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Krankheitsbild

Im Gegensatz zur einfachen chronischen Bronchitis, die durch schleimig-weißen Auswurf ohne Zeichen einer Verengung gekennzeichnet ist, besteht bei der chronisch-obstruktiven Bronchitis neben einem zähen Auswurf zusätzlich eine Verengung der Bronchien durch Verkrampfung der Bronchialmuskulatur und Schleimhautschwellung. Übergänge zum Asthma kommen vor und sind dann fließend. Die Erkrankung verläuft schwerer, wenn neben den Beschwerden einer chronisch-obstruktiven Bronchitis noch die eines Lungenemphysems hinzukommen.

Typisch ist bei der chronisch-obstruktiven Bronchitis, dass nach jahrelangem morgendlichen Husten mit schleimig-weißem Auswurf (einfache chronische Bronchitis) eine stetig zunehmende, manchmal relativ plötzlich auftretende Belastungsatemnot auftritt. Da die Schleimhäute nach all den Jahren chronischer Reizung vorgeschädigt sind, werden sie leicht von Bakterien befallen, so dass sich akute Infektionen der Bronchien (akute Bronchitiden) häufen, vor allem in der kalten Jahreszeit.

Risikogruppe

Es liegt eine chronische Bronchitis mit dauerhaftem Husten und/oder Auswurf vor. Die LungenfunktionLungenfunktion
ist aber noch normal. Wenn die Schädigungsursache frühzeitig ausgeschaltet wird, bevor sich ein Verschluss der Bronchien und Atemnot einstellen, kann die chronische Bronchitis noch ausheilen.

Leichte Form (Schweregrad I)

Die Beschwerden (Husten mit Auswurf) sind nur geringfügig vorhanden. In der Lungenfunktion lässt sich eine leichte Verengung der Atemwege nachweisen. Die Betroffenen leiden nur bei starker körperlicher Belastung unter Atemnot.

Mittelschwere Form (Schweregrad II)

Die Betroffenen leiden unter täglichem Husten und Auswurf und bekommen bereits bei leichter bis mittelschwerer Belastung Atemnot. Die Einengung ihrer Atemwege ist mittelgradig.

Schwere Form (Schweregrad III)

Betroffene leiden bereits bei geringster Belastung und sogar in Ruhe unter Atemnot. Die Atemwege sind hochgradig verengt. Häufig liegt ein Sauerstoffmangel im Blut vor - anfangs nur bei körperlicher Belastung, mit zunehmender Schwere der Erkrankung auch in Ruhe. Hauptkomplikationen sind eine Überlastung des rechten Herzens (Cor pulmonaleCor pulmonale
Der Begriff stammt aus dem Lateinischen (cor = Herz, pulmo = Lunge). Ein Cor pulmonale entwickelt sich auf Grund einer dauerhaften Erhöhung des Blutdrucks im Lungenkreislauf. Ursache sind chronische Lungenerkrankungen (zum Beispiel Lungenfibrose, Lungenemphysem, COPD). Um den Blutkreislauf dennoch aufrechtzuerhalten, muss das Herz folglich einen noch höheren Druck aufbauen. Dies führt zunächst kompensatorisch zu einer Stärkung der Muskulatur der rechten Herzkammer. In fortgeschrittenen Stadien kann die erforderliche Pumpleistung allerdings nicht mehr ausgeglichen werden, so dass sich eine verminderte Herzleistung (Rechtsherzinsuffizienz) als Ausdruck eines Cor pulmonale einstellt.
), die sich mit HerzrhythmusstörungenHerzrhythmusstörungen
Störungen der Herzschlagfolge als Ausdruck einer Störung oder bleibenden Schädigung im Bereich des Reizleitungssystems des Herzens. 
und mitunter durch Einlagerungen von Wasser in den Beinen bemerkbar macht. Diese Patienten leiden immer unter starkem Sauerstoffmangel und fast immer unter einem erhöhten Kohlendioxidgehalt im Blut (Hyperkapnie). Akute Infektionen der Atemwege können in diesem Stadium lebensgefährlich sein.

In allen Stadien kann sich zusätzlich eine zunehmende Zerstörung des Lungengewebes (Lungenemphysem) entwickeln. Die Gasaustauschleistung der Lunge nimmt dann immer mehr ab, was sich vorwiegend als Sauerstoffmangel (Hypoxämie) bemerkbar macht. In der Praxis finden sich oft zwei klinische Formen wobei Mischformen zwischen beiden nicht selten sind.