LUNGENÄRZTE

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Untersuchung

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Jeder Lungenrundherd, der im Röntgenbild entdeckt wird, muss solange als bösartig angesehen werden, bis das Gegenteil bewiesen ist. Außer einem Bronchialkarzinom oder der MetastaseMetastase
Vom Krebs ausstreuende Tochter-Geschwülste
eines anderen Primärtumors kommen auch infektiöse Lungenerkrankungen (z.B. Tuberkulose) und - nach Verletzungen - traumatische Veränderungen (z.B. aufgrund eines abgekapselten Hämatoms) als Ursache für einen Rundherd in Betracht. Um die Diagnose abzusichern, wird der behandelnde Arzt wenn möglich auch ältere Röntgenaufnahmen zu Rate ziehen. Denn ein Rundherd, der seine Form und Größe in zwei Jahren nicht verändert hat, ist mit großer Sicherheit gutartig.

Stehen keine älteren Aufnahmen für einen Vergleich zur Verfügung, wird der Patient zunächst einer Computertomografie (CT) unterzogen. Die Aussagen eines Computertomogrammes hinsichtlich der Gut- oder Bösartigkeit (Dignität) eines Tumors sind allerdings nicht beweiskräftig -  sie können nur einen Hinweis geben (siehe Tabelle).

 

Kriterien zur Dignitätsbeurteilung eines Lungenrundherdes mittels CT

wahrscheinlich gutartige (benigne) Tumorenwahrscheinlich bösartige (maligne) Tumoren
Verkalkungschwer abgrenzbar (diffus) schalenförmig grob gefleckt popkornähnlich zentralschwer abgrenzbar (diffus) selten evtl. exzentrisch (beim Narbenkarzinom)
Konturglatte RänderMilchglastrübung am Rande (peripher) und unscharf, Bronchus oder Gefäße einbezogen, verdickt, Strahlenförmig, lobuliert mit Nabel
Wanddicke bei einschmelzendem HerdWandung dünner als 5mmWandung dicker als 15mm
Reaktion der PleurenPleuren
Die Lunge wird von den so genannten Pleuren (Lateinisch: Pleura), einer Doppelhaut (auch Brustfell genannt) umgeben. Die äußere Lage des Brustfells nennt man Rippenfell, sie kleidet die Innenfläche des Brustkorbs aus. Die innere Lage des Brustfells, das sogenannte Lungenfell, überzieht die Lungenoberfläche. Beide Häute – Rippen- und Lungenfell - sind glatt und feucht und können daher fast reibungslos gegeneinander gleiten. Der dünne Spalt zwischen ihnen (Pleuraspalt) ist mit etwas Flüssigkeit gefüllt, Luft ist hingegen keine enthalten. Deshalb haften die beiden Häute bei allen Atembewegungen wie zwei feuchte, aufeinander gelegte Glasplatten aneinander. Wegen dieses Flüssigkeitsfilmes kann sich die Lunge nicht von der Brustkorbwand ablösen, sondern gleitet bei allen Bewegungen an ihr entlang. Entsprechend ermöglichen die Pleuren (Rippen- und Lungenfell), dass die Lunge einerseits jede Bewegung des Brustkorbs mitmachen kann, andererseits aber auch Lunge und Brustkorb sich gegeneinander bewegen können - was notwendig ist, damit die Atembewegungen uneingeschränkt ablaufen können.
(Rippen- und Lungenfell)
keineVerdickung Einziehung
Patientenalter (Raucher)<30 Jahre>50 Jahre
Patientenalter (Nichtraucher)<40 Jahre>50 Jahre


Deshalb wird der Arzt zusätzlich eine Bronchoskopie oder (bei außerhalb der Lunge gelegenen Tumoren) eine Thorakotomie (operative Öffnung der Brusthöhle) durchführen. Beide Eingriffe dienen dazu, Proben für eine mikroskopische Gewebsuntersuchung zu gewinnen.