Feinstaub an sich muss nicht unbedingt schädlich sein. Einen erheblichen Anteil machen gewöhnlicher Hausstaub, Silikate, Reifen- und Bremsbelagabrieb, Sand und Pollen aus. Demgegenüber besteht nur ein mehr oder weniger kleiner Teil des Feinstaubs aus Rußpartikeln, die beim Einatmen als besonders gefährlich gelten. Will man also das Gefahrenpotential des Staubs messen, genügt es eigentlich nicht, seine absolute Menge zu ermitteln, wie das von herkömmlichen Messanlagen getan wird. Andere Verfahren wie nass-chemische Analysen des gesammelten Staubs sind hingegen langwierig und können Tage in Anspruch nehmen – dann kommen die Ergebnisse zu spät, um noch angemessen darauf reagieren zu können.
Jetzt haben Bochumer Ingenieure unter der Leitung von Prof. Dr. Gustav Schweiger am Lehrstuhl für Laseranwendungstechnik der Ruhr-Universität Bochum ein optisches Verfahren zur Bestimmung des Rußanteils im Feinstaub entwickelt. Als einer der Sieger im landesweiten Wettbewerb Transfer.NRW:PreSeed werden die Forscher mit 180.000 Euro für zunächst zwei Jahre vom Land unterstützt, um auf dieser Basis ein Gerät zu entwickeln, das nahezu in Echtzeit nicht nur die Menge des Feinstaubs in der Luft, sondern vor allem auch den Rußanteil messen kann. Damit sollen sich in Zukunft zum Beispiel tägliche Rußbelastungsspitzen ermitteln lassen, um die Verkehrsführung anhand verlässlicher Daten kurzfristig anpassen zu können. Am Ende der ersten Förderperiode soll ein Prototyp in Betrieb gehen.