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Medikamente

Bei der Behandlung von erwachsenen Asthma-Patienten machen Pulverinhalatoren mittlerweile 90% des Medikamentenmarktanteils aus. Kleine Kinder können allerdings noch keinen Pulverinhalator anwenden, weil sie das Sprayen noch nicht mit dem Einatmen zeitgleich koordinieren können. Für Kinder unter 6 Jahren gibt es daher spezielle Inhaliergeräte mit einer altersgerechten Inhalationshilfe, so genannte Feuchtinhalatoren oder FCKW-freie Treibgasdosieraerosole mit Spacer oder Gesichtsmaske. Vor der Anwendung wird das Asthmaspray in einen Plastikbehälter umgefüllt, auf den Inhalator oder das Dosieraerosol aufgesetzt (Spacer) und dann über ein Mundstück oder eine Gesichtsmaske eingeatmet. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, einen Vernebler zu benutzen. Beim Inhalieren sind Dosieraerosole mit Spacer gegenüber Pulverinhalatoren vorzuziehen, weil bei ihrer Benutzung weniger Medikamente an der Mundschleimhaut im Rachenraum hängen bleiben.

Kinder sollten CortisonCortison
Dies ist ein Hormon, das der Körper in der Nebenniere auch selber herstellt. Es wird vor allem in Stresssituationen gebildet, reguliert aber auch das Immunsystem und kann überschießende Entzündungsreaktionen abschwächen. Cortison bewirkt ein Abschwellen der Bronchialschleimhaut, verringert die Schleimproduktion, hemmt die allergische Reaktion und vermindert die Überempfindlichkeit (Hyperreagibilität) der Bronchien. Während Cortisontabletten in Abhängigkeit von der Dauer der Einnahme und der Dosis schwere Nebenwirkungen haben können, ist die Inhalation moderner Cortisonsprays auch in der Langzeitanwendung unproblematisch, auch wenn immer wieder in den Medien das Gegenteil behauptet wird.
in der geringst möglichen Menge und nur als Spray (nicht als Tablette) einnehmen. Grundsätzlich sollte jede Art von Cortisonbehandlung bei Kindern unter Kinderärztlicher Kontrolle stattfinden.

Ab Stufe 2 des Asthma-Schweregrads werden Kindern ICS (inhalative  Glucocorticosteroide – also Steroide, die man inhalieren kann) verschrieben. Wenn die medikamentöse Asthma-Kontrolle so nicht ausreicht, wird eine zusätzliche Einnahme von langwirksamen Beta-2-Sympathomimetika empfohlen (eventuell auch in Form eines Kombinationspräparats, obwohl die gegenseitige Wirkungssteigerung dieser Arzneimittelkombination zwar im Erwachsenenalter belegt, aber bei Kindern noch nicht nachgewiesen ist). Als Alternative sind bei Kindern Leukotrien-Antagonisten als Zusatzmedikament zu den ICS das Mittel der Wahl, während das Medikament DNCGDNCG
Dieses Medikament wird inhaliert und wirkt anti-entzündlich. Es hemmt die Signalfreisetzung aus den Mastzellen, verhindert überschießende Abwehrreaktionen und dämpft so die überempfindlichen Bronchien. Nur bei einer dauerhaften Anwendung kann es die Beschwerden und Verschlechterungsschübe verringern. Im akuten Anfall hat es allerdings keine Wirkung. Der Wirkungserfolg von DNCG ist im Einzelfall nicht vorhersagbar und sollte zunächst in einem 6-wöchigen Therapieversuch beobachtet werden. Unerwünschte Nebenwirkung: gelegentlicher Husten. 
in der Asthma-Therapie auch von Kindern immer mehr an Bedeutung verliert.

Anstrengung-/Belastungsasthma

Bei Anstrengungs-/Belastungsasthma ist MontelukastMontelukast
Gehört zu den so genannten Leukotrienhemmern (Anti-Leukotrienen oder Leukotrien-Antagonisten) und wird in Form von Tabletten eingenommen. Es verhindert die Verengung der Bronchien und wirkt gegen Entzündungen in den Atemwegen, indem es die Aktivität bestimmter körpereigener Entzündungsstoffe (Leukotriene) unterdrückt. So hemmt es die allergische Früh- und Spätreaktion und dämpft die Überempfindlichkeit der Bronchien.
als allein anzuwendendes Arzneimittel auch für Kinder zugelassen. Bei Kleinkindern (1-6 Jahre) ist es den langwirksamen Beta-2-Sympathomimetika vorzuziehen. Für Patienten auf Stufe 4 ist es in Deutschland aber noch nicht zugelassen. Inhalative langwirksame Beta-2-Sympathomimetika sollten im Vorschulalter nur ausnahmsweise verschrieben werden, da noch kaum Erfahrung mit der Wirksamkeit und Sicherheit dieser Arzneimittel besteht.

 

Stufenbehandlung von Kindern mit Dauermedikamenten (Controler)

Stufe 1 = Leichtes gelegentliches Asthma

Stufe 2 = Mäßiges Dauerasthma

Stufe 3 = Mittelschweres Dauerasthma

Stufe 4 = Schweres Dauerasthma

Bei Bedarf: SABA zum Inhalieren (auch zur Vorbeugung beim Sport) Keine DauertherapieBei Bedarf zusätzlich: SABA zum InhalierenBei Bedarf zusätzlich: SABA zum InhalierenBei Bedarf zusätzlich: SABA zum Inhalieren (auch zur Vorbeugung beim Sport)
Täglich: Entzündungshemmer (ICS) inhalieren (in niedriger Dosis)
Alternativ: Cromone (DNCG, Nedocromil) oder MontelukastMontelukast
Gehört zu den so genannten Leukotrienhemmern (Anti-Leukotrienen oder Leukotrien-Antagonisten) und wird in Form von Tabletten eingenommen. Es verhindert die Verengung der Bronchien und wirkt gegen Entzündungen in den Atemwegen, indem es die Aktivität bestimmter körpereigener Entzündungsstoffe (Leukotriene) unterdrückt. So hemmt es die allergische Früh- und Spätreaktion und dämpft die Überempfindlichkeit der Bronchien.

Täglich: Entzündungshemmer (ICS) inhalieren (in mittlerer Dosis).

Täglich: Entzündungshemmer (ICS) inhalieren (in hoher Dosis) plus ein inhalatives LABA (ggf. als Kombinationspräparat)
Zusätzliche Optionen:
Dosis des ICS steigern
ODER
Montelukast
ODER
TheophyllinTheophyllin
Dieser Wirkstoff entspannt die Bronchialmuskulatur, wirkt aber nur mäßig bronchienerweiternd. Andererseits hat er auch entzündungshemmende und abwehrdämpfende Effekte (schwächt die asthmatische Spätreaktion ab) und schützt die Bronchien vor Reizen, die zu einer Verkrampfung führen.

ODER
inhalatives LABA
Zusätzlich eine oder mehrere der folgenden Optionen:
Montelukast UND/ODER
verzögertes Theophyllin (in Tablettenform)
Zusätzlich oder als Alternative: ein OCS (gelegentlich oder dauerhaft, in möglichst niedriger Menge)

Abkürzungen:
ICS = Inhalatives Glucocorticosteroid
LABA = (long acting beta-2-agonist) = Lang wirksames Beta-2-Sympathomimetikum
SABA (short acting beta-2-agonist) =Kurz wirksames Beta-2-Sympathomimetikum
OCS = Orales Glucocorticosteroid

Wenn das Kind nicht ansprechbar sein sollte, kann frühzeitig und wiederholt zusätzlich das Anticholinergikum Ipratropiumbromid inhaliert werden (das fertig zusammengemischt mit einer Beta-2-Sympathomimetikum Inhalationslösung erhältlich ist).