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Allergien und die damit verbundenen Krankheitsbilder wie allergisches Asthma, Heuschnupfen, allergischer Schnupfen oder Neurodermitis haben in den letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen. Sie sind eine wahre Volkskrankheit geworden und werden bereits als die EpidemienEpidemien
Tritt eine Erkrankung örtlich und zeitlich stark gehäuft auf, spricht man von einer Epidemie. Trifft beispielsweise eine neue Variante des wandelbaren Influenza-Virus auf eine Bevölkerungsgruppe, die noch keine Abwehr gegen diesen bestimmten Erreger aufgebaut hat, kann diese Virus-Variante sich schnell verbreiten. Die Ausbreitung stoppt erst, wenn der Erreger Menschen befällt, die z.B. aufgrund einer Grippe-Schutzimpfung Antikörper dagegen gebildet haben.
Das amerikanische Center for Disease Control spricht von einer Grippe-Epidemie, wenn die Todesrate durch Influenza und Lungenentzündung (die so genannte Übersterblichkeit) um mehr als 7,5% höher liegt als in einem durchschnittlichen Winter.
Eine Epidemie bleibt im Gegensatz zur Pandemie auf eine bestimmte Region begrenzt.
des 21. Jahrhunderts bezeichnet. In den westlichen Industrienationen ist die Verbreitung bereits heute besonders hoch, doch auch international steigen die Erkrankungszahlen, derzeit vor allem in den Entwicklungsländern.

Seit Mitte der 70er Jahre (als man begann, Blutproben auf Ig E -Spiegel hin zu untersuchen) nehmen AtopienAtopien
Als Atopie bezeichnet man, die erblich bedingte Veranlagung eine Allergie wie Asthma, Heuschnupfen oder Neurodermitis (Atopische Dermatitis oder auch endogenes Ekzem) zu entwickeln. Das körpereigene Abwehrsystem reagiert übermäßig heftig auf eigentlich harmlose Stoffe in der Umwelt (Allergene). Der Begriff atopisch kommt aus dem Griechischen für ohne Ort, nicht zuzuordnen, verlegt, versetzt, verrückt.
 
 
unter Erwachsenen um durchschnittlich 4,5% pro Jahrzehnt zu. Kurz nach der Wende gab es im Westen von Deutschland mit einem Anteil von 5-8% noch doppelt so viele Allergiker wie im Osten. Seit 2000 hat sich dieser Unterschied angeglichen und es gibt deutschlandweit etwa 25% Allergiker. Insbesondere an Heuschnupfen leidet in Deutschland mittlerweile jeder Vierte. Vor allem Kinder sind immer häufiger von Allergien betroffen. Aber auch bei Erwachsenen verbreiten sich die überschießenden Abwehrreaktionen immer stärker. Ihre Empfindlichkeit gegenüber AllergenenAllergenen
Das sind Stoffe, die vom Immunsystem des Körpers als „fremd" eingestuft und deshalb angegriffen werden, was zu einer übersteigerten Abwehrreaktion (= Allergie mit Überempfindlichkeit des Körpers gegen das jeweilige Allergen) führt.
Man unterscheidet tierische, pflanzliche und chemische Allergene, wobei fast jede Umweltsubstanz eine Allergie auslösen kann. Ein potenzielles Allergen ist eine Substanz, die aufgrund ihrer biochemischen Beschaffenheit häufiger als andere Substanzen eine allergische Reaktion hervorrufen kann.
 
 
 
steigt stetig an, wie englische Wissenschaftler in einem Experiment mit Männern (40-64 Jahre) feststellten (siehe BMJ 2005, Band 330, Seite 1187): Während 1975 noch 30% der Probanden auf ein Gemisch aus elf Allergenen allergisch reagierten, waren es 1998 bereits 42%.

Weltweit leiden zur Zeit 20% der Kinder unter Allergien. Etwa 22% der Weltbevölkerung haben allergischen Schnupfen (Rhinitis) und 300 Millionen sind Asthmatiker. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) könnten im Jahr 2010 schon 40-50% der Weltbevölkerung eine entsprechende Allergieform entwickeln. 1960 gab es lediglich 3% Allergiker, 1995 waren es bereits rund 30%. Wissenschaftler befürchten, dass in wenigen Jahrzehnten weltweit jeder an einer Allergie leiden wird. Dabei sind Allergien keine Bagatell-Erkrankung: An Asthma sterben weltweit mehr als 180.000 Menschen jährlich, davon 2700 Menschen in Deutschland. Auch eine Überempfindlichkeit gegen Insektengift kann tödlich verlaufen. 2-3% der Deutschen sind gegen Bienen- und Wespengift allergisch.