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Risikofaktoren

Sekundäre Pneumonien

Bei verschiedenen Grunderkrankungen besteht die Gefahr, dass sich zusätzlich eine Pneumonie entwickelt. Durch die Grunderkrankung ist die Lunge bereits vorgeschädigt, so dass die Entstehung einer Lungenentzündung begünstigt wird. Man spricht dann von einer sekundären Pneumonie. Die so genannte hypostatische Pneumonie ist die häufigste aller sekundären Pneumonien, die durch schlechte Belüftung und Durchblutung der unteren Lungenfelder ausgelöst wird, zum Beispiel bei bettlägerigen Patienten. Dadurch sind ideale Bedingungen geschaffen, dass sich Bakterien ansiedeln und eine Entzündung hervorrufen können.

Auch bei bereits bestehenden Herzerkrankungen (wie zum Beispiel einer Linksherzinsuffizienz oder nach einem Herzinfarkt) kann sich eine Lungenentzündung entwickeln. Aufgrund des geschädigten Herzens kommt es zu einem Blutrückstau in die Lunge, so dass sich eine so genannte Stauungs-Pneumonie herausbilden kann.

Allgemeine Risikogruppen

An einer Pneumonie erkranken vorrangig Menschen, deren ImmunsystemImmunsystem
Das körpereigene Abwehrsystem besteht aus drei Funktionskreisen:
(1) Knochenmark als Bildungsort für Immunzellen.
(2) Verschiedene zentrale Immunorgane wie Thymus (Prägung von T-Lymphozyten) und darmnahe Lymphorgane (für die Prägung von B-Lymphozyten).
(3) Sekundäre Lymphorgane wie Milz, Lymphknoten und Mandeln (Tonsillen).
Man unterscheidet die so genannte humorale Abwehr (über die Körperflüssigkeiten mit darin enthaltenen Antikörpern und Faktoren aus dem so genannten Komplementsystem) und die zellvermittelte Abwehr (mit B- und T-Zellen, Makrophagen, Antigen-präsentierenden Zellen, Granulozyten u.a.).
noch nicht vollständig entwickelt oder bereits geschwächt ist. Dazu zählen v.a. Säuglinge und Kleinkinder sowie ältere Menschen über 60 Jahre, aber auch Patienten mit einer chronischen Herzerkrankung, chronischer Bronchitis, Zuckerkrankheit (Diabetes) oder schweren neurologischen Erkrankungen. Zur allgemeinen Risikogruppe gehören außerdem HIV-Infizierte, Alkoholkranke, Personen, die eine Chemo- oder Strahlentherapie erhalten und Patienten, die künstlich beatmet werden müssen. Hierbei spielt zur Reinigung der Lunge besonders dann der fehlende HustenstoßHustenstoß
Wenn zum Beispiel ein Krümel oder Staubkorn in den Kehlkopf oder die tieferen Atemwege gelangt, legen sich die Stimmbänder sofort unter starker Muskelanspannung aneinander, was zu einem reflexartigen Hustenreiz führt. Wie beim Einatmen wird das Zwerchfell angespannt und senkt sich ab. Die Lunge folgt dieser Bewegung, dehnt sich nach unten aus und saugt Luft von außen ein. Kurz vor Auslösung des Hustenstoßes wird der Kehldeckel verschlussartig über die Luftröhre abgesenkt, gleichzeitig werden die Bauchmuskeln angespannt. Dadurch wird das Zwerchfell nach oben geschoben, so dass der Druck im Brustraum ansteigt und sich ein Überdruck aufbaut. Mit einem kräftigen Ausatmungsstoß wird dann die verschlossene Stimmritze richtiggehend aufgesprengt und der Fremdkörper aus den unteren Atemwegen nach oben gerissen und zurück in den Rachen geschleudert. Dabei kann der Luftstrom eine Geschwindigkeit nahe der Schallgrenze erreichen. Man hört ein mehr oder weniger lautes Hustengeräusch. Auch das Aushusten von Luftröhrensekret und das Räuspern beruhen auf diesem Reflexmechanismus. 
eine wichtige Rolle. Durch die Schwächung der Abwehrkräfte erweitert sich bei diesem Personenkreis das Spektrum um weitere Krankheitserreger (z.B. Pilze oder so genannte sonstige Mykobakteriensonstige Mykobakterien
Mykobakterien sind Bakterien der Familie Mycobacteriaceae mit der einzigen Gattung Mycobacterium, welche etwa 54 Arten umfasst. Aufgrund eines speziellen Zellwandaufbaus besitzen sie eine sehr hohe Widerstandsfähigkeit. Dies bewirkt, das Mykobakterien in der Natur unter günstigen Bedingungen mehrere Monate infektionsfähig bleiben und mit wenigen Ausnahmen (z.B. Streptomycin oder Kanamycin) gegen die meisten Antibiotika unempfindlich (resistent) sind.
Die typischen Mykobakterien verursachen beim Menschen Tuberkulose und Lepra. Als "sonstige Mykobakterien" beschreibt man hingegen solche Erreger, die sich diesem Formenkreis entziehen. Der Begriff "atypische" Mykobakterien ist hierfür nicht mehr gebräuchlich, daher verwendet man die Bezeichnung MOTT (Mykobacteria other than tuberculosis). 
), die beim Gesunden normalerweise keine Lungenentzündung auslösen würden.

Neben diesen allgemeinen Risikopersonen spielen je nach Erregertyp oft aber noch ganz andere Faktoren bei der Entwicklung einer Pneumonie eine Rolle. Eine Pneumonie tritt z.B. auch oft als Komplikation anderer Krankheitsbilder wie z.B. einer Virusgrippe (Influenza) oder bei Masern auf.