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Es gibt mindestens elf Legionellen-Arten, die dem Menschen schaden können und die Legionärskrankheit verursachen. Von diesen löst Legionella pneumophila am häufigsten (80%) Lungenentzündungen aus. Legionellen lieben Feuchtigkeit und relativ hohe Temperaturen und kommen in der Natur im (warmen) Süßwasser vor. Sie treten aber auch in schlecht gewarteten Süßwasseranlagen des Menschen auf - und das dann mitunter in Massen.

Gute Lebensbedingungen in der Zivilisation finden Legionellen insbesondere in warmem Süßwasser, zum Beispiel in Trinkwassersystemen, Klimaanlagen und Luftbefeuchtern. Besonders gut gedeihen die Bakterien an Oberflächen, die nur zeitweise von Wasser überspült werden und ansonsten lediglich von einem Flüssigkeitsfilm benetzt sind. In Form von kleinen Wassertröpfchen (so genannten Aerosolen) wird der Erreger (zum Beispiel beim Duschen oder im Dampfbad) eingeatmet und gelangt so in die Lunge. Das Verschlucken von bakterienhaltigem Wasser führt hingegen in der Regel nicht zu einer Infektion. Auch in medizinischen Inhaliergeräten und zahnärztlichen Instrumenten sind schon Legionellen gefunden worden. Im Allgemeinen gilt aber, dass Systeme mit großem Fassungsvermögen häufiger befallen sind als einzelne Wasserleitungen. Besonders stark vermehren sich Legionellen bei einer Temperatur zwischen 30 und 45 Grad. Eine gute Brutstätte für Legionellen bieten daher die Warmwasserversorgungen von Hotels, Schwimmbädern oder Schulen.

In der Natur vermehren sich Legionellen als Parasiten hauptsächlich in anderen einzelligen Lebewesen (in so genannten Amöben). Auch in der menschlichen Lunge suchen sie sich einen Wirt: die sogenannten  Alveolar-MakrophagenAlveolar-Makrophagen
Fresszellen des Immunsystems, die in den Lungenbläschen (Alveolen) vielerlei Funktionen erfüllen, zum Beispiel die Reinigung der Lunge, indem sie sich Fremdpartikel (Erreger, Staub, Ruß etc.) einverleiben. Sie sind u.a. aber auch an Entzündungs- und Überempfindlichkeitsreaktionen beteiligt. 
. Das sind Abwehrzellen in den Lungenbläschen (Alveolen), deren Aufgabe es eigentlich ist, eingedrungene Fremdkörper zu beseitigen. Dies tun sie normalerweise, indem sie sich fremde Partikel einverleiben und dann verdauen. Anschließend werden die Fremdkörperreste ausgehustet, oder gelangen in den Zwischenzellraum (Interstitium) oder in die Lymphknoten, um dort weiter abgebaut zu werden. Das Problem der Makrophagen besteht nun allerdings darin, dass sie die Legionellen nicht ausreichend verdauen können. In der Folge vermehren sich die Bakterien in den MakrophagenMakrophagen
Fresszellen des Immunsystems, die in den Lungenbläschen (Alveolen) vielerlei Funktionen erfüllen, zum Beispiel die Reinigung der Lunge, indem sie sich Fremdpartikel (Erreger, Staub, Ruß etc.) einverleiben. Sie sind u.a. aber auch an Entzündungs- und Überempfindlichkeitsreaktionen beteiligt.
, bis diese platzen und neue Legionellen freisetzen. Diese Bakterien infizieren daraufhin weitere Wirtszellen, bis schließlich ein Großteil der Lunge befallen ist und sich im Rahmen der Erreger-Abwehr stark entzündet.

Wichtiger Hinweis
Ein Nachweis von Legionellen ist seit dem Infektionsschutzgesetz vom 1. Januar 2001 beim Robert Koch-Institut meldepflichtig. Grundsätzlich ist der jeweilige Leiter der Untersuchungsstelle, in welcher der Nachweis geführt wurde, für die Meldung zuständig.