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Häufigkeit

Während fast alle Lungenerkrankungen in den letzten zehn Jahren weiter zugenommen haben, ist die Entwicklung bei der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) besonders dramatisch. An dieser irreversiblen Erkrankung der Atemwege sind im Jahr 2011 dem Weißbuch Lunge 2015 zufolge 14.970 Männer und 11.048 Frauen gestorben. Damit lag die Zahl der Todesfälle um fast 25 Prozent über der aus dem Jahr 2005.

Exakte Aussagen zur Häufigkeit der COPD sind allerdings wegen der hohen Dunkelziffer nicht diagnostizierter Erkrankungen schwieriger. Experten gehen davon aus, dass von den über 40-Jährigen in Deutschland etwa zehn bis zwölf Prozent betroffen sind. Einer Prognose zufolge soll der Gipfel erst im Jahr 2050 erreicht sein mit dann acht Millionen COPD-Patienten. Auswirkungen von Rauchverboten im öffentlichen Raum auf die COPD-Rate sind - anders als bei Herzkreislauf-Erkrankungen - bisher nicht feststellbar. Öfter als früher gibt es aber auch Patienten, die nie geraucht haben und an einer COPD leiden. Anscheinend spielen bei der Entstehung der Lungenerkrankung neben dem Risikofaktor Nummer eins - dem Tabakrauchen - auch noch andere Umwelteinflüsse eine Rolle. In Deutschland leiden etwa 8-12% der Bevölkerung an COPD. Die Krankheit ist damit häufiger als Asthma, Lungenentzündung und Lungenkrebs zusammengenommen. Bisher brach die Erkrankung häufig zwischen dem 40. und 55. Lebensjahr aus, wobei im Alter ab 50 Jahren die Erkrankungshäufigkeit deutlich zunahm und im siebten Lebensjahrzehnt ihren Höhepunkt erreichte. Allerdings beginnen heutzutage viele Jugendliche bereits sehr viel früher (mit 13,6 Jahren; Stand 2005) mit dem Rauchen, so dass COPD-Fälle künftig häufiger auch schon in jüngeren Jahren auftreten dürften. Bei Rauchern, die ca. 20 Jahre rauchen, bildet sich in ca. 15-20% eine COPD. Unabhängig vom Zigarettenkonsum tritt COPD bei Männern fast doppelt so häufig auf wie bei Frauen. Auch sind unter den Erkrankten Menschen mit sozioökonomisch niedrigem Status stärker vertreten. Die Erkrankung kann außerdem innerhalb bestimmter Familien gehäuft vorkommen, was auf eine erbliche Veranlagung hinweist, die aber noch nicht nachgewiesen ist.

Weltweit sind (nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO) etwa 600 Millionen Menschen von COPD betroffen. In den Vereinigten Staaten ist COPD die vierthäufigste Todesursache - europaweit liegt sie bereits an dritter Stelle. In den letzten 3 Jahrzehnten wurde ein starker, hauptsächlich durch Rauchen bedingter Anstieg verzeichnet. Im Zeitraum zwischen 1960 und 1998 nahm die Sterblichkeit durch COPD bei Männern um 344% zu; bei Frauen im selben Zeitraum um 1000%. Es wird davon ausgegangen, dass die Erkrankung bis zum Jahr 2020 weltweit den dritten Platz unter den häufigsten zum Tode führenden Krankheiten einnehmen wird.