LUNGENÄRZTE

im Netz

In Zusammenarbeit mit:

Herausgeber:

Erste Anzeichen & Krankheitsbild

Bei Säuglingen und Kleinkindern treten als erste Anzeichen Atembeschwerden infolge einer Infektion der Atemwege (Infekt-getriggert) auf, ohne dass dabei bereits eine chronische Entzündung oder Überempfindlichkeit der Bronchialschleimhaut vorliegen muss. Das ist dann eigentlich noch kein richtiges Asthma, sondern ein so genanntes intermittierendes Asthma auf der Krankheitsstufe 1. Dies ist besonders oft in der kalten Jahreszeit der Fall, wenn Atemwegsinfektionen sich häufen. Intermittierendes Asthma mit gelegentlichen Beschwerden kann aber auch bei Schulkindern auftreten, nachdem sie kurzzeitig in Kontakt mit „ihrem“ AllergenAllergen
Das sind Stoffe, die vom Immunsystem des Körpers als „fremd" eingestuft und deshalb angegriffen werden, was zu einer übersteigerten Abwehrreaktion (= Allergie mit Überempfindlichkeit des Körpers gegen das jeweilige Allergen) führt.
Man unterscheidet tierische, pflanzliche und chemische Allergene, wobei fast jede Umweltsubstanz eine Allergie auslösen kann. Ein potenzielles Allergen ist eine Substanz, die aufgrund ihrer biochemischen Beschaffenheit häufiger als andere Substanzen eine allergische Reaktion hervorrufen kann.
 
 
 
gekommen sind (z.B. mit einem Tier bei bestehender Tierhaarallergie). Aufmerksam sollten Eltern also werden, wenn ihr Kind besonders oft an Entzündungen der Bronchien (Variant-Asthma) erkrankt und daraufhin noch längere Zeit auffällig atmet (erschwert und/oder pfeifend). Das gilt vor allem für Kinder im Alter von 2 bis 5 Jahren.

Manche Kinder haben oft nur einen trockenen quälenden Husten – als einziges Krankheitszeichen (Bronchitis). Bei anderen Kindern treten Asthmaanfälle überhaupt nur beim Sporttreiben auf (Anstrengungsasthma), während sie sonst keinerlei Anzeichen der Krankheit haben. Solche Beschwerden können – wenn sie unbehandelt bleiben - eine große Belastung sein, zu Angst und Unruhe führen und die Spielmöglichkeiten der Kinder einengen. Deshalb ist es wichtig, den Umgang mit Asthma zu erlernen, um trotzdem gut damit leben zu können.

Neben den auch für Erwachsene typischen Krankheitsanzeichen (anfallsartige Atemnot, Brustenge, trockener Husten,  pfeifende Atemgeräusche) kommen bei Kindern auch im Atemrhythmus auftretende Hauteinziehungen im Brustkorb vor. Um den Schweregrad von Asthma objektiv abschätzen zu können, unterscheiden die Ärzte vier Krankheitsstufen - je nachdem wie oft und welche Beschwerden beim Patienten auftreten. Dabei gelten für Kinder andere Kriterien als für Erwachsene:

Symptome, Beschwerden

Stufe 1Leichtes, gelegentlich auftretendes (intermittierendes) Asthma:

Beschwerden: gelegentlich Husten, leichte Atemnot
Peak-Flow (PEF oder FEV1FEV1
Das so genannte FEV1 (= forciertes expiratorisches Volumen in einer Sekunde) - das ist die Luftmenge, die der Patient mit aller Kraft und möglichst schnell innerhalb einer Sekunde ausatmen kann.
 
 
): über 80% vom Sollwert.
PEF-Werte schwanken um weniger als 20% vom Sollwert.
Intervall (beschwerdefreie Phasen ohne erkennbare Krankheitszeichen,
mit normaler Lungenfunktion, ohne Atmungsbehinderung): > 2 Monate
Stufe 2Leichtes, anhaltendes (geringgradig persistierendes) Asthma:

Beschwerden: nur gelegentlich Atemnot
Peak-Flow (PEF oder FEV1): < 80% vom Sollwert
PEF-Werte schwanken um weniger als 20-30% vom Sollwert
Intervall (beschwerdefreie Phasen): < 2 Monate
Stufe 3Mittelschweres, anhaltendes (mittelgradig persistierendes) Asthma:

Beschwerden: an mehreren Tagen pro Woche, auch in der Nacht auftretend.
Peak-Flow: Peak-Flow (PEF oder FEV1): < 80% vom Sollwert
PEF-Werte schwanken um weniger als 30%.
Stufe 4Schweres, anhaltendes (schwergradig persistierendes Asthma):

Beschwerden: anhaltend, häufig auch in der Nacht auftretend.
Peak-Flow (PEF oder FEV1): < 60% vom Sollwert.
PEF-Werte schwanken um mehr als 30%.