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Asthma bronchiale

Auswirkungen & Prognose

Ein frühzeitiges Erkennen der Erkrankung an Asthma ist besonders wichtig. Erste Anzeichen werden von Betroffenen und Angehörigen allerdings oftmals falsch gedeutet. Zum Beispiel tritt Anstrengungsasthma bei Kindern häufig nur im Sportunterricht auf und wird dann einfach als schlechte Kondition entschuldigt. So vergehen im Durchschnitt fünf Jahre, bevor die Krankheit behandelt wird.

Man kann Asthma zwar nicht heilen, aber die Behandlungsmöglichkeiten heutzutage sind sehr gut. Die Lebensqualität eines Patienten muss also keineswegs eingeschränkt sein. Ist ein Asthma unter Kontrolle und gut behandelt, besteht volle körperliche Leistungsfähigkeit. Etwa 10 % der Olympiasieger in der Leichtathletik haben Asthma. Dabei kann der Patient auch selbst einiges für einen günstigen Krankheitsverlauf tun, indem er richtig und zuverlässig mit seiner Krankheit umgeht (siehe Vorsorge und Asthma-Patientenschulung).

Asthma ist eine chronische, das heißt lang andauernde bzw. lebenslang bestehende Erkrankung. Eine Ausnahme hiervon bildet die Erkrankung bei manchen Kindern: Bei frühzeitiger Erkennung der Krankheit und einer guten, zuverlässigen Behandlung hat eines von drei asthmakranken Kindern die Chance, spätestens im Erwachsenenalter geheilt zu sein. Die übermäßige Abwehrbereitschaft des Körpers bleibt allerdings lebenslang bestehen. 

Im Allgemeinen ist die Prognose von kindlichem Asthma sehr gut. Die meisten Kinder haben nur leichte Beschwerden. In 30 bis 50% der Fälle verschwindet das Asthma in der Pubertät, kann aber im Erwachsenenalter wieder auftauchen. Je schwerer das Asthma in der Kindheit, desto wahrscheinlicher ist es, dass die Betroffenen auch als Erwachsene darunter leiden. Aber auch aus einem leichten Asthma in der Kindheit kann sich in 5 bis 10% der Fälle ein Asthma im späteren Leben entwickeln. Die Lungenfunktion eines Erwachsenen, der als Kind Asthma hatte, ist oft mäßig eingeschränkt.

Auch Erwachsene können durch eine gute Behandlung die anfallsfreien Zeiträume verlängern und ihre Beschwerden lindern. Eine „gute Behandlung" setzt voraus, dass der betroffene Asthmatiker Fachmann für die eigene Erkrankung wird und mit seinem Arzt eine auf ihn persönlich abgestimmte Behandlungsstrategie entwickelt und konsequent verfolgt.

Nur bei unbehandeltem Asthma, insbesondere wenn gegen die Entzündung der Atemwege keine Medikamente eingenommen werden, ist mit zunehmender Krankheitsdauer zu befürchten, dass die Atemwege des Patienten bleibenden Schaden nehmen und dann dauerhafte Beschwerden auftreten. Grundsätzlich können Verschlechterungsschübe und Asthmaanfälle unabhängig davon, wie schnell sie sich entwickeln, schwerwiegend verlaufen und ohne eine geeignete Behandlung sogar zum Tode führen.

Von den rund 30 Millionen Asthmatikern in Europa können dank geeigneter Medikamente und Behandlung rund 70% gut mit ihrer Behandlung leben. 1,5 Millionen Europäer leiden jedoch an schwerem Asthma mit mindestens einem bedrohlichen Anfall pro Woche. Gerade in Westeuropa gibt es immer noch einige Patienten, die aufgrund eines Asthma-Anfalls sterben. An der Spitze liegt Portugal mit jährlich mehr als 8 Todesfällen pro 100.000 Einwohner infolge von Asthma. Aber auch in Deutschland sterben (mit 4-8 von 100.000 Menschen pro Jahr) mehr Patienten an Asthma als in anderen europäischen Ländern (wie zum Beispiel Frankreich: 2-4, Spanien: < 2). Rund 90% dieser Todesfälle könnten durch verbesserte Aufklärung und bessere Behandlung vermieden werden.

Bei angemessener Behandlung sind die Aussichten auf einen günstigen Krankheitsverlauf auf lange Sicht gut. Die Lebenserwartung eines gut behandelten Asthmatikers entspricht derjenigen eines Gesunden. Bleibende Schädigungen des Lungengewebes infolge der Entwicklung einer chronisch-obstruktiven Bronchitis (mit oder ohne Emphysem) sind eher selten.