LUNGENÄRZTE

im Netz

In Zusammenarbeit mit:

Herausgeber:

Warnzeichen & Krankheitsbild

© Juergen Faelchle - Fotolia.com

Mögliche Warnzeichen

Erste Anzeichen dafür, dass ein Kind eine Neurodermitis entwickeln könnte, ist der im Säuglingsalter auftretende Milchschorf. Hierbei zeigen sich verkrustete Schuppen auf geröteter Haut, besonders im Gesicht und auf den Armen. Allerdings muss das Auftreten eines Milchschorfes noch nicht bedeuten, dass ein Kind unweigerlich eine Neurodermitis entwickelt. Bei vielen Kindern (etwa 50%) heilt der Milchschorf bis zum zweiten Lebensjahr aus und verschwindet wieder, ohne in eine Neurodermitis überzugehen.

Doch sollte man frühe Warnzeichen ernst nehmen und einen Arzt zurate ziehen. Eine möglichst frühzeitige Behandlung kann die Ausweitung der Erkrankung und einen möglichen Etagenwechsel verhindern (zum Beispiel von der Haut in die unteren Atemwege - also ein Wechsel von Neurodermitis zu Asthma).

Krankheitsbild

Die Erkrankung tritt in 60% der Fälle bereits in den ersten fünf Lebensjahren auf. Erste Anzeichen sind Hautentzündungen und Rötungen, die nässen und zur Krustenbildung neigen bei gleichzeitig trockener Haut. Im zweiten Stadium heilen diese Entzündungen nicht mehr oder nur sehr langsam (über Wochen oder gar Monate) ab. Knötchen und weitere Rötungen treten auf und oftmals schuppt sich die Haut. Bei Kindern sind zu Anfang meist die Streckseiten der Gelenke betroffen. Später können die für Neurodermitis typischen Regionen wie Ellenbeugen und Kniekehlen, im Gesicht die Augenlider, Hals und Nacken sowie der Brustbereich dazu kommen. Wenn die Haut gar nicht heilt, wird der Zustand als chronisch bezeichnet. Beschwerden wie Schuppung, Verhornung und tiefe Risse der Haut entwickeln sich aufgrund der entzündungsbedingten Verdickung der Haut. Auch die Hautfarbe kann sich verändern.

Hauptsymptom der Neurodermitis ist der quälende Juckreiz. Er führt zu einem fast unwiderstehlichen Drang sich zu Kratzen, da hierdurch für kurze Zeit Linderung eintritt. Doch leider juckt die aufgekratzte Haut nach kurzer Zeit wieder, was zu erneutem Kratzen führt. Verletzte (aufgekratzte) Haut ist wiederum anfällig für Krankheitserreger (z.B. für Herpes simplex) und es kann bei einer Infektion zu weiteren Hauterkrankungen kommen (Eczema herpeticatum durch Herpeserreger). Der Juckreiz beeinträchtigt die Lebensqualität - vor allem von erkrankten Kindern, die noch nicht verstehen, dass sie nicht kratzen dürfen, weil sie damit die Beschwerden noch verschlimmern. Es kann zu Schlaf- und Konzentrationsstörungen sowie Gereiztheit kommen.

Der Verlauf einer Neurodermitis unterliegt während aller Phasen mehr oder weniger starken Schwankungen. Die Symptome können sich bessern oder verschlechtern, und treten meistens in Schüben auf. Viele Neurodermitis-Patienten haben gleichzeitig verschiedene weitere Allergien  und Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten. Fast drei Viertel leiden an einer weiteren Allergieform. Besonders Asthma  und Heuschnupfen treten im weiteren Verlauf häufig auf. Es gibt aber auch neurodermitische Hautbeschwerden, die ohne nachweisbare Allergien in Erscheinung treten.