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Therapie

Die Therapie von Allergien besteht hauptsächlich aus drei Säulen:

  • der Allergenvermeidung,
  • der medikamentösen Behandlung,
  • sowie der Möglichkeit zur HyposensibilisierungHyposensibilisierung
    Behandlungsform von Allergien, bei der dem Körper das Allergen in steigender Dosis injiziert wird, um die Allergieempfindlichkeit herabzusetzen bzw. ganz auszuschalten; erstreckt sich über mehrere Jahre.
    Man spricht auch von spezifischer Immuntherapie mit Allergenen (SIT), Allergen-Immuntherapie, Allergie-Impfung oder Desensibilisierung.
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Die vollständige Vermeidung (Karenz) des Allergens ist - soweit durchführbar - wünschenswert, jedoch meist schwer möglich. Lesen Sie die dazu auch die Verhaltentipps für Pollenallergiker.

Medikamentöse Behandlung

Die Einnahme von Medikamenten zur Behandlung der Beschwerden und entzündlichen Schleimhautschwellungen ist während der akuten Phase des Pollenfluges durchaus sinnvoll, einerseits um dem Betroffenen den Alltag zu erleichtern, andererseits um das überschießend reagierende   ImmunsystemImmunsystem
Das körpereigene Abwehrsystem besteht aus drei Funktionskreisen:
(1) Knochenmark als Bildungsort für Immunzellen.
(2) Verschiedene zentrale Immunorgane wie Thymus (Prägung von T-Lymphozyten) und darmnahe Lymphorgane (für die Prägung von B-Lymphozyten).
(3) Sekundäre Lymphorgane wie Milz, Lymphknoten und Mandeln (Tonsillen).
Man unterscheidet die so genannte humorale Abwehr (über die Körperflüssigkeiten mit darin enthaltenen Antikörpern und Faktoren aus dem so genannten Komplementsystem) und die zellvermittelte Abwehr (mit B- und T-Zellen, Makrophagen, Antigen-präsentierenden Zellen, Granulozyten u.a.).
nicht zu sehr zu beanspruchen. Hier kommen vor allem Anti-HistaminikaAnti-Histaminika
Diese Medikamente unterdrücken die überschießende, allergische Reaktion des Körpers auf das verursachende Allergen und damit die Freisetzung großer Mengen von Histamin (u.a. Mediatoren), die zu den typischen Beschwerden der verschiedenen Allergieformen oder auch zu einem anaphylaktischen Schock führen können. Es sind also Medikamente, die bei allergischen Erkrankungen, allergischen Reaktionen und Juckreiz gegeben werden. 
Rezeptfrei erhältlich sind Präparate mit den Wirkstoffen Cetirizin, Dimetinden oder Loratadin. Sie werden meist einmal täglich eingenommen, ihre Wirkung setzt nach weniger als einer Stunde ein. Daneben gibt es auch verschreibungspflichtige Wirkstoffe wie Levocetirizin und Desloratadin.
Antihistaminika werden in geringen Mengen auch als Beruhigungsmittel eingesetzt. Sie können - je nach Stoffklasse unterschiedlich - Müdigkeit, eingeschränkte Motorik, Urteils- und Reaktionsfähigkeit sowie "Hang-over" verursachen. Bei chronischem Gebrauch erfolgt Gewöhnung.

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, KetotifenKetotifen
Dieser Wirkstoff gehört zu den H1-Antihistaminika, das heißt er hemmt die Mastzellen und die Ausschüttung von Histamin. Somit unterdrückt er die allergische Frühreaktion, in hohen Dosen auch die allergische Spätreaktion, hat aber keinen anti-entzündlichen Langzeiteffekte. Günstige Wirkungen sind vor allem bei Kindern und jungen Allergikern bekannt. Nebenwirkung: Müdigkeit in den ersten Behandlungstagen, Gewichtszunahme.
und DNCG-PräparateDNCG-Präparate
Dieses Medikament wird inhaliert und wirkt anti-entzündlich. Es hemmt die Signalfreisetzung aus den Mastzellen, verhindert überschießende Abwehrreaktionen und dämpft so die überempfindlichen Bronchien. Nur bei einer dauerhaften Anwendung kann es die Beschwerden und Verschlechterungsschübe verringern. Im akuten Anfall hat es allerdings keine Wirkung. Der Wirkungserfolg von DNCG ist im Einzelfall nicht vorhersagbar und sollte zunächst in einem 6-wöchigen Therapieversuch beobachtet werden. Unerwünschte Nebenwirkung: gelegentlicher Husten. 
zum Einsatz, bei asthmatischen Beschwerden aber auch TheophyllinTheophyllin
Dieser Wirkstoff entspannt die Bronchialmuskulatur, wirkt aber nur mäßig bronchienerweiternd. Andererseits hat er auch entzündungshemmende und abwehrdämpfende Effekte (schwächt die asthmatische Spätreaktion ab) und schützt die Bronchien vor Reizen, die zu einer Verkrampfung führen.
, MontelukastMontelukast
Gehört zu den so genannten Leukotrienhemmern (Anti-Leukotrienen oder Leukotrien-Antagonisten) und wird in Form von Tabletten eingenommen. Es verhindert die Verengung der Bronchien und wirkt gegen Entzündungen in den Atemwegen, indem es die Aktivität bestimmter körpereigener Entzündungsstoffe (Leukotriene) unterdrückt. So hemmt es die allergische Früh- und Spätreaktion und dämpft die Überempfindlichkeit der Bronchien.
und CortisonCortison
Dies ist ein Hormon, das der Körper in der Nebenniere auch selber herstellt. Es wird vor allem in Stresssituationen gebildet, reguliert aber auch das Immunsystem und kann überschießende Entzündungsreaktionen abschwächen. Cortison bewirkt ein Abschwellen der Bronchialschleimhaut, verringert die Schleimproduktion, hemmt die allergische Reaktion und vermindert die Überempfindlichkeit (Hyperreagibilität) der Bronchien. Während Cortisontabletten in Abhängigkeit von der Dauer der Einnahme und der Dosis schwere Nebenwirkungen haben können, ist die Inhalation moderner Cortisonsprays auch in der Langzeitanwendung unproblematisch, auch wenn immer wieder in den Medien das Gegenteil behauptet wird.
(v.a. zur Inhalation).

Unbehandelt neigen Allergien dazu, sich zu verschlimmern oder auf weitere Substanzen auszuweiten. Durch eine rechtzeitige Therapie kann vor allem ein sogenannter Etagenwechsel von den oberen Atemwegen (Nase) in die unteren Atemwege (Bronchien) - und damit Asthma - eher verhindert werden. Doch die Medikamente führen nicht zu einer Heilung; nach dem Absetzen treten die Beschwerden erneut auf. Betroffene müssen daher jedes Jahr aufs Neue zur Pollenflugsaison die lindernden Wirkstoffe einnehmen.

Hyposensibilisierung

Eine Möglichkeit Heuschnupfen ursächlich zu behandeln, ist die Hyposensibilisierung. Man spricht auch von spezifischer Immuntherapie mit AllergenenAllergenen
Das sind Stoffe, die vom Immunsystem des Körpers als „fremd" eingestuft und deshalb angegriffen werden, was zu einer übersteigerten Abwehrreaktion (= Allergie mit Überempfindlichkeit des Körpers gegen das jeweilige Allergen) führt.
Man unterscheidet tierische, pflanzliche und chemische Allergene, wobei fast jede Umweltsubstanz eine Allergie auslösen kann. Ein potenzielles Allergen ist eine Substanz, die aufgrund ihrer biochemischen Beschaffenheit häufiger als andere Substanzen eine allergische Reaktion hervorrufen kann.
 
 
 
(SIT), Allergen-Immuntherapie, Allergie-Impfung oder Desensibilisierung. Diese Methode wirkt bei rund 80% der Pollenallergiker. Die Behandlung dauert mindestens 12-24 Monate, maximal drei Jahre. Sie zeigt den größten Erfolg bei Kindern und Jugendlichen sowie in den ersten Jahren nach Auftreten einer Allergie.

Ziel dieser Methode ist es, die Überempfindlichkeit (HyperreagibilitätHyperreagibilität
Darunter versteht man eine gesteigerte Reaktionsbereitschaft oder Überempfindlichkeit, zum Beispiel der Bronchien gegenüber äußeren Einflüssen wie Kälte, Änderung des Luftdrucks oder der Luftfeuchtigkeit sowie chemischen Reizstoffen (u.a. Senföl, ätherische Öle, Kampfer, Zigarettenrauch). 
) gegenüber dem Allergen abzubauen. Dazu wird dem Patienten in regelmäßigen Abständen das Allergen schrittweise in zuerst unterschwelliger, dann steigender Dosierung zugeführt. Diese kontrollierte Zufuhr führt schließlich zu einer erhöhten Toleranz gegenüber dem zugeführten Allergen. Das heißt, der Organismus wird desensibilisiert - seine  gegen den allergieauslösenden Stoff wird rückgängig gemacht. Grund dafür ist, dass der Körper im Lauf der Behandlung lernt, nicht mehr die Allergie auslösenden  Ig E (Immunglobulin EImmunglobulin E
Das sind Antikörper der Klasse E, die gezielt (in der sogenannten Antigen-Antikörper-Reaktion) an bestimmte Antigene andocken können und dann durch eine Brückenbindung an so genannte Mastzellen zu einer Ausschüttung von Histamin führen (siehe auch Allergie vom Soforttyp, Allergietyp I). Dies verursacht eine Entzündungsreaktion. Erhöhte Ig E-Spiegel im Blut treten vor allem bei allergischen und parasitären Krankheiten auf. 
) sondern AntikörperAntikörper
Antikörper werden auch Immunglobuline (Ig) genannt und sind Eiweißstoffe (Glykoproteine), die der menschliche Körper nach Kontakt mit einem Fremdstoff (Antigen) bildet. Diese Antikörper können dann gezielt (in der sogenannten Antigen-Antikörper-Reaktion) an die Antigene binden. Die so entstehenden Immunkomplexe werden dann unschädlich gemacht. Erhöhte Ig-Mengen weisen allgemein auf eine gesteigerte Immunabwehr hin, wie sie bei akuten oder chronischen Infektionskrankheiten (allergischen und parasitären Krankheiten) häufig auftritt. Man unterteilt die Immunglobuline in vier verschiedene Klassen (Ig A, Ig E, Ig G und Ig M). Je nachdem welcher Typ vermehrt vorliegt, erlaubt dies Rückschlüsse auf die vorliegende Krankheit.
(ImmunglobulineImmunglobuline
Das sind Antikörper in Form von Eiweißstoffen (Glykoproteine), die der menschliche Körper nach Kontakt mit einem Fremdstoff (Antigen) bildet. Diese Antikörper können dann gezielt (in der so genannten Antigen-Antikörper-Reaktion) an die Antigene binden und die so entstehenden Immunkomplexe unschädlich gemacht werden.
Erhöhte Ig-Mengen weisen auf eine gesteigerte Immunabwehr hin, wie sie bei akuten oder chronischen Infektionskrankheiten (allergischen und parasitären Krankheiten) häufig auftritt. Man unterteilt die Immunglobuline in vier verschiedene Klassen (Ig A, Ig E, Ig G und Ig M). Je nachdem welcher Typ vermehrt vorliegt, erlaubt dies Rückschlüsse auf die vorliegende Krankheit.
) einer anderen Klasse (IgG) zu bilden. Diese neutralisieren das Allergen, bevor es zur Bildung von IgE-Antikörpern mit Histamin-Freisetzung und den damit verbundenen Auswirkungen auf den Organismus kommen kann.

Als Alternative zu den wiederholten Spritzen bei der Allergie-Impfung (Hyposensibilisierung) gibt es die Möglichkeit, die Allergen-Präparate als Tropfen einzunehmen (sublinguale Immuntherapie, SLIT), was sich insbesondere für Kinder oder sehr empfindliche Patienten eignet. Auch diese Methode ist in ihrer Wirkung und Wirkungsdauer in vielen Fällen erfolgreich.

Nach Abschluss der Immuntherapie können in den meisten Fällen die Medikamente zur Behandlung der Beschwerden verringert oder im besten Fall abgesetzt werden. Eine spezifische Immuntherapie kann zudem in vielen Fällen verhindern, dass sich die Allergie auf andere Allergene ausweitet oder ein so genannter Etagenwechsel, zum Beispiel von den oberen Atemwegen oder der Haut in die unteren Atemwege (Bronchien) stattfindet.

Komplementärmedizin

Bei Heuschnupfen, kommen auch AkupunkturAkupunktur
Der Begriff Akupunktur stammt aus dem Lateinischen (acus = Nadel; pungere = stechen) und bezeichnet eine Methode der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), bei der mit dünnen Nadeln in genau festgelegte Punkte der Körperoberfläche eingestochen wird. So sollen Krankheiten geheilt, Schmerzen gelindert oder das Wohlbefinden gesteigert werden. Die Behandlung wird bei uns häufig bei Schmerz- und Suchtpatienten eingesetzt. Bislang kann die Wirkungsweise der Akupunktur mit naturwissenschaftlichen Prinzipien nicht erklärt werden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat eine Indikationsliste mit etwa 100 Beschwerdebildern veröffentlicht, die sich für eine Akupunkturbehandlung eignen. 
und HomöopathieHomöopathie
Der Begriff stammt aus dem Griechischen (homoios = gleichartig, ähnlich; pathos = Leiden) und bezeichnet eine naturheilkundliche Therapiemethode. Das Prinzip lautet: Heile Gleichartiges mit Gleichartigem. Eine Krankheit soll mit einem Mittel geheilt werden, das beim Gesunden angewendet ähnliche Krankheitssymptome hervorruft. Homöopathische Arzneimittel werden so stark verdünnt, dass auf chemischem Weg von der Ursubstanz wenig bis gar nichts mehr nachweisbar ist. Es gibt bislang noch kein Modell, das die Homöopathie mit naturwissenschaftlichen Prinzipien erklären kann.
zum Einsatz. Diese Behandlungsmethoden sind nicht mit naturwissenschaftlichem Wissen erklärbar, werden aber auch von Schulmedizinern mitunter eingesetzt.