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Vorsorge

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Betroffene sollten das Rauchen aufgeben. Nicht nur, dass Tabakkonsum die Abheilung einer Lungenentzündung behindert. Rauchen ist offenbar auch einer der Hauptrisikofaktoren für eine erneute Legionelleninfektion, da Tabakrauch die Abwehrfähigkeit der Lunge gegen infektiöse Keime stark herabsetzt. Bei Nichtrauchern treten Zweitinfektionen mit Legionellen hingegen nicht auf. Bei ihnen vermutet man, dass sie nach der Erstinfektion Abwehrkräfte gegen Legionellen entwickeln, so dass sie fortan gegen Legionellen-Pneumonie immun sind.

Eine Legionellen-Infektion ist nicht ansteckend, das heißt nicht von Mensch zu Mensch übertragbar. Kontaktpersonen von Betroffenen brauchen also keine besonderen Schutzmaßnahmen zu berücksichtigen. Dennoch sollte unbedingt nach der Legionellenquelle gesucht werden, um weitere Infektionen zu verhindern.

Eine Impfung gegen Legionellen ist leider nicht möglich. Vor Legionellen in Acht nehmen müssen sich aber eigentlich nur Menschen, deren Abwehrkräfte geschwächt sind. Als Vorsichtsmaßnahme sollten gefährdete Menschen in warmen Ländern die Dusche erst einige Minuten heiß laufen lassen und dabei das Bad verlassen. So können sie den ersten Wasserdampfnebel, der die meisten Bakterien enthält, vermeiden. Andererseits wird die Gefährdung durch Duschköpfe oft auch überschätzt.

Die wesentliche Schutzmaßnahme besteht in der Beseitigung der Gefahrenquellen. Zum Schutz vor Legionellen gilt in Deutschland das „Regelwerk der Deutschen Vereinigung des Gas- und Wasserfachs" (W 551), das entsprechende Maßnahmen gegen Legionellen zum Schutz von Warmwasseranlagen vorsieht (siehe Links).

In kaltem Wasser vermehren sich Legionellen kaum. Doch auch mit besonders hohen Temperaturen lassen sich die wärmeliebenden, aber hitzeempfindlichen Bakterien in Schach halten. Deshalb sollten Warmwasserversorgungssysteme in regelmäßigen Abständen auf Temperaturen über 70°C erhitzt werden. Solch hohe Temperaturen können Legionellen nur vorübergehend innerhalb ihrer natürlichen Wirtszellen (den einzelligen Amöben) überleben. Für hausinterne Wasseranlagen, zum Beispiel in Ferienwohnungen und -häusern warmer Länder und Regionen ist besonders darauf zu achten, dass in den Wasserspeichern (zum Beispiel in Boilern) die Warmwassertemperatur mindestens 60°C beträgt und in den Verteilersystemen nicht unter 50°C sinkt.

Das Versetzen des Wassers mit Chlor kann ebenfalls zur Vorbeugung beitragen. Einen sicheren Schutz bieten Filteranlagen mit Porengrößen unter 0,2 µm, die allerdings recht viel kosten. Als Mindestmaßnahme empfohlen werden jährliche Kontrollen in großen Hotels, Wohn- und Heimkomplexen, in Altenheimen, Krankenhäusern und Betrieben mit Duschanlagen. In Krankenhausbereichen mit besonders gefährdeten Patienten (wie auf Intensivstationen und in Transplantationseinheiten) muss mindestens vierteljährlich kontrolliert werden.

Klimaanlagen in Autos und Büros sollten regelmäßig gereinigt und gewartet werden, um einer Keimbildung vorzubeugen. Wasserlachen in mangelhaften Klimaanlagen sind nämlich ein idealer Nährboden für Legionellen (und Schimmelpilze). Auch Luftbefeuchter in Arbeits- und Wohnräumen oder sogar Inhalatoren (Geräte zum Inhalieren von Medikamenten) können als Infektionsquellen in Frage kommen. Duschköpfe, Wasserhähne und abmontierbare Armaturen sollten mindestens halbjährig entkalkt und desinfiziert werden.