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Endoskopische Methoden allgemein

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Mit der Endoskopie lassen sich Körperhöhlen und Hohlorgane betrachten. Dazu wird das so genannte   EndoskopEndoskop
Das ist ein röhrenförmiges Instrument mit einer Lichtquelle und einem optischen System, das eine Blickrichtung geradeaus und/oder zur Seite erlaubt. Durch einen Arbeitskanal im Bronchoskop können mit kleinen Geräten Proben entnommen, Medikamente verabreicht, Fremdkörper entfernt und Blutungen gestillt werden.
in eine künstlich (durch einen kleinen Schnitt) geschaffene oder natürlich vorhandene Körperöffnung eingeführt und der zu untersuchende Bereich gespiegelt. Endoskopisch einsehbar sind in der PneumologiePneumologie
Die Atemwegs- und Lungenheilkunde (Pneumologie) ist ein Teilgebiet der Inneren Medizin, das sich mit der Vorbeugung, Erkennung und fachärztlichen Behandlung von Krankheiten der Lunge, der Bronchien, des Mediastinums (Mittelfell) und der Pleura (Rippen- und Lungenfell) befasst.
Brustraum (Thorakoskopie), vorderes MediastinumMediastinum
Das ist der im Brustkorb gelegene Raum zwischen den beiden Lungenflügeln, in dem die Brusteingeweide untergebracht sind - also das Herz, zugehörige Nerven, Gefäße und Lymphknoten. Die Pleuren (Rippen- und Lungenfell), welche die beiden Brustfellhöhlen mit den Lungenflügeln auskleiden, bilden eine Trennwand zwischen Mediastinum und Lunge. Nach vorne und hinten wird dieser Raum vom Brustbein und der Brustwirbelsäule begrenzt, von oben und unten erstreckt er sich etwa ab Höhe des Schlüsselbeins bis hinunter zum Zwerchfell. 
(MediastinoskopieMediastinoskopie
Um die Lymphknoten beurteilen zu können, führt der Arzt dem narkotisierten Patienten über einen kleinen Schnitt oberhalb des Brustbeins ein Endoskop in den Raum zwischen den Lungenflügeln (Mediastinum) ein.
) und die großen Atemwege bis zu den Segment- und Subsegment-Bronchien (Bronchoskopie). Dabei kann die Bronchoskopie unter lokaler Betäubung oder Vollnarkose oder aber (über den Beatmungsschlauch) auch am beatmeten Patienten auf der Intensivstation durchgeführt werden. Bei den meisten endoskopischen Untersuchungen mit lokaler Betäubung wird dem untersuchten Patienten vorher zusätzlich ein BeruhigungsmittelBeruhigungsmittel
Arzneimittel, die Erregungszustände (Unruhe, Angst, Spannung, Verkrampfung) dämpfen, aber die Reaktionsfähigkeit und das Denkvermögen möglichst wenig herabsetzen. Pflanzliche Beruhigungsmittel sind beispielsweise Baldrian-, Hopfen- und Johanneskraut-Präparate. Beruhigungsmittel wirken auf das Schlafzentrum im Gehirn. 
gespritzt.

Die Endoskopie wird zum Teil auch mit anderen medizinischen Methoden kombiniert, wie zum Beispiel mit operativen Eingriffen zur Gewebsentnahme (Biopsie) oder zur Entfernung von Gewebe durch Herausschneiden (Ektomie), oder aber mit einer Röntgenuntersuchung (zum Beispiel  zur Darstellung von Gefäßen in Lunge oder Herz, so genannte endoskopische Angiografie). Eine über natürliche Körperöffnungen durchgeführte endoskopische Untersuchung ist nicht wirklich schmerzhaft, wird jedoch meist als etwas unangenehm empfunden.

Das Risiko einer Endoskopie liegt darin, dass durch die endoskopische Untersuchung Gewebe gereizt oder geschädigt wird. So ist nach einer Endoskopie das Auftreten einer schwachen und in den meisten Fällen ungefährlichen Blutung möglich. Meist kann der Arzt sie bereits mit Hilfe des Endoskops (also noch während des Eingriffes) wieder stillen. Im schlimmsten Fall muss eine Notoperation durchgeführt werden. Des Weiteren können durch die endoskopische Untersuchung - auch bei absolut steriler Arbeitsweise - Keime in den Körper gelangen. Um Infektionen zu vermeiden, werden daher in manchen Fällen vorsorglich Antibiotika verordnet. Das Risiko einer Endoskopie ist insgesamt jedoch verhältnismäßig gering, da sie zu den diagnostischen Standarduntersuchungen und somit zu den routiniert durchgeführten Untersuchungen zählt. Je erfahrener der diagnostizierende Arzt im Umgang mit dem Endoskop ist, desto geringer ist die Gefahr einer Verletzung. Vorteil der Methode ist, dass sie sehr genaue Untersuchungsergebnisse liefert und oftmals aufwändigere Eingriffe ersetzen kann.

Die Endoskopie kann für ganz unterschiedliche Diagnosestellungen in den verschiedenen medizinischen Fachrichtungen eingesetzt werden. In der Pneumologie (Lungenheilkunde) sind drei Anwendungen besonders wichtig: Bronchoskopie, Thorakoskopie und Mediastinoskopie.