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Sei es aus Neugier oder weil sie dazu gehören wollen: Heutzutage kommen Kinder in Deutschland bereits mit 11 bis 13 Jahren zum ersten Mal mit NikotinNikotin
Mehrere Gründe sprechen dafür, dass die abhängigkeitserzeugende Substanz in Zigaretten das Nikotin ist:
  * Nikotin dringt ins zentrale Nervensystem (ZNS) ein und ist psychoaktiv.
  * Die physiologischen Effekte von Rauchen und gespritztem Nikotin sind identisch.
  * Nikotin funktioniert als „positiver Verstärker". Menschen (und auch Tiere) fügen sich in Experimenten eigenständig Nikotin zu.
  * Das Ablassen vom Suchtstoff (Tabak-Abstinenz) fällt leichter, wenn Nikotin medikamentös zugeführt (substituiert, also ersetzt) wird.
  * Raucher neigen dazu, ihr Rauchverhalten an die verschiedenen Nikotingehalte von Tabakerzeugnissen anzupassen
in Kontakt. Dank der vielen Zusätze im Tabak schmeckt die erste Zigarette weit weniger abschreckend als noch vor einigen Jahren. Vordergründig nimmt der Raucher nur das Glücksgefühl wahr, welches das Nikotin bei ihm auslöst.

Das AlkaloidAlkaloid
Das sind „alkaliähnliche" (basische) Pflanzenstoffe, die Stickstoff (N) enthalten und salzartig an pflanzliche Säuren gebunden sind. Sie haben i.A. eine starke, meist sehr spezielle (spezifische) Wirkung auf den Organismus.
wird beim Rauchen in den Rauchhauptstrom freigesetzt, gelangt durch Inhalieren an Teerpartikel gebunden in die Lunge und von dort in den Blutkreislauf. Bereits einige Sekunden später erreichen die Nikotinmoleküle das Gehirn, lagern sich an bestimmte Nervenzellen an und beeinflussen deren Aktivität. Nikotin ist eine so genannte psychotrope Substanz, denn sie beeinflusst die Psyche sowie psychische Funktionen. So wirkt sie unter anderem auf das „Belohnungszentrum" im Gehirn, aber auch auf den Bereich, in dem Funktionen wie Lernen, Gedächtnis und Aufmerksamkeit angesiedelt sind (präfrontaler Cortex). Rauchen macht glücklich und steigert gleichzeitig subjektiv die Konzentrationsfähigkeit - zumindest für kurze Zeit, denn die Wirkung geht schnell wieder vorüber.

Bei einer regelmäßigen Nikotinaufnahme bilden die Nervenzellen immer mehr Bindungsstellen (Rezeptoren) für die psychotrope Substanz, so dass es beim Ausbleiben der Nikotinzufuhr zu Entzugserscheinungen kommt.

Mögliche Entzugssymptome bei Rauchern, die versuchen, auf Nikotin zu verzichten:

  • heftiges Verlangen nach Tabak
  • Gereiztheit, Frustration
  • Angstgefühle, Depression
  • Schwierigkeiten sich zu konzentrieren
  • Unruhe, Ungeduld
  • Kopfschmerzen
  • Schläfrigkeit, Schlaflosigkeit
  • Gesteigerter Appetit, evt. Folge: Gewichtszunahme
  • Darmträgheit, Verstopfung

Der Griff zur Zigarette erfolgt also nicht nur aus „Macht der Gewohnheit", sondern auch aus körperlichen und psychischen Gründen. Dabei ist immer noch umstritten, wie hoch der Anteil der physischen Abhängigkeit bei der Nikotinsucht tatsächlich ist.

Die Lust auf eine Zigarette kann - besonders in Stress- oder Entspannungssituationen - noch Monate bis Jahre bestehen bleiben. Dabei handelt es sich dann allerdings um keine pharmakologischen Entzugserscheinungen mehr, sondern eher um angenehme Erinnerungen an das Rauchen in früheren Zeiten. Insbesondere unter Alkoholeinfluss sinkt die Hemmschwelle erheblich, was den eisernen Vorsatz, nie wieder zur Zigarette zu greifen, aufs Spiel setzen kann. Rückfälle sind dann besonders wahrscheinlich. Je größer aber der zeitliche Abstand vom Rauchstopptag wird, desto mehr lassen die Entzugserscheinungen und das „craving" (heftiges Verlangen nach Zigaretten) nach.