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Vorsorge & Impfschutz

Impfstoffherstellung: Ausfällen der Influenza-Viren

Die einzige vorbeugende Maßnahme zum Schutz vor einer Influenza ist die jährliche Grippe-Impfung. Dabei werden in der Regel inaktivierte Virushüllen (Tot-Impfstoff) gespritzt, auf die das ImmunsystemImmunsystem
Das körpereigene Abwehrsystem besteht aus drei Funktionskreisen:
(1) Knochenmark als Bildungsort für Immunzellen.
(2) Verschiedene zentrale Immunorgane wie Thymus (Prägung von T-Lymphozyten) und darmnahe Lymphorgane (für die Prägung von B-Lymphozyten).
(3) Sekundäre Lymphorgane wie Milz, Lymphknoten und Mandeln (Tonsillen).
Man unterscheidet die so genannte humorale Abwehr (über die Körperflüssigkeiten mit darin enthaltenen Antikörpern und Faktoren aus dem so genannten Komplementsystem) und die zellvermittelte Abwehr (mit B- und T-Zellen, Makrophagen, Antigen-präsentierenden Zellen, Granulozyten u.a.).
mit der Bildung von Antikörpern reagiert, ohne dass eine Grippe-Erkrankung auftritt. Die Art und der Stamm dieser Virushüllen (d.h. die jeweilige  Impfstoff-Zusammensetzung) wird jedes Jahr für die Nord- und Südhalbkugel in Zusammenarbeit mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) neu bestimmt, um immer gegen die derzeit aktuell verbreiteten und zu erwartenden Virusstämme gewappnet zu sein. Meist enthält der Impfstoff Stämme von zwei aktuellen Influenza-A-Subtypen und einen aktuellen Influenza-B-Stamm. Gesunde, erwachsene Impflinge bauen nach einmaliger Injektion im Durchschnitt einen über 80%igen Grippeschutz auf, abhängig von den in der betreffenden Saison tatsächlich auftretenden Viren. Bei den Patienten, die trotz einer Grippe-Schutzimpfung an der Grippe erkranken, ist der Krankheitsverlauf wesentlich milder als bei ungeimpften Patienten.

Jedes Jahr wieder impfen lassen

Die Impfung bietet – auch aufgrund der wandelbaren Viren - nur für eine Grippe-Saison Schutz und muss jedes Jahr wiederholt werden. Die beste Zeit, sich gegen die Grippe impfen zu lassen, sind die Monate Oktober und November - also unmittelbar bevor die Zeit der großen Grippe-Wellen beginnt. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für eine Grippe-Schutzimpfung, die Praxisgebühr fällt bei dieser Vorsorgeleistung nicht an. Kinder können ab dem 6. Lebensmonat gegen Influenza geimpft werden. Die Impfung erfolgt bei Säuglingen und Kleinkindern in den Oberschenkelmuskel, bei Schulkindern und Erwachsenen in den Oberarm. Menschen, die an einer Hühnereiweißallergie leiden, sollten sich nicht impfen lassen.

Neuerdings ist ein Lebend-Impfstoff gegen Influenza A und B auf dem Markt, der gentechnologisch hergestellt wird. Dieser Impfstoff kann als Spray über die Nase verabreicht werden. Die Effektivität dieser Lebendimpfung ist bei Kindern und jungen Erwachsenen mit der herkömmlichen Impfung vergleichbar.

Tip für die Influenza-Impfung bei älteren Patienten: Neben einem geringeren Therapie-Erfolg (etwa 50% im Vergleich zum Durchschnitt) sinkt bei älteren Patienten auch die Dauer des vorhandenen Impfschutzes - sie beträgt nur mehr 3 Monate. Daher sollten ältere Patienten:

  • sich frühestens im Spätherbst impfen lassen oder
  • im Februar ein zweites Mal zum Impfen gehen.

Bedeutsam ist in diesem Zusammenhang auch, dass die bisherigen Influenza-EpidemienEpidemien
Tritt eine Erkrankung örtlich und zeitlich stark gehäuft auf, spricht man von einer Epidemie. Trifft beispielsweise eine neue Variante des wandelbaren Influenza-Virus auf eine Bevölkerungsgruppe, die noch keine Abwehr gegen diesen bestimmten Erreger aufgebaut hat, kann diese Virus-Variante sich schnell verbreiten. Die Ausbreitung stoppt erst, wenn der Erreger Menschen befällt, die z.B. aufgrund einer Grippe-Schutzimpfung Antikörper dagegen gebildet haben.
Das amerikanische Center for Disease Control spricht von einer Grippe-Epidemie, wenn die Todesrate durch Influenza und Lungenentzündung (die so genannte Übersterblichkeit) um mehr als 7,5% höher liegt als in einem durchschnittlichen Winter.
Eine Epidemie bleibt im Gegensatz zur Pandemie auf eine bestimmte Region begrenzt.
meistens im März stattgefunden haben.

Offizielle Impfempfehlungen

Die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Institutes empfiehlt ausdrücklich Impfungen für folgende Personengruppen:

  • Personen über 60 Jahren;
  • Bewohner von Alters- oder Pflegeheimen;
  • Kinder (ab 6 Monaten), Jugendliche und Erwachsene mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung wegen eines Grundleidens, wie z.B. chronische Lungen-, Herz-, Kreislauf-, Leber- und Nierenkrankheiten, Diabetes und anderen Stoffwechselkrankheiten, angeborener oder erworbener Immunschwäche, HIV-Infektion;
  • Personen mit erhöhter Gefährdung, z.B. medizinisches Personal, Personen in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr;
  • Personen, die als mögliche Infektionsquelle für von ihnen betreute ungeimpfte Risikopersonen fungieren können; 
  • bei Schwangeren wird im Fall eines individuell erhöhten Erkrankungsrisikos – bevorzugt im 2. Drittel der Schwangerschaft – zur Impfung geraten.

Die Grippe-Impfung zählt zu einer der verträglichsten Impfungen. Manchmal kommt es nach Impfungen zu leichten grippeartigen Symptome, die aber kein Grund zur Beunruhigung sind und rasch wieder abklingen. Das Auftreten solcher Symptome zeigt vielmehr an, dass das Immunsystem auf die Impfung anspricht.

Impfschutz auf Reisen

Stehen Auslandsaufenthalte an, sollte man bedenken, dass der Winter auf der Südhalbkugel und damit auch die Grippe-Saison während des mitteleuropäischen Sommers stattfindet und sich entsprechend impfen lassen. In den Tropen und Subtropen tritt Grippe das ganze Jahr auf.

Gegen die Vogelgrippe gibt es derzeit noch keinen wirksamen Impfschutz. Es wird daher empfohlen, in den Risikogebieten Asiens bestimmte Verhaltensregeln einzuhalten. Man sollte vor allem den Kontakt zu Geflügel vermeiden und insbesondere auf einen Besuch von Geflügelmärkten verzichten. Ein Verzehr von gut durchgekochten Eiern und Geflügelfleisch kann hingegen als ungefährlich betrachtet werden. Asien-Reisende sollten sich auf jeden Fall trotzdem gegen Influenza impfen lassen, zumal bei an Grippe erkrankten Reisenden sehr schnell der Verdacht auf eine Vogelgrippe entsteht, was amtliche Untersuchungs- und gegebenenfalls Quarantänemaßnahmen bedeuten kann.