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Ursachen

Bronchialast im Querschnitt

Was passiert in den Bronchien eines Asthmatikers?

Bei Asthmatikern herrscht eine ständige Entzündungs- und Abwehrbereitschaft in den unteren Atemwegen (Bronchien und Bronchiolen), die durch bestimmte Einflüsse (Auslöser) noch verstärkt wird. Aufgrund der häufigen Entzündung sind die Bronchien eines Asthmatikers überempfindlich und reagieren auf eigentlich harmlose Reize mit einer heftigen Abwehrreaktion: Sie verengen sich krampfartig, die Schleimhäute in den Bronchialwänden schwellen an und bilden oft übermäßig viel zähen Schleim. Das führt zu pfeifenden und brummenden Atemgeräuschen, trockenem Husten mit zähem glasigen Schleim, der sich nur schwer abhusten lässt, Engegefühl in der Brust und Atemnot.

Demzufolge wird der Durchmesser der Bronchien enger, die Atemluft kann nicht mehr ungehindert ein- und ausströmen (Obstruktion). Dadurch wird die Atemmuskulatur überlastet, was die Hauptursache der Atemnot darstellt. Außerdem ist das Ausatmen ist bei Asthmatikern erschwert. So verbleibt nach jedem Atemzug etwas mehr Luft in der Lunge als normal, bis ein neues Gleichgewicht erreicht ist. In der Folge blähen sich die Lungen mit jedem Atemzug ein wenig mehr auf (akutes Lungenemphysem). Dadurch ist auch das weitere Einatmen erschwert: Je weniger die verbrauchtenLuft, die eigentlich wieder ausgeatmet werden müsste, aus der Lunge herausströmen kann, umso weniger Platz verbleibt in der Lunge, um frische Luft einzuatmen. Zwar ist die Lunge mit Luft aufgebläht, dieser zusätzliche Anteil an Luft ist aber sozusagen nicht atembar. Dies verstärkt die Luftnot.

Recht gut nachempfinden, wie sich ein Asthmatiker während eines Asthmaanfalls fühlen muss, können Sie, wenn Sie versuchen, einige Minuten durch einen Strohhalm zu atmen. Während es noch einigermaßen geht, durch den Strohhalm einzuatmen, ist es schier unmöglich, durch einen Strohhalm schnell genug auszuatmen. Nach kurzer Zeit werden Sie infolge Atemnot abbrechen.

Bei der insgesamt verlängerten Ausatmung kommt es wegen der Verengung der unteren Atemwege zu mehr Reibung und damit zu einer Verstärkung der Strömungsgeräusche: Pfeifen (der Arzt nennt das Giemen) und Brummen sind deutlich zu hören.

Die ständige Entzündungs- und Abwehrbereitschaft der Atemwege macht Asthmatikern nicht durchgehend Beschwerden. Zeitweise sind sie nur wenig oder auch gar nicht beeinträchtigt. Erst der Kontakt mit einem Auslöser verursacht und verstärkt die asthmatischen Beschwerden und kann auch einen Asthmaanfall hervorrufen. Beim Asthma müssen also zwei Dinge zusammenkommen: Eine ständige Entzündungsbereitschaft und ein äußerer Einfluss (Auslöser), der die bestehende Entzündung verstärkt (triggert) und so die asthmatypischen Beschwerden hervorruft.