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Therapie

Wer es schafft, auf das Rauchen zu verzichten, tut seinem Körper von der ersten Minute an nur Gutes  Die Angebote für eine Raucherentwöhnung sind vielfältig. Sie reichen von der "Schlusspunkt-Methode" bis zur Nikotinersatztherapie oder der Anti-Raucher-Pille. Allerdings ist bei allen Ausstiegsversuchen der eigene Wille entscheidend. Wenn der fehlt, kann es nicht klappen! Motivieren Sie sich selbst mit Ihren persönlichen, guten Gründen die dafür stehen, mit dem Rauchen endlich aufzuhören.

Die höchsten Abstinenzraten erzielen mittel- und langfristig die medikamentös gestützten Raucherentwöhnungsprogramme in Kombination mit verhaltenstherapeutischen Selbstkontrollen.

Schlusspunkt-Methode

Von einem Tag auf den anderen keine einzige Zigarette mehr anrühren: Mit reiner Willenskraft versuchen es rund 80 Prozent aller Raucher. Doch ohne begleitende Maßnahmen wie Beratungen, Selbsthilferatgeber und Nikotinersatztherapie hat diese Methode mit fünf Prozent die niedrigste Erfolgsquote.

Nikotinersatztherapie

Mit Hilfe nikotinhaltiger Präparate - sei es mit Kaugummis, Pflastern oder Nasensprays - kann der angehende Nicht-Raucher in der ersten Phase des Rauchstopps seinem Körper das NikotinNikotin
Mehrere Gründe sprechen dafür, dass die abhängigkeitserzeugende Substanz in Zigaretten das Nikotin ist:
  * Nikotin dringt ins zentrale Nervensystem (ZNS) ein und ist psychoaktiv.
  * Die physiologischen Effekte von Rauchen und gespritztem Nikotin sind identisch.
  * Nikotin funktioniert als „positiver Verstärker". Menschen (und auch Tiere) fügen sich in Experimenten eigenständig Nikotin zu.
  * Das Ablassen vom Suchtstoff (Tabak-Abstinenz) fällt leichter, wenn Nikotin medikamentös zugeführt (substituiert, also ersetzt) wird.
  * Raucher neigen dazu, ihr Rauchverhalten an die verschiedenen Nikotingehalte von Tabakerzeugnissen anzupassen
zuführen, das er durch jahrelanges Rauchen gewöhnt ist. Dadurch werden die Entzugserscheinungen in der ersten (schwierigsten) Zeit gemildert, ein Rückfall kann eher vermieden werden. Die jeweilige Dosierung richtet sich u.a. nach der täglichen Anzahl der zuvor konsumierten Zigaretten und soll dann schrittweise verringert werden. Die besten Ergebnisse werden in Kombination mit verhaltentherapeutisch orientierten Nicht-Raucherkursen erreicht, deren Ziel es ist, das häufig tiefsitzende, über lange Jahre eingeprägte Raucherverhalten bewusst wieder zu "verlernen".

Verhaltenstherapie

Viele Raucher sind vor allem von bestimmten Situationen und Verhaltensritualen, bei denen sie es gewohnt waren zu rauchen, abhängig. Um von diesen loszukommen, müssen die Ausstiegswilligen gemeinsam mit einem Therapeuten die verantwortlichen Schlüsselreize für ihren Griff zur Zigarette ausfindig machen und durch rauchfreie Verhaltensalternativen ersetzen - zum Beispiel das morgendliche Kaffee- durch Teetrinken. Ziel ist es, diejenigen Situationen zu erkennen, die zum Rauchen verleiten, die Einstellung des Nikotinabhängigen zu ändern und eventuellen Rückfällen vorzubeugen. Diese Methode dauert zwischen vier bis sechs Wochen und hat eine Erfolgsquote von 40 bis 60 Prozent.

Anti-Raucher-Pille

Das bisher einzige nikotinfreie Medikament zur Raucherentwöhnung ist die "Anti-Raucher-Pille" mit dem Wirkstoff Bupropion. Ursprünglich zur Behandlung von Depressionen eingesetzt, beobachtete man bei rauchenden Patienten die interessante Nebenwirkung, dass ihr Verlangen nach Zigaretten abnahm, gleichzeitig aber kaum Entzugserscheinungen auftraten.

Eine Behandlung mit Bupropion dauert mehrere Wochen. Es wird empfohlen, mit der Behandlung zu beginnen, während der Patient noch raucht. In der zweiten Therapiewoche sollte der so genannte "Rauchstopptag" festgelegt werden. Das Medikament ist verschreibungspflichtig und darf nur unter ärztlicher Kontrolle und in Verbindung mit unterstützenden, motivierenden und verhaltenstherapeutischen Maßnahmen verordnet werden. Bei richtiger Anwendung treten nur selten Nebenwirkungen (wie psychische Störungen, Depressionen und Angstzustände) auf.

Die Wirksamkeit von Bupropion wurde in mehreren Studien belegt. Besonders hervorzuheben ist die deutlich geringere Gewichtszunahme zu Beginn der Entwöhnung, also gerade während der "kritischen Zeit". Eine Tagesdosis kostet etwa so viel wie eine Schachtel Zigaretten und wird nicht von der Krankenkasse übernommen. Die Erfolgsquote ist in Verbindung mit einer Verhaltenstherapie etwas höher wie die der Nikotinersatztherapie. So hörten 49 Prozent der Teilnehmer einer Bupropion-Therapie mit dem Rauchen auf und 18 Prozent waren auch nach einem Jahr noch abstinent. Bei Nikotinpflastern hörten nach der gleichen Therapiedauer 36 Prozent mit dem Rauchen auf und die Abstinenzrate nach einem Jahr betrug etwa 10 Prozent. Allerdings ist Eigenmotivation auch bei einer Bupropion-Behandlung unentbehrlich.

Akupunktur

Eine Alternative zur medikamentösen Raucherentwöhnung ist die AkupunkturAkupunktur
Der Begriff Akupunktur stammt aus dem Lateinischen (acus = Nadel; pungere = stechen) und bezeichnet eine Methode der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), bei der mit dünnen Nadeln in genau festgelegte Punkte der Körperoberfläche eingestochen wird. So sollen Krankheiten geheilt, Schmerzen gelindert oder das Wohlbefinden gesteigert werden. Die Behandlung wird bei uns häufig bei Schmerz- und Suchtpatienten eingesetzt. Bislang kann die Wirkungsweise der Akupunktur mit naturwissenschaftlichen Prinzipien nicht erklärt werden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat eine Indikationsliste mit etwa 100 Beschwerdebildern veröffentlicht, die sich für eine Akupunkturbehandlung eignen. 
. Mit dieser Methode aus dem alten China ist es schon vielen Rauchern gelungen, von ihrer Sucht los zu kommen. Dabei werden spezielle Nadeln in die Suchtpunkte an Ohr und Rücken gestochen. Viele Akupunkteure arbeiten auch mit Dauernadeln, die über mehrer Tage im Ohr bleiben. Eine Anwendung kostet etwa 40 Euro. Die Methode soll bei zirka 50 Prozent der Raucher wirken, das Verlangen nach Zigaretten dämpfen und Entzugserscheinungen mildern. Zur Raucherentwöhnung werden zwei bis fünf Sitzungen benötigt.

Hypnose

Bei der Hypnose werden dem Raucher im Trance-Zustand vom Therapeuten einerseits negative Vorstellungen über das Rauchen suggeriert, zum Beispiel ein Gefühl von Asche im Mund. Andererseits werden positive Gefühle mit Nicht-Rauchersituationen vermittelt. Um einen Erfolg zu erzielen, sind meistens mehrere Sitzungen nötig. Die Erfolgsquoten schwanken zwischen 30 und 80 Prozent.

Hinweis: Am sinnvollsten und letztendlich auch am ehesten erfolgsversprechend ist das Zusammenwirken mehrerer Komponenten zu einer wirkungsvollen Gesamtstrategie. So lässt sich beispielsweise der Erfolg von Nikotinpflastern oder „Anti-Raucher-Pille" durch die Integration in ein verhaltenstherapeutisches Konzept oder eine ärztliche Supervision (Nikotin-Watching) steigern - ein Konzept, das in manchen pneumologischen Praxen angeboten wird.