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Dauermedikamente (Controller)

Cortisonsprays (zum Beispiel mit den Wirkstoffen Beclometason, Budesonid, Flunisolid, Fluticason oder Mometason) gehören zu den inhalativen Glukocortikosteroiden (ICS). Nach dem jetzigen Stand der medizinischen Forschung sind Cortisonsprays die wirkungsvollsten Medikamente, um:

  • die ständige Entzündungsbereitschaft in den Atemwegen abzuschwächen
  • Asthmaanfällen vorzubeugen
  • auf lange Sicht zu erreichen, dass Beschwerden insgesamt seltener und weniger heftig auftreten

Cortison

Dies ist ein Hormon, das der Körper in der Nebenniere auch selber herstellt. Es wird vor allem in Stresssituationen gebildet, reguliert aber auch das ImmunsystemImmunsystem
Das körpereigene Abwehrsystem besteht aus drei Funktionskreisen:
(1) Knochenmark als Bildungsort für Immunzellen.
(2) Verschiedene zentrale Immunorgane wie Thymus (Prägung von T-Lymphozyten) und darmnahe Lymphorgane (für die Prägung von B-Lymphozyten).
(3) Sekundäre Lymphorgane wie Milz, Lymphknoten und Mandeln (Tonsillen).
Man unterscheidet die so genannte humorale Abwehr (über die Körperflüssigkeiten mit darin enthaltenen Antikörpern und Faktoren aus dem so genannten Komplementsystem) und die zellvermittelte Abwehr (mit B- und T-Zellen, Makrophagen, Antigen-präsentierenden Zellen, Granulozyten u.a.).
und kann überschießende Entzündungsreaktionen abschwächen.
Die gute Wirksamkeit von CortisonCortison
Dies ist ein Hormon, das der Körper in der Nebenniere auch selber herstellt. Es wird vor allem in Stresssituationen gebildet, reguliert aber auch das Immunsystem und kann überschießende Entzündungsreaktionen abschwächen. Cortison bewirkt ein Abschwellen der Bronchialschleimhaut, verringert die Schleimproduktion, hemmt die allergische Reaktion und vermindert die Überempfindlichkeit (Hyperreagibilität) der Bronchien. Während Cortisontabletten in Abhängigkeit von der Dauer der Einnahme und der Dosis schwere Nebenwirkungen haben können, ist die Inhalation moderner Cortisonsprays auch in der Langzeitanwendung unproblematisch, auch wenn immer wieder in den Medien das Gegenteil behauptet wird.
-Medikamenten ist in vielen wissenschaftlichen Untersuchungen belegt. Bei dauerhafter Anwendung bewirken sie ein Abschwellen der Bronchialschleimhaut, verringern die Schleimproduktion, hemmen die allergische Reaktion und vermindern die Überempfindlichkeit (HyperreagibilitätHyperreagibilität
Darunter versteht man eine gesteigerte Reaktionsbereitschaft oder Überempfindlichkeit, zum Beispiel der Bronchien gegenüber äußeren Einflüssen wie Kälte, Änderung des Luftdrucks oder der Luftfeuchtigkeit sowie chemischen Reizstoffen (u.a. Senföl, ätherische Öle, Kampfer, Zigarettenrauch). 
) der Bronchien. Durch eine zuverlässige Vorbeugung mit Cortisonspray können Patienten daher nächtliche Husten- und Luftnotattacken, Notfallbehandlungen und Krankenhausaufenthalte vermindern.

Cortison-Medikamente wirken auf lange Sicht und schützen vor Asthmaanfällen. Eine schnell einsetzende, wohltuende Wirkung, wie Sie sie von den bronchienerweiternden Medikamenten (Beta-2-Sympathomimetika) kennen, können Sie vom Cortisonspray allerdings nicht erwarten. Bis zum vollen Wirkungseintritt dauert es mehrere Tage bis Wochen. Dafür aber hält seine Wirkung dank dem Abklingen der Entzündung lange an. Allein wegen seiner vorbeugenden und schützenden Wirkung ist es daher sehr wichtig, es regelmäßig einzunehmen. Es kann gut sein, dass Sie dadurch Ihren Verbrauch an Bedarfsmedikamenten für die akute, schnelle Hilfe verringern können. Denn wenn Ihre Beschwerden abnehmen, müssen Sie auch weniger häufig zu Ihren bronchienerweiternden Medikamenten greifen.

Insgesamt überwiegen beim Cortison also die Vorteile und der Nutzen für den Patienten die möglichen Nebenwirkungen (siehe Nebenwirkungen von Controllern). Es ist das beste Medikament, um die Häufigkeit von Beschwerden und die Gefahr von Asthmaanfällen einzudämmen. Es gibt Cortison nicht nur als Spray sondern auch in Tablettenform (so genannte orale Glucocorticosteroide = OCS). Dazu gehören zum Beispiel Prednisolon und verwandte Wirkstoffe.

Nebenwirkungen von Controllern

Von Cortisonspray: Heiserkeit und Pilzbefall der Mundschleimhaut (Mund-Soor). Dies können Sie vermeiden, indem Sie nach Benutzung des Sprays Ihren Mund ausspülen (unbedingt!), außerdem die Zähne putzen und ggf. etwas essen (z.B. Joghurt). Wenn sie ein Spray häufig oder in großen Mengen benutzen, sollten Sie einen Spacer verwenden. Da beim Inhalieren sowieso nur sehr geringe Mengen an Cortison in den Blutkreislauf und damit in den Körper gelangen, sind Nebenwirkungen, wie man sie von OCS (orale Glucocorticosteroide) kennt, entsprechend selten bzw. gering ausgeprägt.

Auch Cortison, das kurzzeitig in Tablettenform oder einmalig als Spritze beim Asthmaanfall eingesetzt wird, verursacht nahezu keine Nebenwirkungen. Je geringer die eingenommene Menge, desto seltener und schwächer sind die Nebenwirkungen ausgeprägt im Vergleich zur dauerhaften Einnahme von Cortison-Tabletten.  
Nur bei langfristigem und regelmäßigem Gebrauch von Cortison-Tabletten können folgende Nebenwirkungen auftreten: Gewichtszunahme, Anstieg des Blutzuckerspiegels (erhöhtes Risiko für Diabetes), Muskelerkrankungen und Gewebeschwund der Haut (sie wird dünner), Knochenentkalkung (Osteoporose) und Störungen des Mineralhaushalts, Linsentrübung (erhöhtes Risiko für grauen oder grünen Star). Patienten, die OCS (orale Glucocorticosteroide) über lange Zeit einnehmen, sind auch oft emotional labil. Bei Kindern besteht die Gefahr einer Hemmung des Wachstums. Missbildungen in der frühen Schwangerschaft sind eher selten.

Eine regelmäßige Einnahme von Cortison-Tabletten sollte daher nur in einem schweren Asthma-Stadium erfolgen, wenn man den Beschwerden mit anderen Maßnahmen nicht mehr Herr werden kann. Auch sollten Sie, wenn Sie Cortison-Tabletten dauerhaft einnehmen müssen, mit möglichst viel körperlicher Bewegung und einer ausgewogenen Ernährung versuchen, einigen der genannten Nebenwirkungen entgegenzuwirken.

Kinder sollten Cortison in der geringst möglichen Menge und nur als Spray (nicht als Tablette) einnehmen. Grundsätzlich sollte jede Art von Cortisonbehandlung bei Kindern unter ärztlicher (Kinder-pneumologischer) Kontrolle stattfinden, da Glucocorticosteroide das Wachstum hemmen können.