Am Weltlungenkrebstag, der dieses Jahr am 17.11.09 stattfand, hat ein internationales Pharmaunternehmen angemahnt, mit der Erkrankung Lungenkrebs realistischer umzugehen. „Über den Lungenkrebs sind bei vielen Menschen Mythen, aber nur wenige Fakten bekannt“, meint Dr. med. Kai Richter, Medizinischer Direktor und Mitglied der Geschäftsleitung eines internationalen Pharmaunternehmens in Deutschland. Fehleingeschätzt wird zum Beispiel, dass Rauchen als Ursache des Lungenkrebses die alleinige Bedeutung spielt. Zwar erhöht sich das Lungenkrebsrisiko von Rauchern um das 10- bis 40fache. Andererseits hat aber einer von vier Lungenkrebspatienten weltweit nie geraucht. Anlässlich des Weltlungenkrebstags weist das Unternehmen deshalb sowohl Raucher als auch Nichtraucher darauf hin, den Blick für erste Anzeichen zu schärfen.
Lungenkrebs ist diejenige Krebserkrankung, durch die weltweit die meisten Menschen sterben. Jährlich werden weltweit mehr als 1,35 Millionen neue Lungenkrebsfälle diagnostiziert und fast 1,2 Millionen Menschen sterben jedes Jahr an dieser Krankheit. Das sind mehr Todesfälle als durch Brust-, Dickdarm- und Prostatakrebs zusammen verursacht werden. Trotzdem herrscht der Irrglaube vor, es würden fast nur Männer an Lungenkrebs erkranken. Tatsächlich liegt die Zahl der jährlichen Neuerkrankungen bei Männern in Deutschland bei 33.000. Das entspricht 14,3 % aller Krebsneuerkrankungen bei Männern. Demgegenüber erkranken hierzulande aber auch etwa 13.200 Frauen pro Jahr, was 6,4 % aller bösartigen Neubildungen bei Frauen ausmacht. Wegen der nach wie vor schlechten Prognose belegt der Lungenkrebs als Todesursache unter den Krebsarten in Deutschland Rang 1 bei Männern und Rang 3 bei Frauen.
Auch über mögliche Maßnahmen zur Behandlung des Lungenkrebses ist wenig bekannt. Aufgrund der immer differenzierteren Unterscheidung verschiedener Typen der Erkrankung können Ärzte eine besser geeignete Behandlung wählen. So wird eine zielgerichtetere und auf den einzelnen Patienten abgestimmte Behandlung von Lungenkrebs ermöglicht. „Für Patienten mit fortgeschrittener Tumorerkrankung entscheidend ist die Möglichkeit, gesundheitliche Beschwerden zu kontrollieren und die Lebensqualität zu erhalten“, erklärt Richter. „In einigen Fällen können individuelle, nebenwirkungsarme Wirkstoffe die klassische Chemotherapie ersetzen.“
Wenn Lungenkrebs in frühen Stadien diagnostiziert wird – bevor er in andere Organe oder Lymphknoten gestreut (metastasiert) hat – überleben rund die Hälfte der Patienten fünf Jahre oder mehr. Leider wird die weit überwiegende Zahl der Lungenkrebserkrankungen erst in fortgeschrittenen Stadien entdeckt. Die 5-Jahres-Überlebensrate beträgt dann nur noch etwa 15 Prozent.