LUNGENÄRZTE

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Pleurapunktion

Bei einer Punktion der Pleuren (PleuraPleura
Die Lunge wird von den so genannten Pleuren (Lateinisch: Pleura), einer Doppelhaut (auch Brustfell genannt) umgeben. Die äußere Lage des Brustfells nennt man Rippenfell, sie kleidet die Innenfläche des Brustkorbs aus. Die innere Lage des Brustfells, das sogenannte Lungenfell, überzieht die Lungenoberfläche. Beide Häute – Rippen- und Lungenfell - sind glatt und feucht und können daher fast reibungslos gegeneinander gleiten. Der dünne Spalt zwischen ihnen (Pleuraspalt) ist mit etwas Flüssigkeit gefüllt, Luft ist hingegen keine enthalten. Deshalb haften die beiden Häute bei allen Atembewegungen wie zwei feuchte, aufeinander gelegte Glasplatten aneinander. Wegen dieses Flüssigkeitsfilmes kann sich die Lunge nicht von der Brustkorbwand ablösen, sondern gleitet bei allen Bewegungen an ihr entlang. Entsprechend ermöglichen die Pleuren (Rippen- und Lungenfell), dass die Lunge einerseits jede Bewegung des Brustkorbs mitmachen kann, andererseits aber auch Lunge und Brustkorb sich gegeneinander bewegen können - was notwendig ist, damit die Atembewegungen uneingeschränkt ablaufen können.
) wird von einem erfahrenem Arzt unter örtlicher Betäubung des Patienten eine Nadel in den Raum zwischen Rippenfell und Lungenfell (Pleuraspalt) eingeführt.

Die Methode wird durchgeführt, um Untersuchungsmaterial zu gewinnen (diagnostische Anwendung) oder um Flüssigkeitsansammlungen (zum Beispiel  einen PleuraergussPleuraerguss
Angesammelte Zell- und Gewebsflüssigkeiten ergießen sich in den Pleuraspalt zwischen Rippen- und Lungenfell, was die Lungenfunktion beeinträchtigt und damit das Atmen stark erschwert. 
Es kommt also zu einer abnormen Flüssigkeitsansammlung im Brustkorb zwischen Lunge und Rippen. Der Begriff „Wasser in der Lunge“ ist somit nicht korrekt, es handelt sich vielmehr um eine Flüssigkeit, die sich „um die Lunge herum“ angesammelt hat.
 
 
) zu entfernen (therapeutische Anwendung). Meist wird sie unter Ultraschallkontrolle durchgeführt und stellt eine verhältnismäßig einfache und schnelle Möglichkeit dar, um einem Patienten mit ausgedehntem Erguss und Luftnot Erleichterung zu verschaffen. Voraussetzung für eine Punktion der Pleura ist, dass sich im Pleuraraum Flüssigkeit befindet und eine ausreichende Blutgerinnung beim Patienten gegeben ist. Bei einer Punktion sollte nicht mehr als 1000 - 1200 ml abpunktiert werden, da es sonst zu einem Lungenödem kommen kann. Nur in Notfällen wird eine beidseitige Punktion durchgeführt. 

Als mögliche Komplikationen können Infektionen auftreten, dies ist jedoch bei steriler Nadel und guter Hautdesinfektion selten. Zudem ist es möglich, dass es zu einer Verletzung der Lunge (Pneumothorax) kommt (zum Beispiel bei gekammertem Erguss oder bei Punktion im Liegen, seltener bei großem Erguss). Auch Verletzungen von Leber oder Milz sowie Nachblutungen können auftreten.