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Besonderheiten bei Kindern

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Bei Kindern besteht die Gefahr, dass Fremdkörper eingeatmet werden, die dann die Atemwege verstopfen. Man nennt dies auch Fremdkörperaspiration. Dabei ist die rechte Lunge häufiger betroffen als die linke. Dies liegt daran, dass der Hauptbronchus im rechten Lungenflügel relativ gerade nach unten verläuft, wohingegen der Hauptbronchus im linken Lungenflügel stärker abgewinkelt ist. Bei älteren Säuglingen und Kleinkindern tritt Fremdkörperaspiration vor allem beim Essen auf. Bei älteren Kindern werden eher Spielzeugteile, Radiergummis oder Stifte verschluckt. Auch bei einer Schreckreaktion oder bei gleichzeitigem Husten und tiefem Einatmen können Fremdkörper eingeatmet werden. SchlaganfallSchlaganfall
Schlaganfälle ereignen sich gehäuft während des Blutdrucktiefs gegen 3 Uhr nachts (midnight stroke) oder während des zweiten Blutdrucktiefs am Nachmittag. Die Krankheitsanzeichen setzen meist plötzlich ein und hängen vom Ort des Infarktes ab. Erste Anzeichen können heftige Kopfschmerzen, ausgeprägte Bewusstseinstrübung bis hin zu Bewusstlosigkeit sein. Es entwickelt sich eine meist im Arm- und Gesichtsbereich betonte einseitige Lähmung. Zunächst ist die gelähmte Seite erschlafft (im Gesicht z.B. als hängender Mundwinkel und Aufblähung der Wange auf der gelähmten Seite beim Ausatmen = "Tabakblasen"), später können auch unkontrollierte Zuckungen hinzu kommen. Eine Hirndurchblutungsstörung ist entweder Folge eines thrombotischen oder embolischen Gefäßverschlusses (ischämischer Hirninfarkt) oder eines spontanen Gefäßrisses mit nachfolgender Einblutung (hämorraghischer Hirninfarkt).
Ischämischer Schlaganfall: Hirninfarkt, der durch eine Blutstauung aufgrund verstopfter Gefäße verursacht wird und deshalb zu einer Unterversorgung der Hirnzellen mit Sauerstoff führt. Ein ischämischer Hirninfarkt auf Grund von Minderdurchblutung eines Endarterienareals bei plötzlichem Gefäßverschluss der Arterie ist mit 80-85% die häufigste Ursache eines Schlaganfalls. 
Hämorraghischer Schlaganfall: Verkalkte Blutgefäße im Gehirn brechen auf, was zu Gehirnblutungen führt. Dabei wird die Blutzufuhr und damit Sauerstoffversorgung der betroffenen Gehirnzellen unterbrochen bzw. abgebrochen und sie sterben ab.
 
 
-Patienten mit bestimmten Lähmungserscheinungen neigen ebenfalls zu Fremdkörperaspirationen.

In der Regel wird der verschluckte Fremdkörper spontan wieder ausgehustet. Im schlimmsten Fall jedoch verstopft er die Atemwege vollständig. Dies kann zu einer Sauerstoffunterversorgung und damit zu einer bleibenden Schädigung des Gehirns oder auch zum Tod führen. Besteht keine Atemnot und kann der Fremdkörper innerhalb von 1 bis 2 Tagen entfernt werden, ist in der Regel keine Nachbehandlung erforderlich. Falls aber bereits eine Entzündungsreaktion eingesetzt hat, ist zusätzlich eine Antibiotikatherapie notwendig.

Anfallsartiger oder anhaltender Husten mit Atembeschwerden bei Kindern schüren den Verdacht auf Fremdkörperaspiration, der unbedingt sofort in einer lungenfachärztlichen Klinik abgeklärt werden sollte. Nicht selten kommt es nach Fremdkörperaspiration zu einem beschwerdefreien Intervall. Hier wird der Husten nach einigen Tagen besser, um dann erst nach Wochen erneut aufzutreten (und zwar meistens im Rahmen einer durch den Fremdkörperverschluss ausgelösten Lungenentzündung). Zur Vorbeugung sollte man darauf achten, dass Säuglinge und Kleinkinder ausschließlich Nahrungsmittel und Spielutensilien erhalten, die für ihre Altersgruppe geeignet sind.

Eine ständig behinderte Nasenatmung, wie sie oft bei Kindern aufgrund häufiger Atemwegsinfekte auftritt, veranlasst zu andauernder Mundatmung und kann damit zu Dauerhusten führen, der vor allem nachts auftritt.

Keuchusten ist eine sehr ansteckende Krankheit, die vor allem bei Kindern auftritt (besonders häufig im Vorschulalter). Sie wird durch das Bakterium Bordetella pertussis übertragen und führt zu Hustenanfällen, die vor allem nachts auftreten. Diese Hustenanfälle werden durch einen von den Bakterien gebildeten Giftstoff (Toxin) ausgelöst. Dieser ist viele Wochen im Körper wirksam - selbst dann noch, wenn keine Bakterien mehr nachweisbar sind bzw. keine Ansteckungsgefahr mehr besteht. Ein bis zwei Wochen nach der Infektion treten die ersten Hustenanfälle vor allem auf, die in den folgenden (etwa vier) Wochen an Häufigkeit und Schwere zunehmen. Typisch sind Anfälle mit stakkatoartigem Husten unter Herausstrecken der Zunge, auf die nach einer kurzen Atempause ein sehr geräuschvolles Einatmen folgt. Im fortgeschrittenen Stadium treten diese Anfälle 5- bis 50-mal oder mehr pro Nacht auf. Nicht selten werden die Hustenanfälle von Erbrechen begleitet. Durch den hohen Druckanstieg kommt es auch vermehrt zu Einblutungen in Haut und Schleimhäute. Diese Krankheitsstufe nennt man konvulsives Stadium. Im letzten Abschnitt (dem so genannten Stadium decrementi nach etwa vier bis sechs Wochen) lassen Häufigkeit und Schwere der Hustenattacken nach. Zusätzlich erschwerend können Lungenentzündung, Krämpfe, Bewusstlosigkeit und Lähmungen dazukommen.

Wenn auch Keuchhusten oft erst im konvulsiven Stadium erkannt wird, können Antibiotika selbst dann noch den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen. Ansonsten helfen Medikamente, die auch bei einem akuten Husteninfekt vorgeschlagen werden. Zur Vorbeugung empfiehlt sich unbedingt eine Schutzimpfung gegen Keuchhusten für Kinder im ersten und zweiten Lebensjahr. Da hierbei nur das Keuchhustentoxin und keine abgeschwächten Erreger verabreicht werden, ist diese Impfung praktisch risikofrei.

Pseudokrupp ist eine Kehlkopfentzündung mit Schleimhautschwellung unterhalb der Stimmbänder, die am häufigsten bei Kindern bis zum Schulalter auftritt. Auslöser sind praktisch immer Infektionen durch bestimmte Viren. Typisch sind plötzlich und hauptsächlich nachts auftretender, bellender Husten (Krupp-Husten), Heiserkeit, pfeifende Geräusche beim Einatmen und geschwollene Schleimhäute von Kehlkopf, Luftröhre und Bronchien. In schweren Fällen besteht deutliche Atemnot. Zur Behandlung helfen frische Luft und im Zimmer aufgehängte, nasse Tücher zur Anfeuchtung der Raumluft. Reichen diese Maßnahmen nicht aus, empfiehlt sich die Anwendung kortisonhaltiger Zäpfchen oder in schweren Fällen die Inhalation von abschwellenden Nasentropfen, die sich mittels Sprühflasche in den Mund sprühen lassen. Wichtig ist auch, die Kinder zu beruhigen. Denn Schreien verstärkt die Luftnot erheblich.