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Krankheitsbild & Ursachen

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Beschreibungen von Husten durch Patienten können sehr unterschiedlich ausfallen und reichen von quälend oder schmerzhaft über bellend bis heiser. Husten kann bevorzugt zu bestimmten Tageszeiten auftreten oder mit bestimmten Begleitumständen zusammenhängen, wie zum Beispiel mit körperlicher Belastung (Sport oder schwere körperliche Arbeit) oder mit dem Essen bestimmter Nahrungsmittel, auf die ein Patient allergisch reagiert. In manchen Fällen tritt Husten anfallsartig auf, in anderen gemeinsam mit Geräuschen beim Ein- oder Ausatmen.

Je nach Erscheinungsform unterscheidet man Reizhusten, produktiven Husten und Bluthusten:

Reizhusten

Hierbei handelt es sich um Husten ohne Auswurf (unproduktiver Husten). Dieser Hustentyp entsteht aufgrund einer Reizung der unteren Atemwege, zum Beispiel durch

  • Fremdkörper
  • Tumore
  • Kehlkopfentzündung (Laryngitis)
  • Entzündung der Luftröhre (Tracheitis)
  • Entzündung der Bronchialschleimhaut (Bronchitis)
  • Schadstoffe (zum Beispiel Staub, Gase, Chemikaliendämpfe)

Auch eine Reizung der oberen Atemwege (Nase, Nasennebenhöhlen, Rachenraum) kann zu einem Husten ohne Auswurf führen. Manche Medikamente (wie beispielsweise ACE-Hemmer, die gegen BluthochdruckBluthochdruck
Laut Hochdruckliga liegt der ideale Blutdruck bei 120/80 mmHg. Bluthochdruck ist eine krankhafte Steigerung des Blutdruckes in den Arterien auf einen systolischen Wert von über 140 mmHg und einen diastolischen Wert von über 90 mmHg. Bluthochdruck ist ein wichtiger Risikofaktor für Gefäßerkrankungen, Nierenschwäche und Herzschwäche.
und Herzinsuffizienz eingenommen werden) verursachen als Nebenwirkung einen Reizhusten. Bei einer kleineren Lungenembolie ist in manchen Fällen Reizhusten das einzige Krankheitsanzeichen.

Produktiver Husten

Darunter versteht man Husten, der mit viel Schleimbildung einhergeht. Seine häufigsten Ursachen sind

Auch bei Asthma oder einer allergischen Erkrankung kommt es aufgrund einer ständigen Entzündungsbereitschaft in den Atemwegen zu einer gesteigerten Schleimproduktion. Normalerweise ist dieser Schleim glasklar. Bei zusätzlichen bakteriellen Erkältungskrankheiten (Sekundär- oder Superinfektionen) wird er dagegen meist gelblich oder grünlich und verklumpt.

Bluthusten

Hier tritt beim Husten ein blutiger Auswurf auf, der die folgenden Ursachen haben kann: 

  • schwere Bronchitis mit Schleimhautblutung
  • Lungenembolie
  • Tuberkulose
  • Lungenkrebs
  • Herzinsuffizienz (Herzmuskelschwäche)

In sehr seltenen Fällen können auch Gerinnungsstörungen, wie sie zum Beispiel der Bluterkrankheit zugrunde liegen oder nach Einnahme von gerinnungshemmenden Medikamenten (Marcumar) auftreten, zu Bluthusten führen.

Je nach Dauer unterscheidet man akuten und chronischen Husten:

Akuter Husten

Er dauert kürzer als drei bis vier Wochen. Am häufigsten sind durch Bakterien oder Viren ausgelöste Infektionen der oberen und unteren Atemwege und Erkältungskrankheiten mit Entzündung der Atemwege (Bronchitis) die Ursache.

Weitere Ursachen für akuten Husten:

  • Allergien, oft auch begleitet von Entzündungen der Nasenschleimhaut (Rhinitis) oder der Nasennebenhöhlen (Sinusitis), der Bindehaut (Konjunktivitis), des Rachens (Pharyngitis) und des Kehlkopfs (Laryngitis)
  • allergisches Asthma
  • akute Vergiftungen durch Schadstoffe (zum Beispiel nach Bränden oder Unfällen am Arbeitsplatz). Häufig folgt in diesem Fall auf die Phase mit akutem Husten eine beschwerdefreie Zeit von sechs bis vierundzwanzig Stunden. Dann tritt erneut Husten auf, wobei eine schwere Vergiftung auch zu einem toxischen Lungenödem oder einer akuten Lungenentzündung (interstitielle Pneumonie oder Bronchiolitis) führen kann.
  • PneumothoraxPneumothorax
    Darunter versteht man eine krankhafte Luftansammlung im Brustkorb, genauer zwischen dem inneren Lungenfell (Pleura visceralis) und dem äußeren Lungenfell (Pleura parietalis), wo sich normalerweise keine Luft befinden sollte. Dies führt zu einem in sich Zusammensinken eines Lungenflügels (Kollaps) und dadurch zu einer unzureichenden Atemfunktion der Lunge.
    , d.h. eine Luftansammlung in der Brusthöhle (zwischen Lungenfell und Rippenfell), die dazu führt, dass der betroffene Lungenflügel teilweise oder vollständig in sich zusammenfällt. Charakteristisch ist plötzlich einsetzende Atemnot, einseitige stechende Schmerzen und trockener Husten.
  • bei einer akuten Lungenembolie haben 50% der Betroffenen akuten Husten.
  • Verschlucken bzw. Einatmen eines Fremdkörpers (siehe Fremdkörperaspiration bei Kindern)

Chronischer Husten

Wenn Husten länger als drei oder vier Wochen anhält, bezeichnet man ihn als chronisch. Er kann unterschiedliche Ursachen haben und sollte immer ärztlich abgeklärt werden. Häufig sind es wiederholte Atemwegsinfektionen (sogenannte kreisende Infektionen), die zu einem lang andauernden Husten führen.

Bei einer Hustendauer von mehr als 3 Monaten muss abgeklärt werden, ob zum Beispiel ein Raucherhusten bzw. eine COPD oder Asthma vorliegt. Zu Dauerhusten kann nicht nur jahrelanges Rauchen, sondern auch eine Schädigung durch Industriestaub führen.

Die wichtigsten Ursachen für chronischen Husten sind:

  • Asthma bronchiale
  • Allergien
  • chronische Bronchitis und COPD (häufig bei Rauchern)
  • chronische Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis)
  • Lungenentzündung
  • Tuberkulose
  • Zerstörung der Lungenbläschen (Lungenemphysem )
  • chronische Vernarbung des Lungengewebes (Lungenfibrose)
  • Nebenwirkung von Medikamenten (z.B. ACE-Hemmer, Betablocker, Kortison)
  • LungenkrebsLungenkrebs
    Das ist der im Brustkorb gelegene Raum zwischen den beiden Lungenflügeln, in dem die Brusteingeweide untergebracht sind - also das Herz, zugehörige Nerven, Gefäße und Lymphknoten. Die Pleuren (Rippen- und Lungenfell), welche die beiden Brustfellhöhlen mit den Lungenflügeln auskleiden, bilden eine Trennwand zwischen Mediastinum und Lunge. Nach vorne und hinten wird dieser Raum vom Brustbein und der Brustwirbelsäule begrenzt, von oben und unten erstreckt er sich etwa ab Höhe des Schlüsselbeins bis hinunter zum Zwerchfell. 
    (Bronchialtumor). Chronischer Husten ist das häufigste Symptom bei der Erstdiagnose eines Bronchialkarzinoms.
  • Stimmbandlähmung
  • Blutstau in der Lunge bei Herzschwäche (Herzinsuffizienz). Hier tritt Husten typischerweise bei körperlicher Anstrengung oder beim Hinlegen auf.
  • Herzinfarkt oder Herzmuskelentzündung
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten (z.B. Milcheiweißunverträglichkeit)
  • Rückfluss von Mageninhalt in die Speiseröhre (Gastroösophagealer Reflux)
  • Fremdkörperaspiration (siehe auch Fremdkörperaspiration bei Kindern  )
  • Pseudokrupp (siehe auch Besonderheiten bei Kindern )
  • Keuchhusten Pertussis (siehe auch Besonderheiten bei Kindern )
  • MukoviszidoseMukoviszidose
    Bei der Erbkrankheit Mukosviszidose, an der in Deutschland rund 8.000 Menschen leiden, führt ein fehlerhaftes Gen dazu, dass der Salz- und Wassertransport der Schleimhäute in Lunge, Darm und anderen Organen verändert ist und dadurch ein abnormal zähflüssiger Schleim in Lunge, Bauchspeicheldrüse und Dünndarm gebildet wird, der die Bronchien und Verdauungswege verstopft. Atemnot, chronischer Husten, aber auch eine gestörte Verdauung und Infektanfälligkeit sind die Folgen. 
     
    (eine erbliche Stoffwechselstörung, die durch die Produktion von zähem Schleim zu Schäden vor allem an Lunge und Bauchspeicheldrüse führt)
  • permanent behinderte Nasenatmung (siehe auch Besonderheiten bei Kindern )

Anhaltender Husten kann auch rein psychisch bedingt sein. Man bezeichnet dies als „psychogener Husten" oder auch als Hustentick. Allerdings wird gerade ein schwer abklärbarer oder schlecht therapierbarer Husten, der eigentlich mulitkausal verursacht ist, von Nicht-Pneumologen mitunter auch als psychogen fehlgedeutet. Fast immer findet man auch bei „psychogenen Husten" eine organische Ursache.