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Nikotinersatztherapie

Ziel: Die „Nikotinersatztherapie“ zielt auf eine Milderung der Entzugssymptomatik und des Rauchverlangens ab durch eine vorübergehende Nikotingabe unter Umgehung des schädlichen Tabakrauchens. Die verfügbaren Nikotinersatzprodukte sind apothekenpflichtig, jedoch mit Ausnahme von Nikotinnasenspray nicht verschreibungspflichtig.

Die langfristige Effektivität der Nikotinersatztherapie ist durch zahlreiche wissenschaftliche Studien sehr gut belegt, die aufzeigen, dass sich dadurch die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Tabakentwöhnung in etwa verdoppeln lässt. Rezeptfrei zur Verfügung stehen Nikotinpflaster, Nikotinkaugummi und Nikotintabletten; sie weisen alle eine gute Verträglichkeit auf.

Folgende Nebenwirkungen können bei den rezeptfreien Präparaten vorkommen

  • Pflaster: Hautirritationen, Pflasterallergien
  • Kaugummi und Tablette: Reizungen von Mundschleimhaut, Zunge, Rachen, Speiseröhre, Probleme mit den dritten Zähnen

Nikotinpflaster
Sinnvoll i.d.R. ab einem Konsum von 10 Zigaretten pro Tag. Vorzugsweise bei Rauchern mit einem regelmäßig über den Tag verteilten Tabakkonsum. Die Anfangsdosierung sollte im Regelfall (Konsum von ca. 20 Zigaretten pro Tag) mit der höchsten Pflasterstärke erfolgen, nach 4 Wochen kann eine erste Reduktion, nach weiteren zwei Wochen die nächste Reduktion der Pflasterstärke erfolgen, nach weiteren zwei Wochen kann das Pflaster abgesetzt werden. Eine übliche und sinnvolle Anwendungsdauer sind 8 - 12 Wochen, längere Anwendungsdauern sind möglich.

Kaugummi oder Tablette
Sinnvoll insbesondere bei Vorliebe für Kaugummi oder bei Unverträglichkeit von Nikotinpflastern. Vorzugsweise bei Rauchern mit ungleich über den Tag verteiltem Konsum. Auf eine regelmäßige Anwendung mit allmählicher Reduktion ist zu achten. Bei Patienten mit Zahnprothesen sind Nikotintabletten anstelle von Kaugummis zu empfehlen.

Nikotinnasenspray
In Deutschland nur über die internationale Apotheke erhältlich und rezeptpflichtig. Sinnvoll insbesondere für die Behandlung stark abhängiger Raucher. Sorgfältige Aufklärung und Überwachung durch den Arzt bezüglich möglicher Nebenwirkungen und einer theoretisch mögliche Nikotinsuchtgefahr erforderlich.

Kombinationsbehandlungen
Nikotinpflaster und Nikotinkaugummi bzw. Nikotinpflaster und Nikotinnasenspray können und sollen bei starker Tabakabhängigkeit kombiniert werden.

Praktische Hinweise zur Nikotinersatztherapie:
Während das Nikotinpflaster eine lang anhaltende (16 bis 24 Stunden) gleichmäßige und über Stunden weitgehend konstante Nikotinfreigabe bewirkt, kommt es beim Nikotinkaugummi und bei den Nikotintabletten bereits nach wenigen Minuten zu einer, allerdings deutlich kürzeren Nikotinfreigabe. Am schnellsten wirkt das Nikotinnasenspray, es kann daher am schnellsten akute Entzugssymptome abmildern. Aufgrund dieser Eigenschaften ist es oft sinnvoll - insbesondere bei starker Nikotinabhängigkeit -, Pflaster und Kaugummi/Tablette bzw. Nasenspray zu kombinieren.

Auch sollten Patienten darüber informiert sein, dass beim Rauchen trotz laufender Nikotinersatztherapie (NET) gefährliche „Überdosierungen“ von NikotinNikotin
Mehrere Gründe sprechen dafür, dass die abhängigkeitserzeugende Substanz in Zigaretten das Nikotin ist:
  * Nikotin dringt ins zentrale Nervensystem (ZNS) ein und ist psychoaktiv.
  * Die physiologischen Effekte von Rauchen und gespritztem Nikotin sind identisch.
  * Nikotin funktioniert als „positiver Verstärker". Menschen (und auch Tiere) fügen sich in Experimenten eigenständig Nikotin zu.
  * Das Ablassen vom Suchtstoff (Tabak-Abstinenz) fällt leichter, wenn Nikotin medikamentös zugeführt (substituiert, also ersetzt) wird.
  * Raucher neigen dazu, ihr Rauchverhalten an die verschiedenen Nikotingehalte von Tabakerzeugnissen anzupassen
nicht zu erwarten sind. Es besteht nämlich die Gefahr, dass ansonsten viele Patienten eine NET nicht durchführen, da sie Angst haben, den Nikotinstopp trotz NET nicht durchzuhalten. Sie könnten nämlich Nikotinvergiftungs-symptome befürchten und daher – unnötigerweise - von vorneherein auf diese wirksame und gut erprobte Entwöhnungshilfe verzichten.