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Risikofaktoren

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Bakterielle Infekte, die zu verschiedene Asthma-Formen mit Atemnotbeschwerden führen, treten im frühen Kindesalter (in den ersten drei Lebensjahren) recht häufig auf. Ein Drittel der Kinder sind dann im Alter zwischen 3-6 Jahren beschwerdefrei und haben kein erhöhtes Risiko an Asthma zu erkranken (das sind die so genannten „vorübergehenden Keucher“, aus dem Englischen „transient wheezers“). Ein weiteres Drittel der Kinder leidet hingegen unter immer wiederkehrenden Infektionen, die über das dritte Lebensjahr hinaus anhalten (so genannte „bleibende Keucher“ – „persistent wheezers“). Beim restlichen Drittel der Kinder treten erste Atemwegsverengungen überhaupt erst nach dem dritten Lebensjahr auf. Die beiden zuletzt genannten Gruppen neigen - im Gegensatz zu den „vorübergehenden Keuchern“ – dazu, eine Allergie und auch Asthma zu entwickeln.

Demgegenüber scheinen von Viren verursachte (virale) Infekte im frühen Kindesalter eher vor der Entwicklung von Asthma zu schützen. Je mehr Geschwister und je mehr wiederkehrende virale Infekte eine Familie hat, umso seltener tritt bei den betreffenden Kindern Asthma auf. Eine Ausnahme bildet nur das RS-VirusRS-Virus
Das Respiratorische Syndrom-Virus (RS-Virus) wird durch Kontakt- oder Tröpfcheninfektion übertragen und befällt bevorzugt die Lunge und die Atemwege (den so genannten Respirationstrakt).
, welches (ebenfalls wie Bakterien auch) die Neigung zu Allergien und bronchialer Überempfindlichkeit steigert. Wenn allerdings eine asthmatische Erkrankung bereits vorliegt, können virale Infekte auch generell zu Verschlechterungsschüben führen.

Zu viel Hygiene kann Allergien und damit auch Asthma fördern. Es zeichnet sich ab, dass Asthma in ländlichen Regionen wesentlich seltener auftritt als in städtischen Bereichen. Dabei scheinen Bauernkinder am besten gegen Asthma gefeit zu sein, offenbar weil sie mit mehr Keimen in Kontakt kommen und so einen besseren Immunschutz aufbauen. Ihr Risiko eine allergische Überempfindlichkeit zu entwickeln ist daher um etwa ein Drittel geringer als für Kinder, die zwar im selben Dorf, nicht aber auf einem Bauernhof leben. Aber auch Kinder, die in der Nähe einer vielbefahrenen Straße mit hoher Luftverschmutzung wohnen, haben ein erhöhtes Asthmarisiko.

Ansonsten spielt - wie bei Erwachsenen - eine Vielzahl von verschiedenen Genen bei der Erkrankung an Asthma eine Rolle, wobei auch das Zusammenspiel bestimmter Gene mit Umweltfaktoren entscheidend sein kann (siehe Bronchitiden).