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Ursachen & Risikofaktoren

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Die Tuberkulose wird durch Bakterien des so genannten Mycobacterium tuberculosis-Komplex hervorgerufen. Dazu gehören nach heutigem Kenntnisstand die Spezies Mycobacterium (M.) tuberculosis (am häufigsten), M. bovis , M. africanum, M. microti, M. canetti sowie M. bovis BCG (Bacillus Calmette Guérin) - nur die zuletzt genannte Bakterienart ist nicht meldepflichtig. Erkrankungen durch M. bovis, welches früher durch die Milch erkrankter Rinder auf den Menschen übertragen wurde, sind in Deutschland selten geworden. Aufgrund der verbesserten Tier -und Lebensmittelhygiene (Pasteurisieren der Milch) kommt die Rindertuberkulose in Deutschland nicht mehr vor (Ausnahme: Allgäu).

Ansteckungsfähige, d.h. an offener Lungentuberkuloseoffener Lungentuberkulose
Wenn bei der Granulombildung keine Abkapselung stattfindet und das käsige, absterbende Gewebe (Gewebsnekrose) im Zentrum des tuberkulösen Entzündungsprozesses Anschluss an einen Bronchialast (Bronchus) gewinnt, so kann das keimreiche Material abgehustet werden und es kommt zur Ausbildung von Hohlräumen, den so genannten Kavernen. In diesem Fall liegt eine offene Tuberkulose vor. Die betroffenen Patienten sind als hochinfektiös anzusehen, da sie in aller Regel viele Bakterien abhusten. 
erkrankte Patienten geben beim Husten, Sprechen, Singen oder Niesen feinste infektiöse Tröpfchenkerne in die Umgebung ab, welche von ihren Mitmenschen eingeatmet werden können. Die Wahrscheinlichkeit einer Infektion hängt dabei von der Intensität und Dauer des Kontaktes sowie von der abgegebenen Erregermenge, der Infektionskraft (Virulenz) der Bakterien und der Empfänglichkeit der Kontaktperson ab. So erkranken bei intaktem ImmunsystemImmunsystem
Das körpereigene Abwehrsystem besteht aus drei Funktionskreisen:
(1) Knochenmark als Bildungsort für Immunzellen.
(2) Verschiedene zentrale Immunorgane wie Thymus (Prägung von T-Lymphozyten) und darmnahe Lymphorgane (für die Prägung von B-Lymphozyten).
(3) Sekundäre Lymphorgane wie Milz, Lymphknoten und Mandeln (Tonsillen).
Man unterscheidet die so genannte humorale Abwehr (über die Körperflüssigkeiten mit darin enthaltenen Antikörpern und Faktoren aus dem so genannten Komplementsystem) und die zellvermittelte Abwehr (mit B- und T-Zellen, Makrophagen, Antigen-präsentierenden Zellen, Granulozyten u.a.).
nur ca. 5% der Infizierten an einer behandlungsbedürftigen, aktiven Tuberkulose. In den Industrieländern sind Patienten mit verminderter Immunabwehr (zum Beispiel aufgrund einer HIV-Infektion, Tumorerkrankung, immunsuppressiven Therapie, Niereninsuffizienz, Diabetes mellitus etc.) besonders gefährdet, an einer Tuberkulose zu erkranken. In den so genannten Entwicklungsländern ist die Tuberkulose unter anderem deshalb noch viel häufiger, weil Mangel- und Unterernährung sowie schlechte hygienische Bedingungen, vor allem aber die hohen HIV-Raten (z.B. in Subsahara-Afrika) eine Tuberkuloseinfektion begünstigen.