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Allergietestung auf der Haut

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Auf der Suche nach dem betreffenden Allergieauslöser wird sehr häufig ein Hauttest durchgeführt. Hierbei werden die im Verdacht stehenden AllergeneAllergene
Das sind Stoffe, die vom Immunsystem des Körpers als „fremd" eingestuft und deshalb angegriffen werden, was zu einer übersteigerten Abwehrreaktion (= Allergie mit Überempfindlichkeit des Körpers gegen das jeweilige Allergen) führt.
Man unterscheidet tierische, pflanzliche und chemische Allergene, wobei fast jede Umweltsubstanz eine Allergie auslösen kann. Ein potenzielles Allergen ist eine Substanz, die aufgrund ihrer biochemischen Beschaffenheit häufiger als andere Substanzen eine allergische Reaktion hervorrufen kann.
 
 
 
(zum Beispiel  verschiedene Pollenextrakte bei Heuschnupfen) in die Haut eingebracht (PricktestPricktest
Hauttest zur Bestimmung allergieauslösender Stoffe. Nachdem ein Tropfen der Testsubstanz mit allergieauslösenden Stoffen (Allergenen) auf die Haut aufgebracht wurde (meist auf die Innenseite des Unterarms), drückt der Arzt mit einem stumpfen Impfstempel auf die Haut, ohne dass sie blutet. Zum Vergleich macht er das Gleiche mit einer 0,01-0,1%igen Histaminlösung (Positivkontrolle) und einer Glycerin-Kochsalzlösung (Negativkontrolle).
Der Pricktest weist lediglich nach, ob ein Mensch sensibilisiert ist, d.h. Antikörper gegen die getesteten Allergene aufweist. Über eine allergische Reaktion sagt dieser Hauttest noch nichts aus.
= IntrakutantestIntrakutantest
Verdünntes Bienen- oder Wespengift wird in die Haut gespritzt. Zum Vergleich wird an anderer Stelle eine 0,01-0,1%ige Histaminlösung (Positivkontrolle) und eine Glycerin-Kochsalzlösung (Negativkontrolle) gespritzt. Nach etwa 15 Minuten lässt sich eine allergische Reaktion ablesen. Ein Intrakutantest wird gemacht, wenn der Pricktest negativ war, die Allergie aber weiter besteht. Falls man stark sensibilisiert ist, kann ein Intrakutantest sogar einen anaphylaktischen Schock auslösen.
) oder auf die Haut aufgebracht (Epikutantest = Patchtest). Bei einer vorliegenden SensibilisierungSensibilisierung
Darunter versteht man eine erhöhte Abwehrbereitschaft gegenüber bestimmten Antigenen (Allergenen), die beim ersten Kontakt mit einer Fremdsubstanz ausgelöst wird und zur Bildung von Antikörpern gegen deren Antigene führt (primäre Immunantwort). Beim nächsten Kontakt mit dem Allergen kann dann eine verstärkte Abwehrreaktion erfolgen unter Bildung großer Mengen von passenden Antikörpern gegen die Substanz-Antigene (sekundäre Immunantwort). Hierzu reicht bereits eine geringe Menge des Allergens aus. Eine Sensibilisierung kann vom Arzt mittels Allergietest (Nachweis von Antikörpern) festgestellt werden. Es kommt aber auch vor, dass sich Menschen sensibilisiert haben, ohne allergische Symptome aufzuweisen.
gegen einen der Extrakte zeigt sich innerhalb von 20 Minuten eine Hautrötung oder eine Quaddel (rote, meist juckende Hauterhebung, ähnlich einem Mückenstich) bzw. beim Epikutantest nach frühestens 48 Stunden eine Ekzem-ReaktionEkzem-Reaktion
Auch Dermatitis genannt. Hierunter versteht man eine juckende, schuppende und teils nässende entzündliche Hautveränderung.
(Bläschen und Knötchen). Die Stärke der auftretenden Hautreaktion erlaubt Rückschlüsse auf das Ausmaß der Sensibilisierung, allerdings meist nicht auf die klinische Bedeutung des Allergens.

Harmlose, wenn auch unangenehme Auswirkungen von Hauttests sind Juckreiz und Schwellung an der Teststelle. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn die vermutlich allergieauslösende Substanz bereits im Vorfeld Reaktionen wie einen ausgedehnten Hautausschlag oder Schockreaktionen hervorgerufen hat (zum Beispiel nach Kontakt mit Insektengift oder bestimmten Nahrungsmitteln). In diesem Fall ist der Test nur unter strenger Kontrolle und mit hoch verdünntem Allergen durchzuführen. Notfallmedikamente müssen bereitgehalten werden.

Es gibt eine ganze Reihe von Faktoren, welche die Reaktionsbereitschaft der Haut verändern und damit die Aussagefähigkeit eines Hauttests beeinträchtigen können. Dazu gehören akute Infektionen oder akute allergische Reaktionen, aufgrund derer AntikörperAntikörper
Antikörper werden auch Immunglobuline (Ig) genannt und sind Eiweißstoffe (Glykoproteine), die der menschliche Körper nach Kontakt mit einem Fremdstoff (Antigen) bildet. Diese Antikörper können dann gezielt (in der sogenannten Antigen-Antikörper-Reaktion) an die Antigene binden. Die so entstehenden Immunkomplexe werden dann unschädlich gemacht. Erhöhte Ig-Mengen weisen allgemein auf eine gesteigerte Immunabwehr hin, wie sie bei akuten oder chronischen Infektionskrankheiten (allergischen und parasitären Krankheiten) häufig auftritt. Man unterteilt die Immunglobuline in vier verschiedene Klassen (Ig A, Ig E, Ig G und Ig M). Je nachdem welcher Typ vermehrt vorliegt, erlaubt dies Rückschlüsse auf die vorliegende Krankheit.
u.U. verbraucht bzw. nicht mehr nachzuweisen sind. Verfälscht werden kann ein Test auch durch antiallergisch wirkende oder entzündungshemmende Medikamente. Diese müssen daher früh genug vor dem Test abgesetzt werden. Veränderte Hautregionen (zum Beispiel bei Verhornung oder Ekzem) würden ebenfalls die Aussagefähigkeit des Ergebnisses beeinträchtigen und können daher für die Tests nicht herangezogen werden. Nur in wenigen Fällen kann der Hauttest (Prick- oder Intrakutantest) allein eine behandlungsbedürftige Allergie beweisen.