LUNGENÄRZTE

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Untersuchung

Von entscheidender Bedeutung für eine richtige Diagnose ist fast immer die ausführliche Befragung (Anamnese) des Patienten. Wenn zum Beispiel eine Lungenentzündung nach einer Reise mit Hotelaufenthalten auftritt, kann dies auf eine Legionärskrankheit hinweisen. Beim Abhören (Auskultation) sind Rasselgeräusche zwar nur selten zu hören, dafür ist in der Regel immer eine Klopfschalldämpfung ausgeprägt.

Eine Röntgenuntersuchung  der Lunge kann den Verdacht auf eine Legionelleninfektion erhärten. Im Röntgenbild zeigt sich das so genannte Silhouettenphänomen: In einem frühen Stadium sind zunächst Flecken in der Lunge zu erkennen, die sich später ausweiten und zur Verdichtung ganzer Lungenlappen führen. Ein Ausschluss anderer Arten von Lungenentzündung ist durch das Röntgenbild alleine allerdings noch nicht möglich.

Zur Untersuchung, ob eine akute Infektion mit Legionellen vorliegt, sind vor allem zwei Methoden geeignet: ein Antigen-Nachweis (Immunfluoreszenztest) und die so genannte „Polymerasekettenreaktion" PCR (aus dem Englischen: polymerase chain reactionpolymerase chain reaction
Der Begriff stammt aus dem Englischen (polymerase chain reaction) und kennzeichnet ein Laborverfahren, mit dem sich ausgewählte Sequenzen der Erbsubstanz nachweisen lassen, um zum Beispiel den Verdacht auf ein bestimmtes Virus zu bestätigen. Die Gensequenzen werden dazu in einer chemischen Reaktion (der so genannten PCR) vervielfältigt. 
 
).

Immunfluoreszenztest
Im Immunfluoreszenztest lassen sich Legionellen-AntigeneAntigene
Antigene sind bestimmte Oberflächenstrukturmerkmale (chemische Moleküle), die für jeden Erreger und jede Substanz charakteristisch sind, vom körpereigenen Abwehrsystem (Immunsystem) als fremd („not self") erkannt werden und eine Abwehrreaktion (Immunreaktion) auslösen.
im Urin, im abgehusteten Schleim (Auswurf) oder im Blut nachweisen. Dies ermöglicht bereits nach wenigen Stunden eine rasche aber nicht besonders zuverlässige Diagnose. Denn selbst ein negatives Testergebnis schließt nicht mit letzter Sicherheit aus, dass nicht doch eine Legionellose vorliegen könnte.

PCR
Die PCR oder Polymerasekettenreaktion (aus dem Englischen: polymerase chain reaction) ist ein verlässliches, aber eher langwieriges Untersuchungsverfahren, um genetisches Material (DNA) von Lebewesen nachzuweisen. Vorkommende Erreger lassen sich so identifizieren. Die Durchführung dieser Methode nimmt etwa einen Tag in Anspruch.

AntikörperAntikörper
Antikörper werden auch Immunglobuline (Ig) genannt und sind Eiweißstoffe (Glykoproteine), die der menschliche Körper nach Kontakt mit einem Fremdstoff (Antigen) bildet. Diese Antikörper können dann gezielt (in der sogenannten Antigen-Antikörper-Reaktion) an die Antigene binden. Die so entstehenden Immunkomplexe werden dann unschädlich gemacht. Erhöhte Ig-Mengen weisen allgemein auf eine gesteigerte Immunabwehr hin, wie sie bei akuten oder chronischen Infektionskrankheiten (allergischen und parasitären Krankheiten) häufig auftritt. Man unterteilt die Immunglobuline in vier verschiedene Klassen (Ig A, Ig E, Ig G und Ig M). Je nachdem welcher Typ vermehrt vorliegt, erlaubt dies Rückschlüsse auf die vorliegende Krankheit.
gegen Legionellen können erst bis zu zwei Wochen nach der Infektion im Blut gefunden werden. Daher spielt die sonst zur Klärung von Infektionen übliche Antikörperuntersuchung bei der Erkennung der Legionärskrankheit kaum eine Rolle.

Wenn aber ein Patient nicht auf ein verabreichtes Antibiotikum anspricht, muss untersucht werden, ob die Erreger AntibiotikaresistenzenAntibiotikaresistenzen
Bakterien können eine Resistenz gegen bestimmte Arzneistoffe entwickeln, das heißt, sie werden unempfindlich gegenüber diesen Medikamente. Die Medikamente, vor allem Antibiotika, sind nicht mehr gegen diese Bakterien wirksam. 
aufweisen. Dazu muss eine Bakterienkultur angelegt werden, was seine Zeit braucht, so dass meistens erst nach einer Woche mit einem Ergebnis gerechnet werden kann. Grundsätzlich ist das Anzüchten von Legionellen aus dem Blut oder aus Gewebeproben der Lunge sehr schwierig und erfordert speziell abgestimmte Nährböden.