Behandlung von Schlafstörungen kann auch Depressionen verringern

Depressive Verstimmungen können möglicherweise auch mit einer Schlafstörung wie der so genannten Schlafapnoe zusammenhängen. Jedenfalls lassen sich mit einer speziellen Behandlungsmethode zur Therapie von Schlafapnoe (CPAP) depressive Krankheitsanzeichen deutlich abmildern.

Schlafapnoe ist eine Schlafstörung, bei der das Atmen während des Schlafens kurzzeitig und wiederholt unterbrochen wird, weil die Muskeln im Bereich von Kehlkopf und Rachen nicht fähig sind, die oberen Atemwege für einen ungehinderten Atemstrom offen zu halten. Viele Patienten, die unter Schlafapnoe leiden, klagen über Beschwerden, die denen einer Depression stark ähneln: Sie fühlen sich müde, schläfrig und motivationslos, ziehen sich von ihren Mitmenschen zurück, sind leicht reizbar, haben Konzentrationsschwächen, Erinnerungslücken und keine Lebensfreude mehr.

Wie ein Forscherteam um Dr. Schwartz vom Tampa Schlafzentrum in Florida jetzt gezeigt hat, können solche depressiven Krankheitsanzeichen durch die Anwendung einer speziellen Behandlungsmethode, die gegen Schlafapnoe eingesetzt wird, deutlich verringert werden: Mit der so genannten CPAP-Methode (abgekürzt aus dem Englischen „continuous positive airway pressure“) wird Schlafapnoe-Patienten das Atmen während des Schlafens erheblich erleichtert, da Schnarchen und Schlafunterbrechungen besonders effektiv unterbunden werden. Dazu bekommen die Patienten über eine Therapiemaske, die sie jede Nacht tragen müssen, einen stetigen Überdruck vom CPAP-Atmungsgerät auf ihren Atemtrakt übertragen.

Auffallend viele Schlafapnoe-Patienten haben auch Depressionen
An der Studie nahmen 50 Schlafapnoe-Patienten teil, die gebeten wurden, sich für 4-6 Wochen einer CPAP-Behandlung während des nächtlichen Schlafs zu unterziehen. Dabei fiel den Forschern auf, dass rund 40% ihrer Patienten auch unter Depressionen litten, was einen sehr viel höheren Anteil als im Bevölkerungsdurchschnitt darstellt. Das Untersuchungsergebnis belegt, dass depressive Verstimmungen durch die CPAP-Behandlung deutlich verbessert werden konnten.

Ungeklärt bleibt aber noch, ob die Krankheitsanzeichen von Schlafapnoen und Depressionen lediglich gemeinsame Ähnlichkeiten aufweisen, oder ob vielmehr eine Ursache-Wirkungs-Beziehung zwischen diesen beiden Krankheitsbildern besteht – das heißt, es ist unklar, ob Schlafapnoen Depressionen ursächlich hervorrufen und ob Depressionen in der Folge zusätzlich zu Schlafapnoen führen können. Jedenfalls empfehlen Schwartz und seine Kollegen allen Ärzten in Klinik und Praxis, Patienten mit Depressionen auch gezielt daraufhin zu untersuchen bzw. zu befragen, ob ebenfalls eine Schlafapnoe vorliegt.

Quellen:
- www.medscape.com/viewarticle/512662_print
- www.medscape.com/viewarticle/512722_print