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Foto: www.milbenforschung.de

Im Herbst, wenn die meisten Hausstaubmilben mit dem Beginn der Heizperiode absterben, leiden Milbenallergiker am meisten unter ihren Beschwerden. Denn nicht die Milbe im lebenden Zustand ist der entscheidende AllergenAllergen
Das sind Stoffe, die vom Immunsystem des Körpers als „fremd" eingestuft und deshalb angegriffen werden, was zu einer übersteigerten Abwehrreaktion (= Allergie mit Überempfindlichkeit des Körpers gegen das jeweilige Allergen) führt.
Man unterscheidet tierische, pflanzliche und chemische Allergene, wobei fast jede Umweltsubstanz eine Allergie auslösen kann. Ein potenzielles Allergen ist eine Substanz, die aufgrund ihrer biochemischen Beschaffenheit häufiger als andere Substanzen eine allergische Reaktion hervorrufen kann.
 
 
 
-Träger - es sind vor allem ihr Kot und Bestandteile aus ihrem Körperinneren allergieauslösend. Der Kot der Milben zerfällt nach dem Ausscheiden, da er austrocknet, in kleine Teilchen und vermischt sich mit dem Hausstaub. Durch Bewegungen der Bewohner bzw. von Textilien (wie Bettdecke oder Matratze), von Polstermöbeln und Teppichen, sowie durch den Luftzug (z.B. beim Staubsaugen) wird der allergenhaltige Staub aufgewirbelt und mit der Atemluft eingeatmet. Mit dem Beginn der Heizperiode verteilt die erwärmte, aufsteigende Zimmerluft große Mengen an Milbenallergenen im Raum, wodurch sich die Beschwerden einer Hausstaubmilbenallergie meistens verstärken.

Trifft das Allergen auf die Schleimhaut der Nase oder Bindehaut der Augen, so führt das bei den Betroffenen zu einer heftigen (überschießenden) Immunantwort vom so genannten Soforttyp (Allergie-Typ I). Das ImmunsystemImmunsystem
Das körpereigene Abwehrsystem besteht aus drei Funktionskreisen:
(1) Knochenmark als Bildungsort für Immunzellen.
(2) Verschiedene zentrale Immunorgane wie Thymus (Prägung von T-Lymphozyten) und darmnahe Lymphorgane (für die Prägung von B-Lymphozyten).
(3) Sekundäre Lymphorgane wie Milz, Lymphknoten und Mandeln (Tonsillen).
Man unterscheidet die so genannte humorale Abwehr (über die Körperflüssigkeiten mit darin enthaltenen Antikörpern und Faktoren aus dem so genannten Komplementsystem) und die zellvermittelte Abwehr (mit B- und T-Zellen, Makrophagen, Antigen-präsentierenden Zellen, Granulozyten u.a.).
bekämpft das Allergen mit  Ig E-Antikörpern, was zu einer Freisetzung von Histamin und dann entweder direkt am Ort des Allergenkontaktes oder an auch an entfernten Körperregionen zu einer Entzündungsreaktion führt.

Warum das Auftreten von Allergien in den letzten Jahrzehnten zugenommen hat, kann man sich derzeit noch nicht schlüssig erklären. Neben genetischen Faktoren kommen für diesen zunehmenden Trend eigentlich nur Veränderungen in den Lebensbedingungen als Ursache in Frage. Dazu zählt paradoxerweise die zunehmende Hygienezunehmende Hygiene
Der Mensch war zum Beispiel über Jahrmillionen gewohnt, auch verderbliche Nahrung zu essen, die mit Bakterien und Pilzen belastet war. Außerdem war sein Wohnumfeld früher mit mehr Keimen verunreinigt als heutzutage. Dadurch wird das  Immunsystem quasi unterfordert, so dass es zu einer Überbewertung anderer, eigentlich harmloser Fremdstoffe kommen kann. Insofern dürften Allergie auslösende Stoffe (Allergene) im häuslichen und beruflichen Umfeld eine immer größere Rolle spielen. So beobachtet man, dass Asthma bei Kindern, die auf dem Land aufwachsen seltener auftritt, während sich die Asthma-Fälle in den Städten, vor allem in Wohngegenden mit stark befahrenen Straßen, häufen. 
 
, die zu einer völlig neuartige Beanspruchung des Immunsystems führt. Schließlich war der Mensch über Jahrmillionen gewohnt, auch verderbliche Nahrung zu essen, die mit Bakterien und Pilzen belastet war. Auch seine Umgebung (zum Beispiel das Wohnumfeld) war früher mit mehr Keimen verunreinigt als heutzutage. Andererseits treten heute sehr viel mehr Virusinfekte auf, da infolge der ansteigenden Häufigkeit des Reisens in den letzten 100 Jahren die Kontakte mit fremdartigen Virusstämmen explosionsartig zugenommen haben. Die heutigen, verbesserten hygienischen Verhältnisse haben zwar viele Infektionskrankheiten (wie zum Beispiel Tuberkulose, Pest, Cholera usw.) besiegt, das Immunsystem wird dadurch aber quasi unterfordert, so dass es zu einer Überbewertung anderer Fremdstoffe kommen kann. Das führt dann dazu, dass eigentlich harmlose Stoffe im häuslichen und beruflichen Umfeld Allergien auslösen.

Eine mögliche Ursache für die ansteigende Häufigkeit speziell von Hausstaubmilbenallergien sind auch die effizienteren (und aus energietechnischer Sicht zwar vorteilhaften) Möglichkeiten der Raumabdichtung, die aber in den letzten Jahrzehnten zu einem Anstieg der Luftfeuchtigkeit in Wohnbereichen geführt haben. Die luftdichte Fensterisolierung unterbindet im geschlossenen Zustand praktisch jeden Luftwechsel zwischen Innenraum und Außenwelt. So kommt es bei nicht ausreichender Lüftung zu einer erhöhten Belastung mit Schadstoffen und zu einem Anstieg der Luftfeuchtigkeit. Für Hausstaubmilben bedeutet eine Luftfeuchte von über 60% optimale Lebensbedingungen.