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Prognose & Verlauf

Die Tuberkulose stellte früher eine der schrecklichsten Seuchen dar ("weiße Pest"). Viele Menschen wurden durch sie im wahrsten Sinne des Wortes dahingerafft ("Schwindsucht"). Vor allen Dingen durch Hygienemaßnahmen und eine bessere Ernährung hat die Tuberkulose drastisch abgenommen. Ein weiterer entscheidender Rückgang wurde durch Tuberkulose-wirksame Medikamente erreicht. Allerdings sind auch in Industrienationen wie Deutschland die Auswirkungen der Globalisierung und der dadurch bedingten Migrationsbewegungen mit Zuwanderung von Menschen aus Ländern mit hohem Tuberkulosevorkommen spürbar. So ist die Tuberkulose beispielsweise bei Aussiedlern bzw. Zuwanderern aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion oder anderen Regionen der Erde mit hohen Tuberkuloseraten deutlich höher als bei der in Deutschland geborenen Bevölkerung. Auch die Zunahme resistenterresistenter
Bakterien können eine Resistenz gegen bestimmte Arzneistoffe entwickeln - das heißt, sie werden unempfindlich gegenüber diesen Medikamente. Die Medikamente, vor allem Antibiotika, sind nicht mehr gegen diese Bakterien wirksam.
Resistente Erreger entwickeln sich - insbesondere bei großen Erregermengen - entweder durch spontane Genveränderungen (Mutationen) oder durch selektive Vermehrung (Selektion) von natürlich vorkommenden resistenten Bakterien-Subpopulationen, z.B. aufgrund einer unzureichenden oder zu früh abgebrochenen Therapie.
Tuberkulosestämme - und auch hier sind die Staaten der ehemaligen Sowjetunion besonders betroffen - spiegelt sich in der epidemiologischen Entwicklung in Deutschland wider.

Die unkomplizierte Tuberkulose ist bei ausreichend langer und sachgemäßer medikamentöser Behandlung heilbar, die Gefahr eines Rückfalls ist dann äußerst gering. Die Heilungsaussichten sind umso besser, je zeitiger die Diagnose gestellt und mit der Therapie begonnen wird. Schwere Begleiterkrankungen, wie sie insbesondere bei älteren Patienten häufig auftreten, stellen eine besondere Herausforderung für den behandelnden Arzt da. Daher sollte die Betreuung durch Mediziner mit genügend Erfahrung in der Tuberkulosetherapie erfolgen, insbesondere auch dann, wenn Medikamentenunverträglichkeiten und/oder Resistenzen Abweichungen von der standardisierten Behandlung notwendig machen (siehe auch "Therapie"). Können die Standardmedikamente nicht zum Einsatz kommen, verlängert sich die Behandlung, zum Teil auf eine Dauer von bis zu zwei Jahren. Patienten mit Erregern, die komplizierte Resistenzmuster aufweisen - im schlimmsten Fall mit einer Unwirksamkeit gegen jedes der fünf Standardmedikamente - sind sehr schwierig zu behandeln und ihre Therapie hat deutlich schlechtere Aussichten auf Erfolg.