LUNGENÄRZTE

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Vorbeugung

Reizstoffe meiden

Um Komplikationen vorzubeugen und Verschlechterungsschübe zu umgehen, sollten Patienten ihre Erkrankung ernst nehmen. So sollten sie sich grundsätzlich keinen Reizstoffen aussetzen, die auf die Lunge wirken. Das bedeutet in erster Linie: Verzicht auf Tabakkonsum und Meiden von Passivrauch. Darüber hinaus sollten arbeitsbedingte Luftverunreinigungen, und Schadstoffe am Arbeitsplatz vermieden werden.

Bewegungs- und Atemtherapie

Wenn Emphysem-Patienten ihre körperlichen Aktivitäten aufgrund ihrer Atemnot und geringen körperlichen Belastbarkeit einschränken, tun sie sich nichts Gutes, sondern setzen vielmehr einen Teufelskreis in Gang: Körperliche Schonung führt zu einer noch schlechteren körperlichen Kondition (insbesondere des Herz-Kreislauf-Systems), die Muskeln werden immer schwächer, die Knochendichte nimmt ab und das Risiko für Osteoporose steigt an. Ein Verlust an Mobilität bedeutet aber auch ein Verlust an Unabhängigkeit, von sozialen Kontakten und Lebenszufriedenheit.

Körperliche Aktivität verbessert hingegen das Allgemeinbefinden und das Knochenwachstum. Mitunter sind die durch körperliches Training erzielten Effekte so positiv, dass weniger Medikamente eingenommen werden müssen. Die Höhe der körperlichen Belastung sollte stets mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden. Bewegung an der frischen Luft wie Spaziergänge oder Fahrradfahren sind für fast alle Betroffenen empfehlenswert. Insbesondere bei Untergewicht sollte ein muskelaufbauendes Training durch eine kalorienreiche Ernährung mit fetthaltigen Speisen gefördert werden, selbst wenn der Patient einen erhöhten Cholesterinspiegel (Hypercholesterinämie) hat. Eventuell ist eine Sauerstoffversorgung während körperlicher Belastung notwendig.

Patienten mit chronisch-obstruktiven Lungenerkrankungen sind systematisch aufgebaute Trainingsstunden unter entsprechender Anleitung in so genannten Lungensportgruppen (siehe Links) zu empfehlen. Lungensport hat nichts mit Leistungssport zu tun, sondern ist eine gute Möglichkeit gemeinsam mit anderen Betroffenen aus der eingeschränkten Beweglichkeit herauszufinden, Spaß an sportlicher Betätigung zu haben und in vielerlei Hinsicht davon zu profitieren. Ziel von Lungensport ist:

  • Atem- und Entspannungstechniken zu erlernen
  • Angst vor körperlicher Belastung abzubauen
  • Ausdauer zu trainieren
  • Muskelaufbau und -Kraft zu stärken
  • Bewegungsabläufe und Geschicklichkeit zu verbessern

Auch Physiotherapeuten (Krankengymnasten), die sich auf Atemtherapie spezialisiert haben, können gemeinsam mit dem Patienten einen Trainingsplan erstellen, der dann auch atemtherapeutische Übungen enthält. Wichtig ist es, atemerleichternde Techniken zu erlernen, wie Lippenbremse, Hustentechniken (Bronchialtoilette) und bestimmte atemerleichternde Körperhaltungen. Beim Geh- und Treppensteig-Training werden diese Techniken auch unter körperlicher Belastung eingeübt.

Schutzimpfungen

Patienten mit Lungenemphysem sind besonders anfällig für Atemwegsinfektionen. Deshalb sind regelmäßige Impfungen empfehlenswert. Die Pneumokokken-Schutzimpfung muss alle drei bis fünf Jahre, die Grippe-Schutzimpfung einmal jährlich aufgefrischt werden. Besonders während der kalten Jahreszeit sollten größere Menschenansammlungen möglichst gemieden werden, um Atemwegsinfekten, die hauptsächlich durch Husten und Niesen übertragen werden, aus dem Weg zu gehen.

Besonderen Wert sollten Betroffene auf ein normales Körpergewicht legen. Übergewicht belastet den Körper und kann die Atemnot noch verstärken. Untergewicht erhöht dagegen oft die Anfälligkeit für Infektionen und verlangsamt den Gesundungsprozess, weil der Körper im Ernstfall nichts zuzusetzen hat.