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Andere Medikamente

Zahlreiche Medikamente, insbesondere solche, die auf die Psyche des Menschen wirken (Psychopharmaka), wurden auf ihre Eignung untersucht, eine Entwöhnungsbehandlung zu unterstützen.

Bupropion (Handelsname: Zyban)
Lediglich für den Wirkstoff Bupropion (Zyban) gibt es Studienergebnisse zur Tabakentwöhnung bei COPD-Patienten. Es liegen mehrere wissenschaftliche Studien für Patienten mit COPD vor, die nachweisen konnten, dass Zyban die Entwöhnungsraten nach 6 Monaten mehr als verdoppelt. Das heißt die Effektivität ist vergleichbar mit der Wirkung einer Nikotinersatztherapie.

Während einer Behandlung mit Bupropion können Nebenwirkungen wie Schlafstörungen, Schwindel und Mundtrockenheit auftreten. Insbesondere ist das Risiko für epileptische Anfälle erhöht, daher sollte Zyban bei Patienten, die bereits Krampfanfälle hatten, nicht angewandt werden, ebenso nicht bei Patienten mit Alkoholabhängigkeit. Vor Beginn einer Behandlung mit Bupropion sollten daher eine Epilepsie, schwere körperliche Erkrankungen sowie eine psychische Instabilität ausgeschlossen sein.

Die Dosierung erfolgt mit einer Tagesdosis von 1 Tablette (150mg) am Morgen, erst nach 7 Tagen sollte die Dosis auf 2 x 1 Tablette verdoppelt werden. Wegen der Gefahr der Schlafstörungen sollte keine Gabe nach 17 Uhr erfolgen. Nach 8 Wochen sollte die Medikation abgesetzt werden.

Vareniclin (Handelsname: Champix)
Bisher gibt es für den Wirkstoff Vareniclin keine wissenschaftlichen Veröffentlichungen über die Behandlung von Patienten mit einer COPD, eine entsprechende Studie wird allerdings augenblicklich durchgeführt. Vareniclin wurde im März 2007 in Deutschland für die Behandlung der Tabakabhängigkeit zugelassen. Vareniclin ist apothekenpflichtig und verschreibungspflichtig.

Die Wirksamkeit von Vareniclin wurde bislang in 5 Studien, u.a. im Vergleich zu Placebo und zu Bupropion untersucht. Gegenüber Placebo verdreifacht Champix die Entwöhnungsraten, gegenüber Zyban ist nach ersten Studienergebnissen eine Verdoppelung der Erfolgsraten zu erreichen.

Als Nebenwirkungen werden Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen, Erbrechen, Schlaflosigkeit und Blähungen genannt. Die bisherige Studienlage lässt aber auf eine nebenwirkungsarme, effektive medikamentöse Unterstützung schließen.

Die Behandlung sieht eine einwöchige Aufdosierungsphase (Zieldosis 2x 1mg pro Tag) bei gleichzeitiger Fortsetzung des Rauchens vor. Nach dem Rauchstopp am Ende der ersten Woche soll die Medikation weitere 12 Wochen fortgesetzt werden. Eine Fortsetzung um weitere 12 Wochen ist möglich. Aufgrund fehlender klinischer Erfahrungen wird der Einsatz bei Risikogruppen (psychiatrische Patienten, schwere Begleiterkrankungen etc.) nicht empfohlen.