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Auswirkungen & Komplikationen

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Normalerweise verläuft eine akute Bronchitis ohne Komplikationen, klingt nach wenigen Tagen bis maximal vier Wochen wieder ab und heilt ohne gesundheitliche Folgen aus. Anders als vielfach befürchtet, entwickelt sich aus einer akuten Bronchitis in der Regel keine chronische Bronchitis. Eventuell kann noch längere Zeit ein trockener Reizhusten bestehen.

Es gibt aber auch Patienten, die besonders häufig und immer wieder unter akuter Bronchitis leiden. Bei Kindern heißt „überdurchschnittlich oft mehr als 6-10 Bronchitiden pro Jahr, bei Erwachsenen mehr als 3-4 Episoden pro Jahr. Dann besteht der Verdacht, dass ein chronischer Nasennebenhöhleninfekt, Aussackungen der Bronchien (Bronchiektasen), ein Bronchialtumor oder eine Immunschwächekrankheit vorliegen könnten, die zu wiederholt auftretenden Infekten, manchmal auch Verschlüssen eines Bronchus führen können. Die häufigste Ursache von wiederkehrenden Bronchitiden ist aber ein leichtes, oft unerkanntes Asthma bronchiale, das sich bei Verschlechterungsschüben als Husten mit zähem Schleim bemerkbar macht. Luftnot kann hingegen recht milde ausfallen. Betroffene Patienten sollten sich auf jeden Fall an einen Pneumologen wenden.

Ein kleiner Teil der Patienten, die unter einer komplizierten chronisch-obstruktiven Bronchitis leiden - wie sie sich nach einer bakteriellen Superinfektion aus einer gewöhnlichen akuten Bronchitis entwickeln kann - haben ein erhöhtes Risiko, an einem nicht-allergischen Asthma zu erkranken. Darüber hinaus wird im Zusammenhang mit dem Erreger Chlamydia pneumoniae vermutet, dass sich bei manchen Patienten ein Asthma bronchiale entwickeln kann. Aber auch bestimmte Viren können Asthma auslösen.

Eine weitere Komplikation ist die Entwicklung einer Bronchopneumonie. Dabei handelt es sich um eine herdförmige Entzündung der Lunge, wobei die einzelnen Entzündungsherde in Größe und Entwicklungsstadium stark variieren können.

Besonders gefährlich ist akute Bronchitis für Patienten mit chronisch-obstruktiven Atemwegserkrankungen (COPD). 30 Prozent aller Verschlechterungen bei COPD-Patienten sind durch virale Infektionen bedingt.

Insbesondere bei Kleinkindern, zunehmend aber auch bei Erwachsenen führen Virusinfektionen der Lunge (durch Masern-, RS-, Adeno-, Influenzaviren oder Mykoplasmen) zu einer Entzündung der feinsten Bronchialäste (Bronchiolen). In seltenen Fällen kommt es zu narbigen Veränderungen und bleibenden Verschlüssen der Bronchiolen (Bronchiolitis obliterans). Vor allem im Kleinkindesalter können sich hieraus im späteren Leben Bronchiektasen oder bleibende Atemwegsverengungen (obstruktive Ventilationsstörungen) entwickeln. Bei diesen Patienten tritt auch gehäuft ein Asthma bronchiale auf. Typische Anzeichen für eine Bronchiolitis obliterans sind Fieber, erhöhte Herzschlagfrequenz und giemende oder stark abgeschwächte Atemgeräusche. Im Röntgenbild finden sich häufig Zeichen einer Lungenüberblähung (Lungenemphysem).