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Ultraschall-Diagnostik (Sonografie)

Bei der Sonografie wird durch die Anwendung von UltraschallwellenUltraschallwellen
Physikalisch gesehen handelt es sich bei Ultraschall um Schallwellen oberhalb des menschlichen Hörbereiches. Das menschliche Ohr kann Töne von 16 Hz bis 18 kHz wahrnehmen, der verwendete Ultraschallbereich liegt hingegen jenseits der menschlichen Hörschwelle (ab 20 kHz bis 10 GHz). Die Wellen des Sonografie-Gerätes werden mit so genannten piezoelektrischen Kristallen erzeugt. Diese Kristalle geben Ultraschallwellen ab, wenn sie durch eine angelegte Wechselspannung in Schwingung versetzt werden. 
ein Bild von organischem, im Körperinneren liegendem Gewebe erstellt - das so genannte Sonogramm. Eine Voraussetzung für diese Untersuchungsmethode ist, dass im untersuchten Gewebe Flüssigkeit enthalten ist. Luftgefüllte Hohlräume wie Lunge oder Darm können daher mit dem UltraschallkopfUltraschallkopf
Der Ultraschallkopf ist gleichzeitig Sender und Empfänger der Ultraschallwellen: Wird der vom Ultraschallkopf ausgesendete Impuls im Gewebe reflektiert, kommen die Wellen wieder zurück und werden vom Ultraschallkopf registriert. Die Dauer, die der ausgesandte Impuls bis zur Rückkehr zum Ultraschallkopf benötigt, lässt Rückschlüsse auf die Laufstrecke und damit auf die Tiefe des untersuchten Gewebes zu. Das Sonografie-Gerät errechnet daraus ein Schichtbild des durchschallten Gewebes (Sonogramm). Je nach Art und Lage des zu untersuchenden Gewebes und der damit erforderlichen Eindringtiefe variiert man den Frequenzbereich der ausgesendeten Wellen.
nur in begrenztem Maße untersucht und beurteilt werden. Die eingeschränkte Untersuchungsmöglichkeit luftgefüllter Hohlräume liegt an zwei Besonderheiten bei der angewandten Methode und den anatomischen Gegebenheiten: Zum einen kommt es zur Totalreflexion der Schallwellen am Übergang zu lufthaltigem Gewebe, und zum anderen zur Absorption der Schallwellen, zum Beispiel durch knöcherne Strukturen. Aus diesem Grund entziehen sich verschiedene Gewebeveränderungen – die zum Beispiel innerhalb des Lungengewebes oder im hinteren MediastinumMediastinum
Das ist der im Brustkorb gelegene Raum zwischen den beiden Lungenflügeln, in dem die Brusteingeweide untergebracht sind - also das Herz, zugehörige Nerven, Gefäße und Lymphknoten. Die Pleuren (Rippen- und Lungenfell), welche die beiden Brustfellhöhlen mit den Lungenflügeln auskleiden, bilden eine Trennwand zwischen Mediastinum und Lunge. Nach vorne und hinten wird dieser Raum vom Brustbein und der Brustwirbelsäule begrenzt, von oben und unten erstreckt er sich etwa ab Höhe des Schlüsselbeins bis hinunter zum Zwerchfell. 
liegen – einer sonografischen Darstellung.

Dennoch sind etwa 60-70% der  Pleura-OberflächePleura-Oberfläche
Die Lunge wird von den so genannten Pleuren (Lateinisch: Pleura), einer Doppelhaut (auch Brustfell genannt) umgeben. Die äußere Lage des Brustfells nennt man Rippenfell, sie kleidet die Innenfläche des Brustkorbs aus. Die innere Lage des Brustfells, das sogenannte Lungenfell, überzieht die Lungenoberfläche. Beide Häute – Rippen- und Lungenfell - sind glatt und feucht und können daher fast reibungslos gegeneinander gleiten. Der dünne Spalt zwischen ihnen (Pleuraspalt) ist mit etwas Flüssigkeit gefüllt, Luft ist hingegen keine enthalten. Deshalb haften die beiden Häute bei allen Atembewegungen wie zwei feuchte, aufeinander gelegte Glasplatten aneinander. Wegen dieses Flüssigkeitsfilmes kann sich die Lunge nicht von der Brustkorbwand ablösen, sondern gleitet bei allen Bewegungen an ihr entlang. Entsprechend ermöglichen die Pleuren (Rippen- und Lungenfell), dass die Lunge einerseits jede Bewegung des Brustkorbs mitmachen kann, andererseits aber auch Lunge und Brustkorb sich gegeneinander bewegen können - was notwendig ist, damit die Atembewegungen uneingeschränkt ablaufen können.
einer so genannten transthorakalen Beurteilung zugänglich. Die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der Sonografie liegen vor allem in der sonografischen Untersuchung von Pleuraergüssen und der Thoraxorgane.

Durchführung

Der Hautbereich, der über dem zu untersuchenden Gewebe liegt, wird zunächst mit Gel bedeckt. Das ist nötig, um Luft zwischen Gewebe und Schallkopf zu vermeiden und eine gute Leitfähigkeit zu garantieren. Die zu untersuchenden Strukturen werden nun mit leichtem Druck fächerförmig in verschiedene Richtungen abgefahren und dabei aus verschiedenen Blickwinkeln „abgelichtet“. Zur Untersuchung wird im Allgemeinen der so genannte B-Mode verwendet. Dabei wird nicht ein einziger Impuls erzeugt, sondern es wird eine “Impulswand” (mit einer Liniendicke von mehreren Zentimetern) ausgesendet. 

Vorteile gegenüber anderen Methoden

Die Ultraschall-Diagnostik ist allgemein frei von Nebenwirkungen und Risiken. Daher lässt sie sich großzügig einsetzen, zum Beispiel auch bei bei KontrastmittelKontrastmittel
Computertomografie (CT)
Eventuell ist vor einer CT-Untersuchung die Gabe eines jodhaltigen Kontrastmittels nötig. Dieses kann gezielt bestimmte Organe und Erkrankungen anfärben bzw. hervorheben.  Benachbarte Organe und krankhafte Veränderungen können so besser unterschieden werden. Das Kontrastmittel ist entweder über einen bestimmten Zeitraum zu trinken oder es wird in Form eines Einlaufs oder intravenös verabreicht.
Röntgen
Mit einem jodhaltigen Kontrastmittel lassen sich gezielt bestimmte Organe und Erkrankungen anfärben bzw. hervorheben. Benachbarte Organe und krankhafte Veränderungen können so besser unterschieden werden. Das Kontrastmittel ist entweder über einen bestimmten Zeitraum zu trinken oder es wird in Form eines Einlaufs oder intravenös verabreicht.
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-Allergien, während der Schwangerschaft, und selbst bei immobilen Patienten direkt am Krankenbett, zumal es auch tragbare Ultraschallgeräte gibt. Ein wesentlicher Vorteil dieser Methode ist auch, dass sie eine dynamische Untersuchung ermöglicht: Der Patient darf sich während der Untersuchung auch bewegen, wobei gerade solche Erkrankungen, die eventuell erst bei Bewegung und einer Verschiebung von Gewebe überhaupt sichtbar werden, ebenfalls erkannt werden können - wie zum Beispiel Tumoren , welche das Brustfell (die Thoraxwand) einbeziehen und dann nicht mehr atemverschieblich sind. Außerdem lassen sich zum Beispiel bei einem Rippenbruch auch Veränderungen beobachten, die sich erst bei leichtem Druck auf das schmerzende Gewebe ergeben, und dadurch das Ausmaß der Rippenfragmentverlagerung genauer bestimmen. Auch sonografische Untersuchungen können mit Methoden wie Punktion oder Gewebsprobenentnahme (Biopsie) kombiniert werden, wobei der Vorteil gegenüber der CT-gesteuerten Punktion in der Echt-Zeit-Beobachtung und der dreidimensionalen Darstellbarkeit des Punktionsvorganges besteht. Schließlich können reine Ultraschallanwendungen beliebig oft wiederholt werden, wie zum Beispiel zur Nachkontrolle von Gewebsveränderungen. All dies unterscheidet diese Untersuchungsmethoden von anderen bildgebenden Verfahren wie dem Röntgen, MRT oder CT.

Spezielle Methoden & Einsatzgebiete

Ultraschallbilder zu lesen und zu interpretieren, erfordert einige Übung. Sie geben jedoch weitgehend zuverlässigen Aufschluss über eine Reihe von Erkrankungen. So ist die so genannte EndosonographieEndosonographie
Bei der Endosonographie wird der Ultraschallkopf ähnlich wie ein Endoskop in den Körper – und zwar über Speiseeröhre bzw. Magen – eingeführt.
mit Punktion (EUS-FNA) zur Erkennung und Beurteilung (staging) von Bronchialkarzinomen heutzutage nicht mehr wegzudenken. Dabei können auch die Lymphknoten im Mediastinum sowie die linke Nebenniere sonografisch geführt punktiert und dann feingeweblich (zytologisch bzw. histologisch) abgeklärt werden. Selbst bei der so genannten endobronchialen Sonografie ist seit kurzem der Einsatz eines Ultraschall-Punktionsbronchoskops möglich, mit dem man innerhalb der Bronchien direkt unter Sicht punktieren kann.

Die transthorakale Sonografie der Lunge und Pleura einschließlich Mediastinalsonografie ist in den letzten Jahren zu einem festen Bestandteil der modernen pneumologischen Diagnostik geworden. Mit ihrer Hilfe können alle pulmonalen Veränderungen dargestellt werden, die bis zum Lungenfell heranreichen oder über ein so genanntes   SchallfensterSchallfenster
Ein deutlicher Schallunterschied ist bei der Auskultation wahrnehmbar, zum Beispiel wenn ein Erguss vorliegt oder weil in einem Teil der Lungenbläschen der Luftgehalt vermindert ist, was zu einer mangelhaften Entfaltung bzw. zu einem Kollaps des betroffenen Lungenbereichs führt.
erfassbar sind. Außerdem ist sie die Methode der Wahl bei Verlaufskontrollen von sonografisch erfassbaren Lungenentzündungen und trägt dadurch dazu bei, die Anzahl radiologischer Kontrollen möglichst klein zu halten.