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Krankheitsbild

Das suchthafte bzw. süchtige Verlangen nach NikotinNikotin
Mehrere Gründe sprechen dafür, dass die abhängigkeitserzeugende Substanz in Zigaretten das Nikotin ist:
  * Nikotin dringt ins zentrale Nervensystem (ZNS) ein und ist psychoaktiv.
  * Die physiologischen Effekte von Rauchen und gespritztem Nikotin sind identisch.
  * Nikotin funktioniert als „positiver Verstärker". Menschen (und auch Tiere) fügen sich in Experimenten eigenständig Nikotin zu.
  * Das Ablassen vom Suchtstoff (Tabak-Abstinenz) fällt leichter, wenn Nikotin medikamentös zugeführt (substituiert, also ersetzt) wird.
  * Raucher neigen dazu, ihr Rauchverhalten an die verschiedenen Nikotingehalte von Tabakerzeugnissen anzupassen
von Frauen und Männern geht häufig auf recht unterschiedliche Motivationen zurück: Demnach greifen Frauen hauptsächlich zur Zigarette, um Verstimmungen und Depressionen abzudämpfen. Außerdem macht beinahe jede dritte Raucherin vom sättigenden Effekt des Nikotins Gebrauch, um sich mit weniger Essen zufrieden zu geben und so ihr Gewicht halten zu können. Männer hingegen benutzen Nikotin bzw. Zigaretten, um sich zu belohnen und um vergangene positive Erlebnisse beim Rauchen wiederzuerleben. Nur jeder achte raucht, um nicht dick zu werden.

Der "Nikotin-Flash" (das heißt: das schnelle Anfluten der Nikotin-Wirkung im Gehirn innerhalb von 7 Sekunden) verursacht zwar keinen Rauschzustand wie etwa Alkohol, er hilft aber - subjektiv und kurzzeitig - bei Stress und gegen Langeweile. Fällt der "Flash" weg, kann es früher oder später zu Entzugserscheinungen kommen - wie Nervosität, mürrische oder depressive Stimmung, Aggressivität, Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen, starkes Rauchverlangen und gesteigerter Appetit.

Entwöhnungstherapien, die gleichzeitig physische und psychische Prozesse berücksichtigen, können die Erfolgschancen für den Ausstieg um bis zu 50 Prozent erhöhen.