Viele Fahrer von Lastkraftwagen und Gefahrentransporten auf Deutschlands Straßen leiden unter dem so genannten Schlafapnoe-Syndrom mit ausgeprägter Tagesmüdigkeit und einem erhöhten Risiko, in den „Sekundenschlaf“ zu fallen. Darauf weist der Bundesverband der Pneumologen (BdP) hin. „Das kann natürlich zu schweren Unfällen führen“, warnt Dr. Thomas Hering, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender des BdP und niedergelassener Facharzt für Lungen-, Bronchialheilkunde und Allergologie in der Lungenarztpraxis Berlin-Tegel. Nach Schätzungen des Lungenexperten sind wohl etwa 1/3 der durch Schwerlaster verursachten Unfälle auf Schlafapnoe bedingten Sekundenschlaf zurückzuführen. „Etliche wissenschaftliche Studien an Fahrsimulatoren sowie Versicherungsberichte belegen, dass Verkehrsunfälle bei Patienten mit obstruktiver Schlafapnoe vergleichsweise häufig auftreten. Schlafapnoe bedeutet übersetzt Atemstillstand im Schlaf. Den Betroffenen selbst ist meist gar nicht bewusst, dass sie beim Schlafen unter einem Verschluss der Atemwege leiden. Ihre Atmung während des nächtlichen Schlafs ist nicht nur deutlich erschwert, sondern setzt sogar mehrfach und längerfristig aus – und zwar laut Definition mindestens 5 mal innerhalb einer Stunde für mehr als 10 Sekunden“, erläutert Hering. „Dabei wechseln sich Phasen mit heftigem Luftschnappen und lautem Schnarchen mit stillen Atempausen ab. Das bei der Schlafapnoe auftretende Schnarchen kann in manchen Fällen eine Lautstärke von bis zu 90 Dezibel erreichen, was in etwa der Lautstärke eines Presslufthammers entspricht.“
Übergewichtige Fernfahrer sind besonders gefährdet - regelmäßiger Gesundheitscheck gefordert
„Übergewicht ist einer der größten Risikofaktoren für die Schlafapnoe“, betont Hering. „Besonders gefährdete Fernfahrer lassen sich insofern auch anhand ihres individuellen Body Mass Indexes (BMI) heraussondieren – in diesen Wert gehen die Körpergröße und das Gewicht einer Person ein (BMI = Körpergewicht[kg]/Körpergrösse[m]2). Vor allem BMI-Werte über 30 weisen auf eine starke Neigung zu Schlafapnoe hin.“ Lungenärzte raten Fuhrunternehmern daher, ihre LKW-Fahrer zum regelmäßigen Gesundheitscheck beim Lungenspezialisten zu schicken. Insbesondere übergewichtige Fernfahrer mit BMI-Werten ab 30 sollten regelmäßig zu einer Untersuchung ins Schlaflabor kommen. Dort lässt sich ihre Fahrtüchtigkeit dann im Einzelnen und - vor allem objektiv - beurteilen. „Das Gefährliche an der Schlafapnoe ist, dass Betroffene subjektiv meinen, sie würden gar nicht schnarchen, hätten keine Schlafprobleme und seien tagsüber auch nicht übermäßig müde. Das kann fatale Folgen haben, denn diese Risikopatienten gefährden sich und andere oft, ohne es zu wissen“, gibt Hering zu bedenken. Hier finden Sie weitere ausführliche Informationen über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des Schlafapnoe-Syndroms.