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Was ist Nikotinsucht?

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In der Summe geht die Gesundheitsgefährdung durch das Rauchen vor allem von einem Teil der über 4000 gesundheitsschädigenden, chemischen Substanzen im Tabakrauch aus. NikotinNikotin
Mehrere Gründe sprechen dafür, dass die abhängigkeitserzeugende Substanz in Zigaretten das Nikotin ist:
  * Nikotin dringt ins zentrale Nervensystem (ZNS) ein und ist psychoaktiv.
  * Die physiologischen Effekte von Rauchen und gespritztem Nikotin sind identisch.
  * Nikotin funktioniert als „positiver Verstärker". Menschen (und auch Tiere) fügen sich in Experimenten eigenständig Nikotin zu.
  * Das Ablassen vom Suchtstoff (Tabak-Abstinenz) fällt leichter, wenn Nikotin medikamentös zugeführt (substituiert, also ersetzt) wird.
  * Raucher neigen dazu, ihr Rauchverhalten an die verschiedenen Nikotingehalte von Tabakerzeugnissen anzupassen
ist darunter aber der gefährlichste Einzelstoff, denn Nikotin ist: Sucht erregend, potenziell Krebs fördernd und giftig.

Sucht erregend

Nikotin ist nachweislich für Veränderungen im Gehirn verantwortlich und macht abhängig. Chemisch gesehen handelt es sich um ein so genanntes AlkaloidAlkaloid
Das sind „alkaliähnliche" (basische) Pflanzenstoffe, die Stickstoff (N) enthalten und salzartig an pflanzliche Säuren gebunden sind. Sie haben i.A. eine starke, meist sehr spezielle (spezifische) Wirkung auf den Organismus.
, das in den Blättern der Tabakpflanzen und in einigen anderen Nachtschattengewächsen vorkommt. Diese Substanz hat ein ähnlich hohes Suchtpotential wie Kokain oder Morphin.

Potenziell Krebs fördernd

Seit 2003 vermutet man, dass nicht nur Teer und andere Inhaltsstoffe, sondern auch das im Tabak enthaltene Nikotin Krebs fördernd ist. Denn die Substanz selbst und die aus ihr im Körper entstehenden Abbauprodukte aktivieren innerhalb weniger Minuten einen Mechanismus, der den programmierten Zelltod (Apoptose) verhindert. Der Körper kann dadurch unkontrolliert wachsende Zellen nicht mehr gezielt absterben lassen, was die Entstehung und das Voranschreiten von Krebs fördert (Quelle: Journal of Clinical Investigation, Bd.111, S.81, 2003).

Giftig

Außerdem ist Nikotin ein starkes Gift, welches das gesamte Gefäß- und Nervensystem angreift. Zwischen 40 und 60 Milligramm Nikotin können bereits ausreichen, um einen Menschen zu töten. Allerdings wird diese Dosis beim Rauchen nicht erreicht, weil die in einer Zigarette enthaltene  Alkaloid -Menge zum einen nicht vollständig aufgenommen wird und zum anderen im Organismus schnell wieder abgebaut wird.

Eine erste oder ungewohnt hohe Nikotinzufuhr führt sehr häufig zu Vergiftungserscheinungen wie erhöhtem Speichelfluss und Schwindelgefühl, manchmal auch zu Übelkeit mit Erbrechen, Kopfschmerzen und Herzjagen bis hin zu Bewusstseinsstörungen. Fatalerweise gewöhnt sich der Körper aber schnell an das Nikotin, und die unangenehmen Nebenwirkungen treten immer mehr zugunsten seiner psychischen Wirkung in den Hintergrund: In niedrigen Dosen wirkt die Substanz anregend, in höheren Dosen beruhigend und muskelentspannend. Sie erzeugt - zumindest für kurze Zeit - Glücksgefühle und steigert subjektiv die Konzentration (siehe Ursachen). Der Genuss von Nikotin mildert zudem Hungergefühle, Angstgefühle, Stress, Unruhe und Aggressionen.