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Prognose

Die Prognose einer Lungenentzündung ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Welcher Krankheitserreger der Verursacher ist, wie es um die Abwehrkräfte des Patienten steht und ob die richtige Therapie gewählt wurde, ist zum Beispiel von entscheidender Bedeutung. Menschen im höheren Lebensalter oder mit bereits vorbestehenden Erkrankungen wie z.B. des Herzens oder der Lunge haben grundsätzlich eine ungünstigere Prognose als junge bzw. gesunde Patienten.

Pneumonien bei Patienten ohne Risikofaktoren können ambulant behandelt werden, sie haben eine günstige Prognose. Die Sterblichkeit (Mortalität) liegt hier bei unter 2%. Wenn eine stationäre Therapie notwendig wird, wird die Sterblichkeit mit 2 bis 10% angegeben. Dabei unterliegen die Angaben ziemlich großen Schwankungen, da Krankenhauseinweisungen oft auch mit schweren Vorerkrankungen oder fortgeschrittenem Alter verbunden sind, die an sich schon eine erhöhte Mortalität zur Folge haben. Interessant ist, dass die Sterblichkeit bei einer stationär behandelten PneumokokkenPneumokokken
Das sind kugelförmige Bakterien, die (im Gegensatz zu Legionellen) mit dem Antibiotikum Penicillin meistens gut in den Griff zu bekommen sind. Gegen die von Pneumokokken verursachte Lungenentzündung gibt es auch eine vorbeugende Impfung.
-Pneumonie besonders hoch ist und auch heute noch bei 20% liegt. Bei schweren Formen einer Lungenentzündung, die immer im Krankenhaus therapiert werden müssen, versterben etwa 20 bis 50% aller Patienten.

Die so genannten nosokomialen Pneumonien, die im Krankenhaus erworben werden, haben wegen der hartnäckigen Erreger im Allgemeinen eine sehr viel schlechtere Prognose als die ambulant erworbenen Infektionen. Viele der krankheitsauslösenden Keime haben im Laufe der Zeit so genannte ResistenzenResistenzen
Bakterien können eine Resistenz gegen bestimmte Arzneistoffe entwickeln - das heißt, sie werden unempfindlich gegenüber diesen Medikamente. Die Medikamente, vor allem Antibiotika, sind nicht mehr gegen diese Bakterien wirksam.
Resistente Erreger entwickeln sich - insbesondere bei großen Erregermengen - entweder durch spontane Genveränderungen (Mutationen) oder durch selektive Vermehrung (Selektion) von natürlich vorkommenden resistenten Bakterien-Subpopulationen, z.B. aufgrund einer unzureichenden oder zu früh abgebrochenen Therapie.
entwickelt, so dass die Therapie mit bestimmten Antibiotika nichts mehr gegen sie auszurichten vermag.  Das eingesetzte Medikament kann dann in vielen Fällen den Erreger nicht zerstören und/oder seine weitere Ausbreitung im Körper nicht verhindern. Ursache für solche Resistenzen ist der häufigere Einsatz von Antibiotika im Krankenhaus. Zwei Drittel der im Krankenhaus erworbenen Infektionen, die tödlich verlaufen, sind Pneumonien.

Insgesamt geht man davon aus, dass in Deutschland jährlich ca. 40.000 bis 50.000 Todesfälle durch schwere Lungenentzündungen verursacht werden. In starken Grippezeiten nimmt die Zahl der Pneumonien noch zu. In Folge einer Grippe (Influenza) kann es vor allem bei abwehrgeschwächten Patienten zur Entwicklung einer Lungenentzündung kommen.