LUNGENÄRZTE

im Netz

In Zusammenarbeit mit:

Herausgeber:

Ursachen

© nito - Fotolia.com

Die häufigste Ursache für ein Emphysem ist Zigarettenrauch oder ein anhaltender Entzündungsprozess (z.B. schwere Virusbronchitis), der ein Ungleichgewicht zwischen bestimmten Eiweißstoffen verursacht. Eiweiß-abbauende Fermente (EnzymeEnzyme
Das sind (für den Stoffwechsel aller Lebewesen) unentbehrliche Eiweißkörper, die als Biokatalysatoren biochemische Vorgänge ermöglichen, sie beschleunigen und in eine gewünschte Richtung ablaufen lassen, ohne selbst dabei verändert zu werden. Es gibt eine große Anzahl verschiedener Enzyme, jedes ist für einen bestimmten Vorgang zuständig. Enzyme funktionieren nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip, das heißt jedes Enzym hat eine spezielle Eiweißstruktur, die es befähigt, den Stoff, dessen Reaktion es steuern soll, gezielt zu erkennen (Substratspezifität). So sind im Organismus gleichzeitig eine Vielfalt von unterschiedlichen Stoffwechselvorgängen möglich. 
) nehmen Überhand und können so die Lungenbläschen im Lauf der Jahre Schritt für Schritt zerstören (siehe auch „Was passiert in den Atemwegen). Chronische Entzündungen, die zu einem Emphysem führen, können zum Beispiel aufgrund einer nicht oder nicht richtig behandelten chronisch-obstruktive Bronchitis auftreten, oder nach langjährigem unkontrolliertem Asthma bronchiale oder nach einer schweren Lungenentzündung.

Wesentlich seltener spielen starke Schadstoffbelastungen in der Umwelt (zum Beispiel Schwefeldioxid, Stickoxide und Ozon) oder am Arbeitsplatz (z.B. Silikate, Holz-, Papier-, Getreide- und Textilstäube) eine Rolle.

Narbenemphysem

Wenn die chronischen Entzündungen auf dem jahrelangen Einatmen von quarzhaltigen Stäuben beruhen, spricht man von einem Narbenemphysem, wobei sich das Emphysem um ein durch das Quarz ausgelöstes Knötchen herum bilden. Solche Veränderungen treten praktisch nur infolge beruflich bedingter, starker Staubexposition auf, wie sie insbesondere beim Kohleabbau, in der Gießerei, im Steinbruch oder bei ähnlichen Belastungen vorkommt. Auch hier wird die Erkrankung stark begünstigt durch Tabakkonsum.

Erbkrankheit

In seltenen Fällen können auch genetische Ursachen zugrunde liegen: Ein Prozent der Emphysem-Patienten leidet unter einem angeborenen Mangel eines bestimmten Eiweißstoffes (Alpha-1-Antitrypsin-Mangel). Nur wenn die Betroffenen rauchen oder ständig Atemwegsinfekte haben, leiden sie bereits in jungen Jahren unter den Beschwerden. Nichtrauchende Träger des angeborenen Defekts erkranken - wenn überhaupt - erst im höheren Alter.

Altersemphysem

Mit zunehmendem Alter nimmt die Elastizität des Bindegewebes allgemein ab, so dass die Scheidewände der Lungenbläschen auch altersbedingt ihre Elastizität verlieren. Daher kennt man auch das so genannte Altersemphysem, das aber - im Gegensatz zu den bisher genannten Emphysemformen - symptomlos und keine Erkrankung ist.

Andere Arten der Lungenüberblähung

Neben dem Lungenemphysem gibt es Unterarten der Lungenüberblähung wie etwa das so genannte großbullöse Emphysem. Dabei handelt es sich um große Blasen, die manchmal nach Entzündungen oder auch angeboren vorkommen. Wenn sie isoliert auftreten, haben sie meist keinen Krankheitswert (Ausnahme: vermehrtes Auftreten von PneumothoraxPneumothorax
Darunter versteht man eine krankhafte Luftansammlung im Brustkorb, genauer zwischen dem inneren Lungenfell (Pleura visceralis) und dem äußeren Lungenfell (Pleura parietalis), wo sich normalerweise keine Luft befinden sollte. Dies führt zu einem in sich Zusammensinken eines Lungenflügels (Kollaps) und dadurch zu einer unzureichenden Atemfunktion der Lunge.
). Sie können aber auch Bestandteil eines generalisierten Lungenemphysems sein. Wenn sie sich weiter ausdehnen, können sie noch gesundes Lungengewebe verdrängen und die Luftnot verstärken. Solche großen Blasen lassen sich relativ leicht durch eine Operation entfernen.