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Auswirkungen & Prognose

Lungenemphysem. Foto: Dr. Dietmar Kraus, Klinikum Nürnberg

Schreitet die Verengung der Atemwege fort, leidet der Betroffene immer stärker unter Atemnot, anfangs nur bei körperlicher Belastung, später auch im Ruhezustand. Hauptkomplikation ist eine Überbelastung des rechten Herzens (Cor pulmonaleCor pulmonale
Der Begriff stammt aus dem Lateinischen (cor = Herz, pulmo = Lunge). Ein Cor pulmonale entwickelt sich auf Grund einer dauerhaften Erhöhung des Blutdrucks im Lungenkreislauf. Ursache sind chronische Lungenerkrankungen (zum Beispiel Lungenfibrose, Lungenemphysem, COPD). Um den Blutkreislauf dennoch aufrechtzuerhalten, muss das Herz folglich einen noch höheren Druck aufbauen. Dies führt zunächst kompensatorisch zu einer Stärkung der Muskulatur der rechten Herzkammer. In fortgeschrittenen Stadien kann die erforderliche Pumpleistung allerdings nicht mehr ausgeglichen werden, so dass sich eine verminderte Herzleistung (Rechtsherzinsuffizienz) als Ausdruck eines Cor pulmonale einstellt.
) mit Vergrößerung der rechten Herzkammer. Als Folge des Cor pulmonale können zum Beispiel HerzrhythmusstörungenHerzrhythmusstörungen
Störungen der Herzschlagfolge als Ausdruck einer Störung oder bleibenden Schädigung im Bereich des Reizleitungssystems des Herzens. 
und Wassereinlagerungen auftreten. Im fortgeschrittenen Stadium können akute Infektionen der Atemwege lebensbedrohlich werden.

Aufgrund der ständigen Entzündungen in den Atemwegen kommt es zu einer fortschreitenden Zerstörung vor allem der kleinen Bronchialäste und der Lungenbläschen mit Entwicklung eines Lungenemphysems.

Die Lebensqualität der Betroffenen ist vermindert, ihre körperliche Leistungsfähigkeit und ihr psychisches Befinden sind beeinträchtigt. Auch die sozioökonomische Bedeutung der chronisch-obstruktiven Bronchitis und des Lungenemphysems ist groß. Hohe Kosten entstehen durch Arbeitsausfälle, Frühberentung und vermehrte ambulante und stationäre medizinische Behandlungen.

Plötzliche Verschlechterung

Ein Verschlechterungsschub - auch Exazerbation genannt - ist für Patienten mit chronisch-obstruktiven Atemwegserkrankungen die am meisten gefürchtete Bedrohung. Er führt meist zu einer starken Verschlechterung der gesundheitlichen Verfassung, die meist Wochen lang anhält und in schweren Fällen einen Krankenhausaufenthalt erfordert. Studien zeigen, dass sich der weitere Verlauf einer chronisch-obstruktiven Bronchitis mit der Anzahl und Heftigkeit von Verschlechterungsschüben immer negativer entwickelt, was auch eine Verkürzung der Lebenserwartung bedeutet.

Typische Ursachen für eine plötzliche Verschlechterung sind zum Beispiel: Infektionen mit Bakterien oder Viren, seltener auch die Inhalation von Gasen oder Stäuben. Ähnliche Beschwerden können aber auch Herz-Kreislauferkrankungen, Lungenentzündung, Luft im Brustfellraum (Pneumothorax), Lungenkrebs und Nebenwirkungen von Medikamenten verursachen.

Die Verschlechterung macht sich durch eine Zunahme der Atemnot, vermehrtes Husten, Engegefühl in der Brust, Zunahme oder gelblich-grünliche Verfärbung des Auswurfs und gelegentlich durch Fieber bemerkbar. Weitere Symptome sind Schlafstörungen, leichtere Ermüdbarkeit und Gliederschmerzen. Häufig steigt der Bedarf des Patienten an bronchienerweiternden Medikamenten.

Wenn eine Verschlechterung eintritt, ist eine schnelle Behandlung wichtig. Nur so können die Dauer und das Ausmaß des Verschlechterungsschubs eingeschränkt und ein Krankenhausaufenthalt vermieden werden.

Prognose

Bei Rauchern sind das Alter bei Beginn des Nikotinkonsums, die Gesamtanzahl der gerauchten Zigaretten und die Rauchgewohnheiten zum Zeitpunkt der Diagnosestellung entscheidende Kriterien für den weiteren Verlauf der Erkrankung. Die Lebenserwartung der Betroffenen hängt unter anderem vom Grad der Atemwegsverengung ab. Kritisch sind Komplikationen wie etwa Atemwegsinfekte, Lungenentzündungen und Cor pulmonale.