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Was ist ein Lungenemphysem?

Emphysem-CT; Foto: Prof. Dr. Dr. R. Loose, Klinikum Nürnberg

Bei einem Lungenemphysem sind die Lungenbläschen (Alveolen), an denen der Austausch von Sauerstoff und Kohlendioxid stattfindet, teilweise zerstört und überdehnt, so dass ihre innere Oberfläche verkleinert ist. In der Folge ist die Ausatmung erschwert, weil die kleinen Bronchien, welche in die Lungenbläschen münden, in sich zusammenfallen. Außerdem kommt es zu einer zunehmenden Überblähung der Lunge. Die Lungenbläschen haben auseinandergebreitet beim Gesunden ca. eine Fläche von 200 m². Beim Emphysem wird die Fläche durch Zerstörung der inneren Oberfläche kleiner. Weil dadurch der Atemfluss gestört ist, nimmt der Sauerstoffgehalt im Blut ab - anfangs nur unter Belastung. Typische Symptome sind Atemnot vor allem bei körperlicher Belastung, Erschöpfbarkeit und in fortgeschrittenen Stadien Gewichtsabnahme. Das Lungenemphysem ist eine chronische Erkrankung, die sich trotz verschiedener Behandlungsmöglichkeiten nicht wieder zurückbildet. Meist tritt ein Lungenemphysem im Zusammenhang mit einer chronisch obstruktiven Bronchitis auf. Beide Erkrankungen werden unter dem Begriff COPD („chronic obstructive pulmonary disease“) zusammengefasst.

Die Zahl der Emphysem-Patienten ist nicht mit Gewissheit anzugeben, da Lungenemphyseme häufig nicht als eigenständige Erkrankung registriert werden, und die Betroffenen stattdessen als COPD-Patienten zusammengefasst werden. Es ist aber davon auszugehen, dass etwa 1.000.000 Menschen in Deutschland ein Lungenemphysem haben, wobei vor allem rauchende Männer und Frauen jenseits des 50. Lebensjahres betroffen sind.

Weltweit ist die COPD gegenwärtig der vierthäufigste Todesgrund. Wenn der Anteil an Inhalationsrauchern, zu dem zunehmend auch Frauen gehören, nicht nachlässt, dürfte die COPD in 15 Jahren (2020) bereits den dritten Platz (nach Herz-Kreislauferkrankungen und SchlaganfallSchlaganfall
Schlaganfälle ereignen sich gehäuft während des Blutdrucktiefs gegen 3 Uhr nachts (midnight stroke) oder während des zweiten Blutdrucktiefs am Nachmittag. Die Krankheitsanzeichen setzen meist plötzlich ein und hängen vom Ort des Infarktes ab. Erste Anzeichen können heftige Kopfschmerzen, ausgeprägte Bewusstseinstrübung bis hin zu Bewusstlosigkeit sein. Es entwickelt sich eine meist im Arm- und Gesichtsbereich betonte einseitige Lähmung. Zunächst ist die gelähmte Seite erschlafft (im Gesicht z.B. als hängender Mundwinkel und Aufblähung der Wange auf der gelähmten Seite beim Ausatmen = "Tabakblasen"), später können auch unkontrollierte Zuckungen hinzu kommen. Eine Hirndurchblutungsstörung ist entweder Folge eines thrombotischen oder embolischen Gefäßverschlusses (ischämischer Hirninfarkt) oder eines spontanen Gefäßrisses mit nachfolgender Einblutung (hämorraghischer Hirninfarkt).
Ischämischer Schlaganfall: Hirninfarkt, der durch eine Blutstauung aufgrund verstopfter Gefäße verursacht wird und deshalb zu einer Unterversorgung der Hirnzellen mit Sauerstoff führt. Ein ischämischer Hirninfarkt auf Grund von Minderdurchblutung eines Endarterienareals bei plötzlichem Gefäßverschluss der Arterie ist mit 80-85% die häufigste Ursache eines Schlaganfalls. 
Hämorraghischer Schlaganfall: Verkalkte Blutgefäße im Gehirn brechen auf, was zu Gehirnblutungen führt. Dabei wird die Blutzufuhr und damit Sauerstoffversorgung der betroffenen Gehirnzellen unterbrochen bzw. abgebrochen und sie sterben ab.
 
 
) unter den häufigsten Todesursachen einnehmen.

Es gibt auch eine erblich bedingte Form des Lungenemphysems, die aber selten ist: Etwa 1% der Emphysem-Patienten leidet an einem angeborenen Alpha-1-Antitrypsin-Mangel.