwöhnung zu unternehmen.