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Evaluierte Schulungsprogramme

Besonders erfolgreiche Therapiekonzepte sind die folgenden:

ABUS (Asthma Behandlungs- und Schulungs-Programm), das 1985 an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf für erwachsene Patienten entwickelt wurde. Mittlerweile hat sich ABUS auch in verschiedenen anderen Krankenhäusern in Deutschland etabliert.

Während eines fünftägigen stationären Krankenhausaufenthalts werden die folgenden Lerninhalte von einem ausgebildeten Asthmabetreuer in Kleingruppen (höchstens 5 Teilnehmer) vermittelt und individuell eingeübt:

  • Grundlegende Kenntnisse über Atmung und Asthma
  • Anwendung von Peak-Flow-Metern, Dosieraerosolen, Turbohalern und Vorschalthilfen (Spacer)
  • Umgang mit Allergien und Vermeidung von AllergenenAllergenen
    Das sind Stoffe, die vom Immunsystem des Körpers als „fremd" eingestuft und deshalb angegriffen werden, was zu einer übersteigerten Abwehrreaktion (= Allergie mit Überempfindlichkeit des Körpers gegen das jeweilige Allergen) führt.
    Man unterscheidet tierische, pflanzliche und chemische Allergene, wobei fast jede Umweltsubstanz eine Allergie auslösen kann. Ein potenzielles Allergen ist eine Substanz, die aufgrund ihrer biochemischen Beschaffenheit häufiger als andere Substanzen eine allergische Reaktion hervorrufen kann.
     
     
     
  • Vorstellung einzelner Asthma-Medikamente (CortisonCortison
    Dies ist ein Hormon, das der Körper in der Nebenniere auch selber herstellt. Es wird vor allem in Stresssituationen gebildet, reguliert aber auch das Immunsystem und kann überschießende Entzündungsreaktionen abschwächen. Cortison bewirkt ein Abschwellen der Bronchialschleimhaut, verringert die Schleimproduktion, hemmt die allergische Reaktion und vermindert die Überempfindlichkeit (Hyperreagibilität) der Bronchien. Während Cortisontabletten in Abhängigkeit von der Dauer der Einnahme und der Dosis schwere Nebenwirkungen haben können, ist die Inhalation moderner Cortisonsprays auch in der Langzeitanwendung unproblematisch, auch wenn immer wieder in den Medien das Gegenteil behauptet wird.
    , Theophyllin, Beta-2-Sympathomimetika) im medikamentösen Therapieplan
  • Ärztlich kontrollierte Selbstmedikation und Selbstkontrolle
  • Umgang mit Atemwegs-Infekten
  • Sporttreiben mit Asthma
  • Schwangerschaft mit Asthma Urlaubsplanung mit Asthma
  • Kontrolliertes Training für den Notfall (schwere Atemnotanfälle) mit Einbeziehung der unmittelbar betroffenen Familienangehörigen

Luftiku(r)s für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre, der im Kinderkrankenhaus Osnabrück entwickelt wurde. Dies ist ein speziell für die Belange junger Patienten entwickeltes Schulungs- und Behandlungsprogramm, dessen Schulungskosten einige Krankenkassen übernehmen. Daran angeschlossen hat sich auch eine Asthmaakademie, an der Asthmatrainer ausgebildet werden.

SAAT (Strukturiertes Ambulantes Asthma Therapieprogramm) ist ein ambulantes Schulungskonzept, das derzeit in Arztpraxen von Internisten, Allgemeinärzten, Pneumologen in Nordrhein Westfalen angeboten wird. Es ist aus dem ABUS (s.o.) entstanden und wird von der Heinrich Heine Universität Düsseldorf (Klinik für Stoffwechselerkrankungen und Ernährung) betreut. Die Schulungen finden in wöchentlichen Abständen in Kleingruppen (höchsten 5 Teilnehmer) statt, wobei es um die folgenden Lerninhalte geht:

  • Grundsätzliches Wissen über Asthma 
  • Inhalationstechniken
  • Gebrauch eines Dosieraerosols mit Vorschalthilfe (Spacer)
  • Asthma-Tagebuch und Peak-Flow-Meter
  • Medikamente und deren Einsatz (nach dem Ampelschema der Deutschen Atemwegsliga)
  • Verhalten im Notfall (Asthmaanfall)
  • Asthma und Schwangerschaft, Bronchialinfekte, Sport, Urlaubsreisen

NASA (Nationales Ambulantes Schulungsprogramm für erwachsene Asthmatiker) wurde vom Bundesverband der Pneumologen (BdP) in Zusammenarbeit mit der Sektion Prävention und Rehabilitation der Deutschen Gesellschaft für Pneumolgie (DGP) und der Deutschen Atemwegsliga entwickelt. Ziel ist es, eine gemeinsame Grundlage in der Vielfalt der verfügbaren Schulungsprogramme zu schaffen. Das NASA ist eine Art „Baukastensystem" für Schulungsprogramme mit Bezugsquellen und Stundenplan-Vorschlägen. Das zugrundeliegende Konzept beinhaltet:

  • Verschiedene Schulungsprogramme mit Bezugsquelle, die mithilfe eines Karteikartensystems durchgeführt werden können
  • Hinweise auf Lernziele, Erfordernis eines ärztlichen oder nicht-ärztliche Kursleiters
  • Einsatz von medialen Hilfsmitteln und Overhead-Folien sind darin mit angegeben
  • Für die Kursleiter wird ein Leitfaden zur Methodik und Didaktik (Grundlagen des Lehrerverhaltentrainings) angeboten

Angeboten wird zum Beispiel das AFAS (das Ambulante Fürther Asthma Schulungs-Programm), das im Klinikum Fürth (unter Leitung von Prof. Worth) entwickelt wurde und über die Deutsche Atemwegsliga zu beziehen ist. Oder das BRP (Bad Reichenhaller Programm des Patiententrainings Asthma), das in der „Fachklinik für Erkrankungen der Atmungsorgane, Allergien und für Orthopädie" (LVA-Klinik) in Bad Reichenhall durchgeführt wird.

Insgesamt wurden die folgenden Schulungsprogramme von NASA zusammengestellt:

Schulungsprogramm

Zu beziehen über

AFAS (Ambulante Fürther Asthma-Schulung)Deutsche Atemwegsliga, Bad Lippspringe
BDP (Bundesverband der Pneumologen) SchulungsprogrammBundesverband der Pneumologen, Heidenheim
BRP (Bad Reichenhaller Programm)LVA-Fachklinik, Bad Reichenhall
Lebensrhythmus AtmenKlinge Pharma, München
BREATH (CD-Rom)Klinge Pharma, München
More BREATH (CD-Rom)Orion Pharma, Hamburg
Allergie BREATH (CD-Rom)Asta Medica, Frankfurt
Allergien kausal therapieren (Folien oder CD-Rom)Alk-Scherax, Hamburg


Weitere Materialien bietet auch die pharmazeutische Industrie an, zum Beispiel:

 

  • „Lernen, Wissen, Können", Firma Fisons/Köln
  • „Ingelheimer Modell", Firma Boehringer/Ingelheim

Betroffene Patienten, die eine qualitativ gute (und evaluierte) ambulante oder stationäre Schulungspraxis, möglichst in ihrer Wohnortsnähe suchen, sollten sich entweder an ihren behandelnden Arzt wenden oder an den Deutschen Allergie- und Asthmabund. Für ambulante Schulungen übernehmen zumindest einige Privatkassen die Kosten.

Bei der Auswahl einer geeigneten Schulung sind die folgenden Qualitätsmerkmale zu beachten:

  • Möglichst kleine Schulungsgruppen
  • Speziell ausgebildeter Asthmaberater (zum Beispiel Pfleger, Arzthelferin oder Arzt)
  • Strukturierte Lerninhalte, die ein anerkanntes und einheitliches Behandlungskonzept vertreten
  • Eine Nachuntersuchung der Patienten hinsichtlich ihrer Langzeiterfolge in Selbstmanagement und bezüglich des Krankheitsverlaufs ihrer Asthma-Erkrankung (Evaluation)