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Wie unterscheiden sich COPD, Lungenemphysem und Asthma?

Welche Kennzeichen und Untersuchungen zur Differenzierung der Krankheitsbilder COPD und Asthma dienlich sind, wird Priv.-Doz. Dr. med. Michael Westhoff, Chefarzt der Lungenklinik Hemer, ausführlich in seinem Vortrag auf dem 15. Symposium Lunge darstellen, das am Samstag, den 2.9. von 10 bis 15 Uhr online stattfindet.

Die chronisch-obstruktive Lungenerkrankung mit oder ohne Lungenemphysem (COPD) kann von Asthma aufgrund ihrer Krankheitsauslöser und Anamnese der klinischen Symptomatik unterscheiden werden. Bei COPD sind die Auslöser Rauchen und/oder eine Belastung mit anderen Noxen, typisch sind die Symptome Husten, chronischer Auswurf, Luftnot (AHA-Symptomatik) und das erste Auftreten der Krankheit im Erwachsenenalter. Asthma hingegen tritt häufig als erstes im Kindes- und Jugendalter auf, die Ursachen sind meist Allergien, kennzeichnend sind Atemwegssymptome wie Giemen, Pfeifen, meist anfallsartiger Luftnot, Engegefühl im Brustkorb und Husten und ein variabler Krankheitsverlauf.

Bei Asthma ist die Atemwegsverengung (Obstruktion) medikamentös aufhebbar (reversibel) ist, bei COPD hingegen leider nicht, weil es sich hierbei um eine chronisch fortschreitende obstruktive Erkrankung handelt. Bei fortgeschrittener COPD kann es mit zunehmender Einengung der Bronchien und/oder Bronchiolen zu einer „Überblähung“ kommen, da die eingeatmete Luft über einen Ventilmechanismus auf Dauer nicht mehr in vollem Umfang ausgeatmet werden kann. Sind wie beim Lungenemphysem die Lungenbläschen mit- oder sogar vorwiegend betroffen, kommt es neben einem Elastizitätsverlust zu einer Zerstörung der Wände zwischen den einzelnen Lungenbläschen. Damit steht weniger Fläche für den Übertritt von Sauerstoff ins Blut (also zur Atmung) zur Verfügung.

Therapeutisch bestehen ebenfalls Unterschiede zwischen COPD/Lungenemphysem und Asthma. So wird das Asthma aufgrund der zugrundeliegenden Art der Atemwegsentzündung mit inhalativen Steroiden und langwirksamen ß-Mimetika behandelt, während die COPD zunächst nur mit langwirksamen, atemwegserweiternden Inhalativa therapiert wird. Erst bei schwereren Verläufen, speziell häufigen Verschlechterungen (Exazerbationen), aber auch bei einem erhöhten Anteil von eosinophilen Granulozyten im Blut wird bei der COPD ein Einsatz von inhalativen Steroiden empfohlen.

Hinsichtlich der Prognose besteht zwischen den beiden Krankheitsbildern ebenfalls ein Unterschied: Die COPD führt, insbesondere nach Exazerbationen mitunter rasch, zu einem Funktionsverlust, einer erhöhten Krankheitslast und letztlich einem erhöhten Sterblichkeitsrisiko. Für das Asthma bestehen in der Regel keine dauerhaften Funktionseinbußen und keine erhöhte Sterblichkeit.

Manchmal ist eine Differenzierung von COPD und Asthma jedoch schwierig, besonders bei älteren Patienten und Ex-/ Rauchern. Hier können neben einer unter Behandlung weiterhin erniedrigten Diffusionskapazität (häufiger bei COPD/Lungenemphysem) auch bildgebende Verfahren (CT beim Lungenemphysem) sowie das Ansprechverhalten unter Therapie (Besserung der Obstruktion unter Steroiden bei Asthma) zusätzliche Hilfestellung bei der Differenzierung geben. Im Gegensatz zur COPD lassen sich beim Asthma in der Bildgebung keine Strukturveränderungen der Lunge nachweisen. Auch beim Lungenfunktionstest sind bei Asthma insbesondere nach Gabe bronchialerweiternder Sprays – keine pathologischen Werte in der Lungenfunktion mehr nachweisbar.

Passend zu diesem Thema hat der COPD - Deutschland e.V. einen Patientenratgeber herausgegeben, dien Sie auf https://www.copd-deutschland.de/images/patientenratgeber/patientenbroschueren/diagnostik.pdf online lesen bzw. als Print Medium bestellen können. Weitere Patientenratgeber zum Thema finden Sie auf https://www.copd-deutschland.de/patientenratgeber-online-lesen.

Quelle: COPD - Deutschland e.V.
Anfragen bezüglich des Symposiums richten Sie bitte an:
Organisationsbüro Symposium-Lunge
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Alle Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier: Symposium-Lunge 2023